Sky Guide für Juli

Sky Guide

Image Credit: Image created with SkySafari for iOS, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com.

Es ist Juli - und die Nächte in der nördlichen Hemisphäre sind immer noch auf der hellen Seite, soweit es DeepSky-Beobachtungen betrifft.  Aber das ist normalerweise eine der angenehmeren Zeiten des Jahres, um Nachts draußen zu beobachten. Diejenigen, die auf der südlichen Hemisphäre sind, werden genau das Gegenteil erleben und erleben gerade die Wintersonnenwende. Jupiter und Saturn sind sehr gut positioniert für frühe Abendbeobachtungen, ein paar recht helle mit Teleskopen sichtbare Kometen und die Delta Aquariiden (ein Meteorstrom) sind in diesem Monat zu beobachten - wo immer Sie sich auf der Erdkugel, gibt es viel zu sehen ...

Das Sonnensystem

Der Mond

Moon phases

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Der zunehmende Mond beginnt den Juli im Sternbild Jungfrau, knapp über 6 1/2 Grad östlich von Jupiter; die beiden Himmelskörper befinden sich bei Sonnenuntergang in einer Höhe von 29 Grad im Südwesten (beobachtet von 51 Grad Nord). Die Paarung der beiden Himmelskörger gibt ein beeindruckendes Panorama am Himmel ab, besonders geeignet für die Weitwinkel-Fotografie.  

Am 9. Juli wird der Mond zum Vollmond während er sich tief im Süden des Sternbildes Schütze (Sagittarius) befindet, beobachtet aus der Perspektive der nördlichen Hemisphäre. Der optische Linseneffekt der Atmosphäre erweckt den Eindruck, als sei der Mond bei  Aufgang im Durchmesser etwas größer als er in Wirklichkeit ist, und dieser Eindruck wird in den mittleren nördlichen Breitengraden noch dadurch verstärkt, dass der Mond in diesen Gefilden nicht sehr hoch am Himmel steht. Umgekehrt zeigt sich in der südlichen Hemisphäre, wo das Sternbild Schütze sehr hoch in der Ekliptik steht, zu diesem Zeitpunkt der Mond als einer der am höchsten stehenden Vollmonde des Jahres. Folglich ist dieser Teil des Julis für Deep Sky-Beobachtungen nicht sehr gut geeignet - wobei das Fehlen wirklicher Dunkelheit zu dieser Zeit in den mittleren nördlichen Breitengraden erschwerend hinzukommt.

Wenn der Mond in seine abnehmende Phase tritt, befindet er sich an den Grenzen der nicht zum Tierkreiszeichen gehörenden Konstellation von Walfisch (Cetus) und Fische (Pisces), wobei er dabei einen seiner häufigen Ausflüge abseits der "richtigen" Pfade innerhalb der Tierkreiszeichen macht.  

Am 23. Juli wird der Mond zum Neumond; er befindet sich dann im Sternbild Zwillinge (Gemini). 

Am 31. Juli tritt der Mond zum zweiten Mal in seine zunehmende Phase ein, wobei er sich im Sternbild Waage (Libra) befindet.

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Merkur

Merkur beginnt den Juli als ein abendliches Objekt im Sternbild Zwillinge. Zu diesem Zeitpunkt im Monat steht der Planet ca. 12 Grad von der Sonne entfernt und erreicht bei Sonnenuntergang eine Höhe von knapp über 6 Grad über Horizont. Merkur hat mit -1,0 mag. eine ansprechende Helligkeit, ist jedoch trotzdem in der Abenddämmerung schwierig zu entdecken. Der Planet geht eine Stunde später als die Sonne unter (beobachtet von mittleren nördlichen Breitengraden), und es ist trotz eines zeitlich doch sehr begrenzten Beobachtungsfensters möglich, ihn zu beobachten. 

Mitte Juli steht der Planet etwas weiter östlich von der Sonne - seine Entfernung zur Sonne liegt jetzt bei kanpp unter 23 Grad. Er hat seine Phase von knapp unter 90% nach 67,6% verringert, dafür jedoch seine Größe von knapp über 5 Bogensekunden im Durchmesser Anfang Juli nach jetzt 6,2 Bogensekunden im Durchmesser gesteigert; seine Helligkeit hat zum 15. Juli auf -0,1 mag. abgenommen. Dass der Planet bei Sonnenuntergang knapp unter 9 Grad Höhe steht (beobachtet von 51 Grad Nord), macht es jedoch ein wenig leichter, ihn zu entdecken, während die Sonne untergeht.

