Testbericht zum Explore Scientific ED127 FCD 100 Apochromatic Refraktor

von Jochen Fehmer

Es ist alles eine Frage des Glases, oder? In dem Fall des Explore Scientific ED127 FCD 100 kann ich diese Frage nur mit einem sehr glasklaren, deutlichen "JA" beantworten. 

Vor zwei Wochen bekam ich das Gerät inklusive dem Flattener ausgehändigt. Wie auch bei jedem Kunden wurde das Gerät intern vor dem Versand komplett überprüft. Dieses Mal hatte ich sehr viel Glück, denn der Wetterbericht versprach gutes Wetter und am selben Abend klarte es tatsächlich auf.

Sofort das Teleskop auf meine Montierung geschraubt und meine Canon EOS 6 D astromodifiziert startbereit gemacht. (Akkus aufladen!) Das Teleskop macht einen sehr soliden Eindruck, die Verarbeitung ist sehr hochwertig. Besonders fiel mir der Hexofoc Auszug auf. Ich kenne ihn und bin von dem Auszug sehr begeistert. Er ist ein 2,5“ Auszug und 10:1 DeLuxe Fokussierer. DeLuxe hat er verdient, das ist er ohne Einschränkungen. Es ist an vielen Teleskopen von Bresser und Explore Scientific verbaut und das aus guten Grund. Er verkippt nicht, er läuft sehr leicht und wenn er festgestellt wird, bleibt er auf dem gewünschten Punkt stehen. Dieses ist sehr wichtig für die Astrofotografie. 

Nun kurz zu den technischen Daten des Explore Scientific ED127FCD100

Durchmesser der Optik sind 127 mm, eine Brennweite von 952mm und einem Öffnungsverhältnis von 7,5. Perfekte Zahlen für ein perfektes Ergebnis, weil die Optik ein Spitzen Glas abrundet. Es ist das neu entwickelte Hoya FCD-100 Glas. Es soll ein Glas sein für höchste Farbtreue und Korrektur. Und das ist es! Die Farbreinheit von dem Glas setzt in der Preisklasse neue Maßstäbe. Das optische Design erreicht einen Polystrehl von 0,97, das ist ein Wert wo man sicher sein kann das der ED127 FCD 100 für höchste Korrektion steht. Nadelspitze Sterne, knackscharfe Planeten, hoher Kontrast und farbreine Abbildungen bis zum Rand sind die Dinge, wo der Käufer sich drauf freuen kann.

Das Gewicht des Explore Scientific ist ebenfalls zum jubeln. 7,7 Kg ist fotografisch von sehr vielen Montierungen locker zu schaffen, die Länge von 80 cm ist nicht zu ausladend und der Durchmesser des Tubus von 18 cm stellen keinerlei Probleme der Balance dar. 

Als ich dann zum ersten Mal durch das Teleskop mir die Plejaden ( M 45 ) angeschaut habe wurde mir sehr schnell klar das alles was in der Beschreibung gestanden hat stimmt. Es war ein so schönes Bild, dass ich als "Astrofotograf" erst mal eine Stunde lang mir unseren Sternhimmel angeschaut habe. Ich benutze das 68 Grad Serie Explore Scientific Okular mit 28mm. Das erste Mal seit Jahren nahm ich mir die Zeit zu "gucken". Die Sterne waren scharf bis zum Rand und einen Farbfehler konnte ich nicht feststellen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich werde es mit Sicherheit wiederholen. Dann wurde es ernst. Die Akkus der Kamera waren aufgeladen und ich befestigte die Canon mittels Bajonett-Verschluss an den ED 127. Laptop angeschaltet und APT gestartet. Als Nachführung benutzte ich den TDM von Explore Scientific. Der ist eine Einheit die den Nachführungsfehler der Montierung enorm reduziert. Dadurch ist eine zusätzliche Guidingkamera und Leitrohr nicht mehr nötig, da der TDM automatisch alle Fehler des RA-Antriebsstranges korrigiert. Eine sehr genaue Einordnung der Montierung ist aber zwingend nötig! Die einmalige Mehrarbeit lohnt sich aber sehr, wenn er läuft läuft er. Eine tolle Sache bei fest stehenden Montierungen. 

Als erstes Objekt nahm ich den Hantel Nebel, M 27. Er stand schon ziemlich tief am Himmel und leider haben die letzten Nächte im Münsterland eine hohe Luftfeuchtigkeit. Doch dieses wunderschöne Objekt sollte das erste Foto werden. Trotz der widrigen Zustände war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Mittlerweile waren die Plejaden hoch genug und damit aus dem Dunst heraus. Ich machte 28 Aufnahmen und schon am Laptop sah ich die super Auflösung. Die Trennung einiger Sterne war enorm. Dieses Teleskop ist auch für Sternwarten ein tolles Gerät, die Doppelsterne beobachten wollen. Ich vergrößerte nach dem Entwickeln der Bilder einen Ausschnitt der sieben Schwestern um zu zeigen wie sauber die Optik ist. 

Zum Abschluss meiner ersten Testreihe entschied ich mich für M 81 und M 82. Der Explore Scientific ED 127 FCD 100 sollte den Rest der Nacht die beiden Objekte aufnehmen. Sie standen nicht optimal, vom Wetter ganz zu schweigen doch ich wusste da kann nichts an der Montierung passieren. Über sechs Stunden wurden daraus. 

Mein persönliches Fazit über den Explore Scientific ED127 FCD 100 nach den ersten Tests:

WOW! Wer das Gerät einmal hat will es nicht wieder hergeben. Er ist mit etlichen erheblichen teureren Teleskopen auf einer Stufe. Klasse!

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