03.11.2020 14:28 Alter: 24 Tage
Kategorie: Start, Start, Press, Astro-News

Die Highlights in dunklen November-Nächten

Beeindruckender Mars, seltener Merkur zwei Planeten-Duos und funkelndes Feuerwerk

Der November hat nicht zu Unrecht den Ruf als dunkelster Monat im Jahresverlauf: Nicht einmal zehn Stunden ist es jetzt zu Monatsbeginn noch hell – und die Tageslänge schrumpft weiter dramatisch: Ende November ist es gerade noch gute achteinhalb Stunden hell. Das Gute: Es bleibt jetzt wirklich genug Zeit für (Hobby-) Astronomen, „ihre“ Sterne zu beobachten: Schon etwa halb sieben Uhr am Abend ist es zu Monatsbeginn dunkel genug, das funkelnde Sternenmeer über unseren Köpfen ausgiebig zu betrachten.

Am besten werfen Sie gleich einen Blick in unseren Sky Guide für November 2020 – die Highlights gibt’s wie immer hier für Sie zusammengefasst:


Fast alle Sternbilder des Tierkreises ziehen in den langen Nächten an Ihnen vorbei: Kurz nach Sonnenuntergang befindet sich schon tief im Westen Schütze, gefolgt von Steinbock mit seinen Doppelsternen und Wassermann. Gegen zehn Uhr finden Sie Fische hoch im Süden, daneben Widder. Besonders sehenswert im Südlichen Fisch: Formalhaut. Der riesige Stern ist einer der 20 hellsten Sterne überhaupt, die bei uns am Himmel zu sehen sind. Etwas weiter im Osten befinden sich zu dieser Zeit Stier (mit den Plejaden) und Zwillinge. Ab etwa ein Uhr beherrscht übrigens auch das Wintersechseck den gesamten Osthimmel und Himmelsjäger Orion mit seinen markanten Gürtelsternen kündet den nahenden Winter an. In der zweiten Nachthälfte tauchen dann auch Krebs und Löwe im Osten auf – und sogar Jungfrau (eigentlich schon wieder ein Frühjahrssternbild) schafft es noch, kurz vor der einsetzenden Morgendämmerung über den Osthorizont zu lugen.

Planetenpaare und Herrscher Mars


An Mars kommt im November keiner vorbei: Fast die ganze Nacht hindurch begleitet uns unser roter Nachbarplanet. Außerdem können Sie das Paar aus Jupiter und Saturn am Abend und Venus mit Merkur am Morgen gut ausmachen. Gleich nach Sonnenuntergang zeigt sich schon das Duo aus Jupiter und Saturn. Die beiden hellen, eng nebeneinander stehenden Gasriesen sind als leuchtendes Lichterpaar am frühen Abend nicht zu übersehen. Der rechte, größere Planet ist Jupiter, links daneben befindet sich Ringplanet Saturn. Etwa zur gleichen Zeit, hoch im Süden, betritt Mars die Bühne. Er ist, auch nach seiner Opposition im Oktober, noch immer relativ groß und etwa so hell wie Jupiter. Mars ist zu Monatsbeginn die ganze Nacht über am Himmel zu sehen, zu Monatsende bis etwa halb drei Uhr in der Früh.

Seltener Merkur bei heller Venus

Kurz vor dem Morgengrauen um halb sechs Uhr Morgens – Anfang November noch etwas früher, gegen vier Uhr, – übernimmt dann eine alles überstrahlende Venus die Hauptrolle am Nachthimmel. Sie ist mit einer scheinbaren Helligkeit von -4 mag extrem auffällig. Und sie bekommt Besuch: Schon Ende dieser Woche, ab dem 5. / 6. November wird sie von Merkur, dem Sonnennächsten Planeten unseres Sonnensystems für gut zwei Wochen begleitet. Um den 10. November herum erreicht der seine beste Sichtbarkeit – Sie finden ihn ab sechs Uhr links unter Venus. Ein seltenes, kurzes Gastspiel, denn Venus´ Begleiter verabschiedet sich um den 22. November herum langsam schon wieder.

Unser Tipp: Merken Sie sich den 13. November vor. Dann befindet sich die schmale Sichel des abnehmenden Mondes genau zwischen Merkur und Venus.

Funkelndes Feuerwerk: Drei Meteorströme erhellen dunkle Winternächte


Ein kleines Feuerwerk dürfen Romantiker im November erwarten: Gleich drei Sternschnuppenströme sind den ganzen Monat über aktiv. Jetzt zu Beginn, wenn noch die letzten Orioniden und schon die ersten Tauriden ihren Meteorschauer schicken, trübt das helle Mondlicht noch die Beobachtung. Ab dem 10. November wird es aber besser: Dann geht die schmale Mondsichel erst nach Mitternacht auf und Sie haben die ganze erste Nachthälfte Zeit für´s „Wünsche wünschen“, wenn die Tauriden flitzen. Etwa 5 Sternschnuppen pro Stunde dürfen sie erwarten – in manchen Jahren wurden sogar 20 gezählt. Das allein wäre nicht außergewöhnlich. Die Besonderheit der Tauriden sind vielmehr die großen, sehr sehenswerten und hellen Sternschnuppen, Boliden genannt, die die Tauriden vereinzelt schicken.

Das Sternschnuppen-Highlight sind aber die Leoniden, die Ende der Neunziger Jahre und um die Jahrtausendwende herum bis zu tausende winzige Schnuppen pro Stunde hervorgebracht haben. Neben den Perseiden im August sind die Leoniden der vielleicht schönste Schauer des Jahres. Wenngleich in diesem Jahr kein besonderes Leoniden-Feuerwerk vorhergesagt ist, dürfen Sie dennoch mit mindestens 10 bis 20 Schnuppen pro Stunde rechnen. Das Maximum ist übrigens am 17. November.

Und jetzt: Auf zu den Sternen – Ihre ausführliche „Reiseroute“ finden Sie, wie immer, in unserem Sky Guide.


Foto: Der Mars. Fotografiert von unserem Kollegen Marco Hodde, aufgenommen mit dem Vixen VMC 330l.