Mercury

Merkur bei Sonnenuntergang 23. Juli 2017. Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

Gegen Ende des Monats hat Merkur seinen Abstand zur Sonne maximiert, wobei die größte östliche Elongation (Auslenkung) am 30. Juli erfolgt. Am 31. Juli ist der Planet 27 Grad östlich von der Sonne entfernt, und während er seine Größe nach 7,9 Bogensekunden im Durchmesser gesteigert hat, hat sich seine Helligkeit nach +0,5 mag. abgeschwächt, da seine Beleuchtungsphase auf 44% abgenommen hat. Bei Sonnenuntergang steht Merkur jetzt bei 6 1/3 Grad hoch am Himmel (beobachtet von 51 Grad Nord), was eine Entdeckung allerdings zu einer großen Herausforderung macht.

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Venus

Zu Beginn des Julis stellt sich Venus als ein fantastisches Morgenobjekt im Sternbild Stier (Taurus) dar. Mit einer Helligkeit von -4,1 mag. und einem Durchmesser von 18,1 Bogensekunden, präsentiert sich der Planet in seiner Dreiviertelphase, beleuchtet zu 62,8%. Am 1. Juli ist Venus mit über 43 3/4 Grad von der Sonne entfernt, und der Planet steht bei Sonnenaufgang ca. 20 Grad hoch im Osten. 

Zur Monatsmitte hin hat Venus seine Phase nach 68,4% gesteigert, wobei die Winkelgröße nach 16,3 Bogensekunden im Durchmesser abgenommen hat; diese Veränderungen führen allerdings weder zu einer Abnahme noch Zunahme der Helligkeit, welche bei -4,1 mag. verbleibt. Der Planet steht bei Sonnenaufgang nun auf einer Höhe von 23 1/2 Grad (beobachtet von 51 Grad Nord), wobei er allerdings seinen Abstand zur Sonne nach knapp über 41 1/2 Grad verringert hat.

Venus

Venus, Sonnenaufgang am 23. Juli 2017. Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

Ende Juli finden wir Venus im Sternbild Orion bei einer Helligkeit von -4,0 mag. Der Planet steht bei Sonnenaufgang auf einer Höhe von 26 1/4 Grad, beinahe genau östlich. An diesem Punkt hat Venus seine Winkelgröße nach 14,6 Bogensekunden im Durchmesser verringert, ihre Phase hingegen gleichzeitig nach knapp über 74% erhöht. Wer sich in den frühen Morgenstunden an die Beobachtung unseres Nachbarplaneten heranwagt, der wird während des gesamten Monats Juli mit der Möglichkeit zur kontinuierlichen Observation belohnt werden.

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Mars

Mars beginnt den Juli nicht auf der Abendseite (die westliche Seite) der Sonne, obwohl er im Grunde völlig unsichtbar ist auf seinem Weg hin zu seiner Großen Konjunktion am 27. Juli. Danach erscheint Mars wieder als ein morgendliches Objekt, obgleich der Planet eine Zeit lang noch nicht so ohne Weiteres zu sehen sein wird. Die nächste Mars-Opposition wird erst im nächsten Jahr stattfinden, wenn der Planet am 27. Juli 2018 seinen kürzesten Abstand zur Erde erreicht.

Martian Superior Conjunction

Das Innere Sonnensystem am 27. Juli 2017 – obere Mars-Konjunktion. Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

