03.11.2021 09:55 Alter: 29 Tage
Kategorie: Start, Astro-News

Von wegen dunkler November: Am Himmel funkeln jetzt die Sterne um die Wette

Der November hat den Ruf als dunkelster Monat im Jahresverlauf. Und der kommt nicht von Ungefähr: Nicht einmal zehn Stunden ist es zu Monatsbeginn noch hell – und die Tageslänge schrumpft weiter dramatisch. Ende November verbleiben gerade noch gute achteinhalb Stunden Tageslicht. Allerdings: (Hobby-) Astronomen haben jetzt mehr als genug Zeit, „ihre“ Sterne zu beobachten. Ab halb sieben Uhr am Abend ist es zu Monatsbeginn dunkel genug, das funkelnde Sternenmeer über unseren Köpfen ausgiebig zu betrachten.

Wie jeden Monat, verrät Ihnen unser Sky Guide auch im November 2021 wie die Sterne (und andere Himmelerscheinungen) stehen. Die Highlights haben wir für Sie zusammengefasst:

Fast alle Sternbilder zu sehen


Fast alle Sternbilder des Tierkreises ziehen in den langen November-Nächten an Ihnen vorbei: Kurz nach Sonnenuntergang befindet sich schon tief im Westen Schütze, gefolgt von Steinbock mit seinen Doppelsternen und Wassermann. Gegen zehn Uhr finden Sie Fische hoch im Süden, daneben Widder. Besonders sehenswert im Südlichen Fisch: Formalhaut. Der riesige Stern ist einer der 20 hellsten Sterne überhaupt, die bei uns am Himmel zu sehen sind. Etwas weiter im Osten befinden sich zu dieser Zeit Stier (mit den Plejaden) und Zwillinge.

Ab etwa ein Uhr beherrscht das Wintersechseck den gesamten Osthimmel und Himmelsjäger Orion mit seinen markanten Gürtelsternen kündet den nahenden Winter an. In der zweiten Nachthälfte tauchen dann auch Krebs und Löwe im Osten auf – und sogar Jungfrau (eigentlich schon wieder ein Frühjahrssternbild) schafft es noch, kurz vor der einsetzenden Morgendämmerung über den Osthorizont zu lugen.

Funkelndes Feuerwerk: Leoniden erhellen dunkle Herbstnächte

Ein himmlisches Feuerwerk dürfen Romantiker im November erwarten: Gleich drei Sternschnuppenströme sind den ganzen Monat über aktiv. Jetzt zu Beginn sind die Orioniden und Tauriden aktiv. Letztere schicken zwar nicht besonders viele Sternschnuppen, nur rund 5 Stück pro Stunde, dafür aber sind die Tauriden für ihre besonders großen, sehr sehenswerten und hellen Sternschnuppen, Boliden genannt, bekannt.

Wenn zwischen dem 7. und 10. November erst die Leoniden und dann die Tauriden auch schon wieder verschwinden, ist die Himmelsbühne frei für die Leoniden. Neben den Perseiden im August sind die Leoniden der vielleicht schönste Sternschnuppenschauer des Jahres. Wenngleich in diesem Jahr kein besonderes Leoniden-Feuerwerk vorhergesagt ist, dürfen Sie dennoch mit 10 bis 20 Schnuppen pro Stunde rechnen. Die beste Zeit ist nach Mitternacht - das Maximum der Leoniden ist übrigens vom 17. auf den 18. November.

Merken Sie sich aber schon einmal den November 2022 vor: Dann könnten mehr als 200 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein. Die Leoniden sind nämlich nichts anderes als Bruchstücke des Kometen Temple-Tuttle – und dieser Komet kreuzt im nächsten Jahr wieder unser Sonnensystem.

Planeten-Highlight Jupiter

Den Planetenreigen am Novemberhimmel eröffnet Venus. Sie ist in der Abenddämmerung knapp über dem Südwesthorizont zu erkennen und leuchtet im Monatsverlauf immer heller. Gegen 19:00 Uhr wird sie abgelöst von Jupiter und Saturn. Die beiden mächtigen Gasriesen beherrschen im Südwesten die erste Nachthälfte. Das Planetenduo ist leicht zu unterscheiden: Der hellere, größere Lichtpunkt ist Jupiter, eine gute Handbreit rechts davon befindet sich der lichtschwächere Saturn.

Einen besonders schönen Anblick gewährt uns Jupiter: Vier seiner Monde, Io, Europa, Ganymed und Kallisto, sind bereits mit einem Fernglas deutlich zu erkennen. Die Monde stehen übrigens jede Nacht in einer anderen Konstellation!

Merkur noch einmal kurz zu sehen

Im Morgengrauen der ersten Novemberwoche gibt Merkur noch einmal ein kurzes Gastspiel. Aufmerksame Beobachter konnten ihn bereits im Oktober am morgendlichen Osthimmel ausmachen. Die schmale Sichel des abnehmenden Mondes hilft Ihnen, Merkur zu finden: Diese steht nur ein Stück über dem kleinen gleißenden Lichtpunkt am Osthimmel. Ab 7. November zieht sich der sonnennächste Planeten unseres Sonnensystems aber zurück und bleibt unseren Blicken verborgen.

Beste Zeit des Jahres für Uranus

Dafür bekommt Uranus seinen Auftritt: Als grünlich schimmernde Murmel ist der ferne Eisriese besonders gut in der Nacht vom 4. auf den 5. November durch ein Teleskop zu beobachten. Denn dann steht er in Opposition zur Sonne und die ganze Nacht über dem Horizont. Die beste zeit des Jahres, Uranus zu beobachten!

Und jetzt heißt es für Sie: Auf zu den Sternen. Ihre ausführliche Reiseroute finden Sie in unserem Sky Guide.