02.10.2020 08:51 Alter: 25 Tage
Kategorie: Bresser, Astro-News, Start, Start, Press

Der Sternenhimmel im Oktober

Heller Nachbar Mars und ein Sternbild mit einer Galaxie

Der Oktober schenkt uns nicht nur am Tage ein Feuerwerk an Farben, sondern in den immer länger werden Nächten eine wahrhaft üppige Sternenpracht. Denn in der tendenziell trockenen Herbstluft des Oktobers funkeln die Sterne besonders gut – auch lichtschwache Objekte sind jetzt gut zu sehen.


Und wenn am 25. Oktober die Uhren um eine Stunde zurückgestellt werden, schrumpft die Länge des hellen Tages Ende des Monats noch einmal – dann auf weniger als 10 Stunden. Genug Zeit also, sich den Schönheiten des Nachthimmels zu widmen. Unserem Sky Guide können Sie natürlich auch in diesem Monat wieder ganz genau entnehmen, welche Himmelsobjekte im Oktober wann und wo zu entdecken sind. Die Highlights haben wir Ihnen hier zusammengefasst:


Bühne frei für Nachbar Mars


Das Doppelpack aus Jupiter und Saturn ist im Oktober schon am frühen Abend hoch am Südhorizont aufgezogen. Zu dieser Zeit geht Mars am Osthimmel auf – und zwar mit voller Wucht: Strahlend hell und groß zeigt sich unser Nachbarplanet im Oktober, den Sie in diesem Monat die ganze Nacht hindurch beobachten können.


Seinen ganz großen Auftritt hat Mars am 14. Oktober, wenn er in Opposition zur Sonne steht. Dadurch erscheint er besonders hell und groß und strahlt mit seiner scheinbaren Helligkeit von -2,2 mag zu Monatsende sogar etwas heller als Jupiter. Die Morgenstunden gehören dann voll und ganz Venus, die trotz des hellen Mars nach Sonne und Mond weiterhin das dritthellste Objekt am Himmel bleibt.


Tschüß Sommerdreieck, Hallo Herbstviereck


Das Sommerdreieck ist bereits in den frühen Nachtstunden schon weit in den Südwesten gerückt und hat Platz gemacht für die Sterne des Herbstvierecks. Zwar leuchten die Sterne der Sternbilder Pegasus und Andromeda nicht ganz so hell wie die des Sommerdreiecks; sie gewähren dafür aber bereits mit bloßem Auge einen Blick tief ins unser Universum.


Andromeda und ihr Nebel


Schon um acht Uhr am Abend ist Pegasus im Südosten an seiner typischen quadratischen Form nicht zu übersehen. Seine vier hellsten Sterne bilden die markante Vierecks-Form, wobei der Stern Sirrah, der die linke obere Ecke markiert, auch zur sich anschließenden Sternkette Andromeda gehört. Und die hält eine besonders schöne Aussicht bereit: Den Blick auf unsere Nachbargalaxie. Das als Andromedanebel bekannte Sternensystem ist rund zweieinhalb Millionen Lichtjahre von uns entfernt, knapp doppelt so groß wie unsere Milchstraße und mit bloßem Auge als blass schimmerndes Fleckchen erkennbar. Mit einem Fernglas (10x15) machen Sie bereits die beiden kleineren Begleitgalaxien M32 und M110 aus. Wie ein Gesamtkunstwerk erstreckt sich der Andromedanebel dabei fast über das gesamte Gesichtsfeld. An Orten ohne Lichtverschmutzung ist sogar das dunkle Staubband eines Spiralarms erkennbar. Mit einem Teleskop mit einer Öffnung ab 200 mm schauen Sie dann direkt mitten hinein in die Galaxie und erkennen gut die Staubbänder und hellen Sternhaufen.


Herz und Seele in Kassiopeia



Es lohnt sich, den Blick noch etwas weiter zu heben und hoch über Pegasus und Andromeda zu schauen: Dort hat im Laufe der ersten Nachthälfte, senkrecht im Zenit, Kassiopeia – das Himmels-W – Stellung bezogen. Unser Tipp für Deep Sky Beobachtungen: Herz und Seele von Kassiopeia, also die beiden hellen Emissionsnebel Herznebel und Seelennebel.


Das Wintersechseck und die Sternbilder des Tierkreises entdecken



Dass der Winter nicht mehr allzu fern ist, zeigen die frühen Morgenstunden. Dann sind nämlich hoch im Südosten bereits die Sterne des Wintersechsecks aufgezogen. Bereits jetzt schon auffällig ist Himmelsjäger Orion und der hell funkelnde Sirius im Großen Hund. In den langen Oktobernächten können Sie fast alle Sternbilder des Tierkreises erkennen – ausgenommen Waage und Skorpion. Im Stier – dessen rot leuchtender Stern Aldebaran schon zum Wintersechseck gehört – entdecken Sie außerdem gleich zwei offene, berühmte Sternhaufen: die Plejaden sowie die Hyaden.


Unsere Oktober-Tipps für Deep Sky Beobachtungen sind in diesem Monat der Kugelsternhaufen M30 in Steinbock, welchen Sie gegen neun Uhr am Abend hoch im Süden finden. Lohnenswert ist auch ein Blick ins Sternbild Leier, das gut an seiner Rauten-Form, hoch über Steinbock, zu erkennen ist: Hier wartet der berühmte leuchtende Ringnebel M57 auf Sie.

Sky Guide für Oktober 2020