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Jupiter

Nach dem Motto "catch it while you can" sollten sie mit der Beobachtung jetzt beginnen, da sich das Jupiter-Beobachtungsfenster zum Monatsende hin schließen wird. Mit einer Helligkeit von -2,0 mag. präsentiert sich Jupiter in einer soliden Größe von 37,3 Bogensekunden im Durchmesser. Obwohl der Planet damit etwas kleiner ist als bei seiner Oppostion Anfang des Jahres, so ist Jupiter doch der bei weitem größte zu beobachtenden Planet am Himmel. Am 1. Juli steht Jupiter bei Sonnenuntergang  knapp unter 28 Grad hoch im Südwesten und bietet damit einen wirklich beeindruckenden Anblick in Teleskopen jeglicher Größe - der obendrein noch getoppt wird durch den noch am selben Abend sich Jupiter nähernden halbphasigen Dreiviertelmond im Sternbild Jungfrau. Und selbst in Ferngläsern mit geringer Vergrößerung kann man deutlich die vier Galileischen Begleiter (- Monde) des Jupiter erkennen, wie sie den Planeten umkreisen: Europa, Io, Ganymede und Callisto. Jupiter wird in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli kurz vor 01.00 Uhr morgens untergehen (beobachtet vom 51 Grad Nord); das Beobachtungsfenster ist jetzt immer noch ziemlich breit, obgleich es, von den nördlichen gemäßigten Gefilden aus gesehen, noch bis spät in die Nacht halbwegs hell ist.  

Jupiter and Half Phase Gibbous Moon

Jupiter und zunehmender Halbmond, 1. Juli 2017. Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

Es ist bereits möglich Jupiter eine Stunde vor Sonnenuntergang während der Tageslichtstunden zu beobachten. Die Verwendung einer Goto Montierung und / oder eines Suchers  oder eines Fernglases, um die Position von Jupiter am Himmel zu identifizieren, stellt eine Notwendigkeit dar. Am frühen Abend (von Europa aus gesehen) des 7. Juli, ereignet sich ein doppelter  galiläischer Transit von Europa und Io, die beide den Großen Roten Fleck (GRF) überqueren. Die Beobachtung dieses Ereignisses erfordert eine vernünftige Vorplanung  (und natürlich eine sorgfältige Beachtung der Sonnenposition, auch wenn sie in einem anderen Teil des Himmels und niedrig steht), aber es sollte ein angemessen großes Teleskop sein.

Jovian double transit

Jupiters Doppeltransit, 19Uhr (BST) 7. Juli 2017. Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

Zur Monatsmitte hin hat sich bei Jupiter nicht viel geändert; der Planet ist minimal auf 35,8 Bogensekunden im Durchmesser geschrumpft, bleibt aber bei seiner Helligkeit von -2,0 mag. Allerdings haben wir zu diesem Zeitpunkt eine Stunde an Beobachtungszeit verloren, da Jupiter jetzt bereits kurz nach Mitternacht untergeht. 

Ende Juli hat seine Helligkeit ein wenig abgenommen, nämlich nach -1,9 mag., und auch die Größe hat sich auf 34,3 Bogensekunden im Durchmesser verringert. Der Planet steht bei Sonnenuntergang knapp unter 18 1/2 Grad hoch am Himmel (beobachtet von 51 Grad Nord), und er geht jetzt um kurz nach 23.00 Uhr unter - ein klares Zeichen dafür, dass sich jetzt das Beobachtungsfenster schließt.

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Saturn

Während des gesamten Monats Juli ist Saturn für abendliche Beobachtungen sehr gut positioniert. Nach gerade vollzogener Opposition steigt "der Herr der Ringe" am Abend des 1. Juli bei Sonnenuntergang beständig weiter am Himmel, wo er dann kurz vor Mitternacht seinen Durchgangspunkt erreicht. Mit einer Helligkeit von +0,1 mag. ist der Planet nicht so auffällig wie Jupiter, er sollte allerdings am südlichen Himmel immer noch leicht genug zu entdecken sein. Da der Planet relativ niedrig im Süden steht, werden die Beobachtungen für die Bewohner der nördlichen Hemisphäre etwas beeinträchtigt sein; für die Beobachter in der südlichen Hemisphäre stellt die hohe Position des Planeten am Himmel jedoch das Optimum an guten Beobachtungsmöglichkeiten dar. Wo immer Sie sich auch auf der Welt befinden, Saturn bleibt stets ein inspirierender Anblick in allen Teleskopen; also nutzen Sie die Gelegenheit für ausgiebige Beobachtungen.  

Mitte Juli hat sich nichts geändert, was den Saturn betrifft. Die Helligkeit hat mit +0,2 mag. ein wenig abgenommen, aber mit 18,1 Bogensekunden im Durchmesser zeigt sich der Planet weiterhin von einer soliden Größe, obwohl er seit Monatsbeginn 0,2 Bogensekunden verloren  hat. Saturn hat jetzt seinen Durchgang kurz vor 23.00 Uhr (beobachtet von 51 Grad Nord).

