02.04.2021 11:49 Alter: 12 Tage
Kategorie: Bresser, Astro-News, Press, Start, Start

Sternenhimmel im April: Voll auf Frühling eingestellt

Frühlingsbilder, Supermond, 3+1 Planeten – und endlich wieder Sternschnuppen

Die Nächte werden immer kürzer, die Sonne steigt immer höher: Der Frühling ist da! Hobby-Astronomen und Profis müssen sich jetzt deutlich länger gedulden, bis die nächtlichen Himmelsschönheiten gut zu beobachten sind.


Denn jeden Tag in diesem Monat geht die Sonne rund zwei Minuten früher auf und eineinhalb Minuten später unter. Zu Anfang April geht sie gegen sieben Uhr auf, und um etwa 7:45 Uhr unter. Ende des Monats wird es bereits gegen sechs Uhr hell, und erst circa halb neun Uhr dunkel. Die Tageslänge steigt im Monatsverlauf von rund 13 Stunden auf 14 Stunden und 30 Minuten zu Monatsende.


Kurz gesagt: Während es am 1. April noch von 21:30 bis 5:00 Uhr richtig dunkel ist, herrscht am 30. April nur noch zwischen 22:30 und 4:00 Uhr finstere Nacht. Dabei gibt es richtig viel zu sehen – einen Überblick gibt es hier, noch viel mehr Details zum Sternenhimmel im April entnehmen Sie bitte unserem Sky Guide.


Tschüß Winterbilder, Hallo Frühlingsdreieck!


Jede Nacht verabschieden sich die winterlichen Sternbilder mehr und mehr. Wenn gegen 22:00 Uhr finstere Nacht ist, ist Sirius schon gar nicht mehr zu sehen und auch Orion schon so tief im Westen, dass auch der Himmelsjäger kaum noch richtig zu erkennen ist. Dafür haben die Frühlingsbilder mit voller Wucht die Himmelsbühne betreten: Schon gegen Ende der Abenddämmerung stehen Löwe, Jungfrau und Bärenhüter hoch im Süden.


Zu dieser Zeit befindet sich direkt über unseren Köpfen, im Zenit, der Große Wagen. Das markante Sternbild ist auch für Anfänger leicht auszumachen. Verlängern Sie die Deichsellinie des Großen Wagens dreimal und Sie gelangen zum Stern Arktur – einem der vier hellsten Fixsterne unseres Sternenhimmels. Der orangerot leuchtende Arktur ist außerdem Hauptstern in Bärenhüter und bildet gemeinsam mit den bläulich-weiß leuchtenden Spica in Jungfrau sowie Regulus in Löwe das Frühlingsdreieck.


Tief im Nordwesten ist gegen Mitternacht schon die helle Wega, Hauptstern im Sternbild Leier, zu erkennen. Sie kündigt das unvermeidbare an: Den bevorstehenden Sommer. Zwischen Wega und Arktur können Sie eine halbreisförmige Sternkonstellation erkennen: Die nördliche Krone. Ihr hellster Stern ist der blau schimmernde Coronae Borealis.


Endlich wieder Sternschnuppen: Die Lyriden kommen


Genau zur Monatsmitte erwarten wir den Sternschnuppenstrom der Lyriden. Sie sind vom 16. bis 24. April aktiv. Ihren Höhepunkt erreichen die Lyriden in der Nacht vom 22. auf 23. April. Rund 20 Meteore pro Stunde flammen dann am Nachthimmel auf. Die beste Beobachtungszeit ist übrigens zwischen Mitternacht und zwei Uhr morgens – allerdings stört der Mond das Erlebnis in diesem Jahr etwas.


Die Lyriden sind übrigens Überreste des Kometen Thatcher C/1861 G1, die auf einer Umlaufbahn um die Sonne kreisen. Jedes Jahr Mitte April kreuzt die Umlaufbahn der Erde den Kurs dieses Meteorstroms.


Mars am Abend, Planeten-Duo am Morgen – und ein seltener Merkur


Am Abendhimmel ändert sich im Vergleich zum März erst einmal wenig: Der einzige Planet, der mit der Abenddämmerung bis nach Mitternacht sichtbar ist, bleibt Mars. Er wandert im Monatsverlauf von Stier in Zwillinge und bekommt am 17. April Besuch von der zunehmenden Mondsichel. Ein hübscher Anblick, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten.


Dann tauchen am Monatsende am abendlichen Westnordwest-Horizont gegen 20:45 Uhr Venus und Merkur auf. Beide Planten sind nah beieinander: Am 25. April stehen sie nur zwei Mondbreiten entfernt. Während Venus nur langsam höher steigt, ist Merkur viel schneller unterwegs und steht am 27. April senkrecht über Venus. Allerdings ist Venus´ Sichtbarkeit Ende April noch recht schwach – ab Mai begleitet sie uns dann als Abendstern bei immer besser werdender Sichtbarkeit. Merkur hingegen können Sie mit einem Fernglas gut erkennen.


Am Morgenhimmel beherrschen Jupiter und Saturn die Szene. Während es im März noch schwierig war, die Gasplaneten in der Dämmerung auszumachen, zeigen sich beide im April viel günstiger. Der kleinere und leuchtschwächere Saturn geht dabei zuerst auf, ihm folgt Jupiter – Anfang April kurz nach halb sechs Uhr, Ende April bereits kurz vor drei Uhr.


Vorhang auf für den Supermond


Am 27. April ist Vollmond. Und der erscheint in diesem Monat nicht nur größer als sonst: Mit nur 357.380 Kilometer Entfernung ist der Mond der Erde auch extrem nah. Sonst trennen uns im Schnitt gut 30.000 Kilometer mehr vom Erdtrabanten. Da der Mond die Gezeiten beeinflusst, kann es aufgrund der größeren Nähe zur Erde zu Springfluten kommen. Auch ist die Wahrscheinlichkeit für Erdbeben größer.