Saturn and moons

Saturn und seine Monde, 22 Uhr (BST) 15. Juli 2017. Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

Gegen Ende des Monats hat Saturn noch ein wenig an Helligkeit und Größe verloren, was daran liegt, dass wir uns auf unserer schnelleren inneren Umlaufbahn von ihm entfernen; die Helligkeit liegt jetzt bei +0,3 mag. und die Größe bei 17,8 Bogensekunden im Durchmesser. Saturn hat seinen Durchgang jetzt um 21.45 Uhr (beobachtet von 51 Grad Nord), knapp eine Stunde nach Sonnenuntergang, und er hat sich damit für abendliche Observationen und Abbildungen ideal in Position gebracht.

Uranus und Neptun

Uranus and Neptune

Uranus und Neptun mit abnehmendem Halbmond, frühmorgens, 15. Juli 2017, Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

Beide äußeren Gasriesen sind während des gesamten Monats Juli bewegte Objekte (s. auch Kontroverse zwischen John Couch Adams, England, und Urbain-Jean-Joseph Le Verrier, Frankreich, Mitte des 19. Jhdts), obgleich Neptun am 1. Juli kurz vor Mitternacht aufgeht. Neptun befindet sich zu diesem Zeitpunkt im Sternbild Wassermann (Aquarius) und Uranus im benachbarten Sternbild Fische, bei einer Helligkeit von +5,8 mag. bzw. +7,9 mag. Bei einer Größe von 3,5 Bogensekunden im Durchmesser gegenüber Neptuns kleineren 2,3 Bogensekunden im Durchmesser ist Uranus leichter am Himmel zu entdecken. Für die Beobachtung beider Planeten sind mindestens Ferngläser nötig, von einem sehr guten Beobachtungsstandort aus kann man Uranus eventuell mit dem bloßen Auge entdecken.

Ende Juli haben beide Himmelskörper ihre Winkelgröße leicht gesteigert, Uranus nach 3,6 Bogensekunden im Durchmesser, und Neptun, der seine Größe minimal im Vergleich zum Monatsanfang gesteigert hat, ist mit +7,8 mag. zusätzlich ein wenig heller geworden.

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Pluto

Der ehemalige äußerste Außenposten unseres Sonnensystems, jetzt ironischerweise eines der inneren Mitglieder der zunehmenden Zwergplanetenpopulation, und das am weitesten von unserer Planetenfamilie entfernte Objekt Pluto wandert am Abend des 10. Juli zur Opposition. Bei +14.2mag benötigt man ein mittleres Teleskop und außergewöhnliche Geduld und genaue Himmelskarten, um es zu finden. Bei 0,1 Bogen Sekunden Durchmesser kann Pluto nicht leicht von einem Stern-Punkt im tiefen Nachthimmel erkannt werden.

Als zeitweiliger „Bewohner“ im Schützen und später in den weiten Sternwolken der Milchstraße dahinter, macht Pluto die Identifizierung sicherlich nicht leichter. Der vernünftigste Weg für die meisten Pluto zu "beobachten" ist nachzustellen, was Clyde Tombaugh, Entdecker von Pluto im Jahr 1930 durchführte. Er fotografieren den Bereich des Himmels um ihn herum und beobachtete die Bewegung des Zwergplaneten gegen den statischen Hintergrund der Sterne. Während Pluto die Beobachter nicht mit wunderbaren Ansichten belohnen wird, ist das Auffinden in vielerlei Hinsicht Belohnung genug - lassen Sie uns wissen, wenn Sie es geschafft haben.

Pluto, Opposition Night

Pluto, Oppositionsnacht, 10. Juli 2017. Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

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Kometen

Beide Kometen, der 2015 ER61 (Pan STARRS) und der C/2015 V2 Johnson, haben jetzt ihren Helligkeits-Zenith überschritten, sollten jedoch im Laufe des Monats Juli weiterhin gut sichtbar bleiben, obwohl das Fehlen einer echten Dunkelheit in einigen Bereichen der nördlichen Hemisphäre die Observierungen etwas behindern könnten.

 

Mit einer Helligkeit von +7,1 mag. zu Beginn des Monats Juli wird die Beobachtung von C/2015 V2 Johnson durch den Dreiviertelmond, der sich jetzt ebenfalls im Sternbild Jungfrau befindet, etwas eingeschränkt. Und obwohl die Helligkeit des Kometen während des weiteren Monatsverlaufes weiter abnimmt, sollte man trotzdem einen Versuch unternehmen, den Kometen herauszufinden, gerade dann, wenn der Mond einmal nicht am abendlichen Himmel zu sehen ist.

Comet 2015 V2 (Johnson) path July 2017

Komet 2015 V2 (Johnson), Bahn im Juli 2017 (Koetenposition am 7. Juli). Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

Der Komet 2015 ER 61 (PanSTARRS) mag ungefähr eine Helligkeitsstufe, oder sogar mehr, blasser sein als C/2015 V2 Johnson, aber es lohnt sich, ihn zu beobachten, falls man ihn unter den Morgensternen des Sternbildes Widder (Aries) entdeckt. Das Leuchtfeuer der Venus als ein Hinweispunkt auf die ungefähre Position des Kometen am Himmel gibt dem Amateur-Beobachter die Möglichkeit, ihn zu entdecken. Besitzer von GoTo-Teleskopen sollten beide Kometen relativ unkompliziert auffinden - das Erfolgserlebnis, die Kometen auf althergebrachte Weise mit einem Paar großzügig dimensionierter Ferngläser ausfindig gemacht zu haben, ist dabei jedoch unleugbar befriedigender.  

Comet 2015 ER61 (PanSTARRS) path July 2017

Komet 2015 ER61 (PanSTARRS), seine Bahn im Juli 2017 (Kometenposition am 15. Juli). Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

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Meteore

 Die Juli-Aquariiden (oder südliche Delta-Aquariiden) (engl.: the Southern Delta Aquariids) sind ein mittelgroßer Sternschnuppenschwarm, dessen Aktivitätsmaximum im letzten Teil des Monats Juli, zwischen dem 27. und 30. Juli, auftritt. Der Zweitname bezieht sich auf die Lage des Radianten nahe beim Stern Delta Aquarii. Während etliche andere Meteorschwärme eine eindeutig festgelegte Nacht ihres Aktivitätsmaximums haben, so scheinen die Trümmerwolken, welche die Delta-Aquariiden füttern, homogener zu sein und auch nicht über den dichten zentralen Kern zu verfügen, der ansonsten andere Meteore versorgt. Es wird angenommen, dass die ursprüngliche Trümmerwolke der Komet 96P/Machholz ist - ein ziemlich mysteriöser Komet, der aufgrund seiner völlig unüblichen Menge an Dicyan (Kohlen-Stickstoff-Verbindung; nur 1,5%) gegenüber anderen Kometen etliche Astronomen zu der Spekulation verleitet hat, dass er eventuell in einem anderen Sonnensystem entstanden ist.

Delta Aquariid over ALMA Array

Delta Aquariiden über ALMA Array - Bildrechte: ESO/C. Malin, Creative Commons

Die Juli-Aquariiden erreichen eine Zenithal Hourly Rate (ZHR) von 15 bis 20 Meteore pro Stunde, und sie liegen damit deutlich unter dem Leistungsvermögen von zum Beispiel dem Perseidenstrom im August oder dem Geminidenstrom im Dezember. Wie auch immer, in diesem Jahr werden die Delta-Aquariiden relativ wenig vom Mondlicht abbekommen und deshalb auch viel besser zu sehen sein. Der Meteorschwarm kann mit bloßem Auge am besten in den ganz frühen Morgenstunden beobachtet werden, und wir möchten Sie dazu ermutigen, den Schwarm mit einer Weitwinkel-Kamera zu fotografieren. Dies ist oft auch die einfachste Art, Astrofotografie zu praktizieren und möglicherweise auch die lohnenswerteste - bei klarem Himmel kann man so etliche Meteorschwärme von Delta Aquariiden aufnehmen.

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Deep Sky-Höhepunkte

In den Sternbildern Schütze (Sagittarius) und Schlangenschwanz (Serpens Cauda)

Der zentrale Bereich der Milchstraße befindet sich im Sternbild Schütze, und dieses Gebiet ist voll von Deep Sky-Wundern. Auf dieser ganz speziellen Reise werden wir einen gemächlichen Spaziergang vom Schwanz der Schlange (welcher traditionell so dargestellt wird, als würde er sich mit dem Nachbarsternbild Wasserträger [Ophiuchus] streiten) hinunter zum Sternbild Schütze unternehmen, die Tierkreiskonstellation, die den Bogenschützen repräsentiert, und in welcher sowohl das Herz unserer Galaxy schlägt als auch die wundervollsten Objekte am gesamten Sternenhimmel zu finden sind.

Sagittarius and Serpens Cauda

Sagittarius und Serpens Cauda. Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

Das erste beachtenswerte Objekt befindet sich in der benachbarten Konstellation des Schlangenschwanzes (lat. Serpens Cauda; engl. the serpent's tail). Es ist der +6,40 mag. helle Sternhaufen mit Nebel M16 - auch bekannt unter dem Namen "Adlernebel" (Eagle Nebula). Dieses Objekt, das berühmt geworden ist durch das Bild "Säulen der Schöpfung" (Pillars of Creation) des Hubble Space Teleskopes kann mit jeder Art von Teleskopen beobachtet werden - aber es gilt natürlich: je größer das Instrument, desto mehr kann man vom Objekt sehen.

"Pillars of Creation" of the interior of the Eagle Nebula

Die berühmten "Säulen der Schöpfung” Hubble Space Telescope Bild vom Inneren des Adlernebels
Bildrechte: NASA/ESA Public Domain.

Der Sternhaufen ist durch den ihn umgebenden Nebel geformt worden, was man durch ein 6-Zoll-Teleskop erkennen kann. Um die "Säulen" zu entdecken, benötigt man ein Teleskop der 12-Zoll-+-Dobson-Klasse, wobei auf jeden Fall OIII- oder UHC-Filter bei der Suche eine große Hilfe sein werden.

Der Adlernebel eignet sich ganz hervorragend für die Astrofotografie. Aufnahmen des Nebels mit der CCD-Technologie (Charge Coupled Device) kommen zwar nicht an die Auflösungsrate von Hubble-Bildern heran, zeigen jedoch schon eine erstaunliche Anzahl übereinstimmender Details.

The Eagle Nebula and Omega Nebula.

Der Adler- und Omeganebel. Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

Weiter südlich von M16, ungefähr knapp unter einem Grad entfernt, liegt ein weiteres großartiges Objekt, das sich wunderbar für die fotografische und visuelle Beobachtung eignet: M17, der Omega- oder auch Schwanen-Nebel (Swan Nebula). Der Nebel wird deshalb so genannt, weil seine Silhouette dem letzten Buchstaben des griechischen Alphabetes gleicht, dem ? (so beschrieben vom britischen Astronomen John Herschel), oder dem namensgebenden Schwan (wobei dieser, von England aus betrachtet, eher kopfüber zu sehen ist). Dieses Wunder der südlichen Ekliptik hat in etwa die gleiche Größe wie der Orion-Nebel, obgleich der Schwanen-Nebel mit 5.000 - 6.000 Lichtjahren ungefähr drei- bzw. viermal weiter entfernt ist. Bei einer Helligkeit von +6,00 mag. kann er mit den meisten Teleskopen und Ferngläsern leicht aufgefunden werden. Leidenschaftliche "naked eye-Beobachter" wollen den Nebel mit bloßem Auge gesehen haben, was allerdings sehr schwierig sein würde, wenn man es von britischem Boden aus versuchte. Aber wie schon beim M16-Nebel: ein Filter-Equipment würde die Beobachtung von M17 erheblich erleichtern.

The Omega Nebula.

Der Omega Nebel. Bildrechte: VST/ES0. Creative Commons

Südlich von M17 liegt der offene Sternhaufen M18, welcher mit einer Helligkeit von +7,0 mag. und seiner lockeren Sternhaufenbildung allerdings ein weniger aufregendes Objekt des Messier-Kataloges darstellt. Weiter südlich in sowohl östlicher als auch westlicher Richtung liegen die offenen Sternhaufen M23 und M25, welche mit +5,50 mag. bzw. +4,59 mag. heller sind als der M18. Noch weiter südlich von diesen beiden Sternhaufen, hinter dem Hauptstern des Sternbildes Schütze, dem Mu oder Polis, liegt der offene Sternhaufen M21, der eine Helligkeit von +5,90 mag. hat.

 

Zweidrittel Grad südlich von M21 liegt der prachtvolle Trifidnebel (Trifid Nebula), ein Emissions- und Reflexionsnebel (von lat. trifidus = dreigeteilt). Dieser Nebel ist eines der am besten zu observierenden Himmelsobjekte und kann leicht mit Hilfe von Ferngläsern oder Teleskopen gefunden werden. Mit einer Helligkeit von +6,30 mag. und einer Breite von einem halben Grad ist der Trifidnebel ein beeindruckender Anblick. Der schrittweise Einsatz größerer Instrumente wird die dunklen Bahnen enthüllen, die dieses Objekt dreiteilen, und UHC- / Ultrablock-Filter werden ebenfalls dabei helfen, diese Strukturen zu isolieren und die H-II-Regionen hervorzuheben 

The Trifid Nebula.

Der Trifidnebel. Bildrechte: ESO. Creative Commons.

Es war das dreigeteilte Muster der dunklen Materie, welches dem Nebel seinen bekannten Namen gab. John Herschel war der erste, der den Nebel als "Dreiteiler" beschrieb, und der Name blieb danach haften, obwohl der Nebel am 5. Juni 1764 zuerst von Charles Messier entdeckt worden war (als M20 im Katalog). Der Trifidnebel liegt ungefähr 5.000 Lichtjahre von uns entfernt, und er ist eine Art Sternenhort für eine ganze Anzahl von Sternen, die ebenfalls diesen hellen, blauen Reflexionsnebel an der nördlichen Grenze des Objekts beleuchten. Die wunderschöne Farbpalette in diesem Objekt und die kontrastreichen dunklen Bahnen verleihen M20 eine erstaunliche Dreidimensionalität und machen es zu einem beständigen Objekt für die Astrofotografie.

The Trifid Nebula and Lagoon Nebula

Der Trifidnebel und Lagunennebel. Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

Eineinhalb Grad südlich des Trifidnebels finden wir die riesige Fläche von M8, dem Lagunennebel (Lagoon Nebula). Mit 4.300 Lichtjahren etwas näher an unserem Planeten als der M20, ist der Lagunennebel aber ein Objekt von titanischen Ausmaßen im Vergleich zum Trifidnebel. M8 ist 1 1/2 Grad lang und über ein halbes Grad breit - das Breitenverhältnis von M8 zu M20 liegt ungefähr bei 3 Vollmonden zu 1 Vollmond. Das ist in etwa vergleichbar mit der Fläche der Orion-Nebel M42 / M43, allerdings bei weniger Helligkeit. Mit noch +6,0 mag. ist M8 ein leicht zu erfassendes Objekt in großen Ferngläsern und kleineren Teleskopen.

Mit einer maximalen Höhe für Europa von 14 1/2 Grad über dem Horizont kann M8 allerdings zu einem kniffligen Beobachtungsobjekt für all diejenigen werden, die keinen klaren südlichen Horizont haben.

Der Lagunennebel. Bildrechte: VST/ES0. Creative Commons

Der Lagunennebel beherbergt zahlreiche Sterne jüngeren Datums, und in dem "Stundenglasnebel" genannten Bereich, der sich im inneren, optisch hellsten Teil befindet, kann man den Prozess der Sternenbildung aktiv miterleben. Es sind diese Sterne, die den Nebel in seiner unverwechselbaren rosa Farbe aufglühen lassen, und die den Lagunennebel zu einem weiteren sehr attraktiven Objekt für die Astrofotografie machen. Die enge Nähe des "Nebelpärchens" von Trifid- und dem Lagunennebel zu den glühenden Sternenfeldern der Milchstraße, die einen spektakulären Hintergrund bilden, stellen ein populäres Weitwinkel-DSLR-Objekt (DSLR = engl. = Digital Single Lens Reflex; deutsch = Spiegelreflexkamera) dar. Für alle Beobachter, die sich in diesem Sommer nach Süden hin orientieren: Setzen Sie diese Pärchen nach ganz oben auf Ihre Fotoliste. Und falls Sie dieses Ziel oder irgendein anderes astronomisches Ziel einfangen sollten, so senden Sie es an info@bresser.de - wir würden uns freuen, es in einem der nächsten Newsletter abbilden zu dürfen.

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Vielen Dank an: Text (im engl. Original) Kerin Smith

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