05.01.2022 11:57 Alter: 17 Tage
Kategorie: Bresser, Astro-News, Start, Press

Funkelnder Winterhimmel im Januar: Alle Planeten, prachtvolle Sternbilder, Sternschnuppenzauber

Der Januar beginnt dunkel – mit nur achteinhalb Stunden Helligkeit sind die Tage zu Monatsbeginn kurz und die Nächte lang genug für Beobachtungen des winterlichen Sternenhimmels. Das ändert sich im Monatsverlauf, denn die Tageslänge wächst zum Ende des Monats um eine Stunde.

Die langen Januarnächte geben Ihnen aber die Möglichkeit, alle Planeten und die Sternbilder des Winters zu sehen. Welche das sind und wann Sie was am Himmel erkennen können, darüber informiert Sie ausführlich unser englischsprachiger Sky Guide für Januar 2022. Die Highlights haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Highlights der Wintersternbilder

Das Wintersternbild schlechthin ist zweifelsfrei Himmelstürmer Orion. Er funkelt am Abend im Südosthimmel. Links über seinen drei Gürtelsternen ist ein zarter orangefarbener Lichtpunkt mit bloßem Auge zu erkennen: Beteigeuze. Die Helligkeit dieses roten Riesen – ein sterbender Stern – verändert sich immer wieder.

Ansonsten zeigen sich jetzt natürlich alle Wintersternbilder in ihrer Pracht: Großer und kleiner Hund, Fuhrmann, Zwillinge und Stier. Letzterer ist mit seinen sieben auffällig hellen Sternen mindestens genauso interessant wie Orion: Es handelt sich um die Plejaden, einen funkelnden Sternhaufen aus mehr als 3000 Sternen, der die Menschen bereits seit tausenden von Jahren fasziniert. Der hellste Stern im Stier ist übrigens Aldebaran – im Volksmund auch das Auge des Stiers genannt. Er ist einer der sechs Sterne des Wintersechsecks und der fünfzehnthellste Stern am Himmel.

Apropos Wintersechseck: Bemerkenswert ist mit Sirius im Großen Hund ein weiterer Stern des Sechsecks. Bei diesem hellsten Fixstern, der von der Erde aus zu sehen ist, handelt es sich eigentlich um ein Doppelsternsystem – einige Astronomen vermuten sogar ein Dreifachsystem.

Die anderen vier Ecken bilden der rechte Fußstern Orions, Rigel, Prokyon im kleinen Hund, Kastor und Pollux in Zwillinge und Capella in Fuhrmann. In Fuhrmann können Sie übrigens bereits mithilfe eines Astro-Fernglases offene Sternhaufen junger Sterne und schöne Nebel wie Flaming Star oder Kaulquappennebel entdecken.

Apropos Nebel: Einen bemerkenswerten Nebel hat auch Himmeljäger Orion zu bieten, den Sie in klaren Nächten und unter idealen Bedingungen mit bloßem Auge erkennen können. Der 1500 Lichtjahre entfernte Orionnebel, unterhalb der Gürtelsterne im Schwertgehänge des Orion, ist eines von mehreren Stern-Entstehungsgebieten in Orion.

Planeten üben sich in Pärchenbildung

Das neue Jahr legt gleich richtig los. Am Abend- und Nachthimmel ziehen alle Planeten unseres Sonnensystems über unseren Köpfen vorbei. Merkur, Saturn und Jupiter stehen im Südwesten hintereinander aufgereiht wie auf einer Perlenkette in der Abenddämmerung. Danach zeigen sich – allerdings nur für geübte Beobachter – Neptun und Uranus. Und in der Morgendämmerung taucht Mars im Südosten am Horizont auf, zu dem sich Mitte des Monats noch eine strahlende Venus gesellt.

Wenn es abends gegen 17.15 Uhr dunkel wird, steht tief im Westen der kleine Merkur und – unmittelbar über ihm – der große Jupiter. Zwischen den beiden schält sich einige Minuten später ein blasser Saturn aus der Abenddämmerung. Seien Sie allerdings schnell: Merkur verabschiedet sich bereits kurz nach halb sechs wieder, Saturn nach 18.00 Uhr. Hinzu kommt: Merkur ist wahnsinnig schnell und ist nur bis 13. Januar am Abendhimmel zu sehen. Danach endet vorläufig die Merkur-Sichtbarkeit: Am 23. Januar zieht der innerste Planet unseres Sonnensystems zwischen Erde und Sonne hindurch.

Wenn sich dann auch Jupiter gegen 21.00 Uhr vom Abendhimmel verabschiedet, bleibt es bis in die frühen Morgenstunden Planeten-technisch erst einmal finster. Mit einem Teleskop können Sie ab halb sieben noch Neptun finden – und zwar nur zwei Handbreit links neben Jupiter. Um Uranus zu entdecken, reicht ein lichtstarkes Fernglas – mit ganz viel Glück, wenn die Nächte klar sind und Sie sich weitab von künstlichem Licht aufhalten, können Sie ihn sogar mit bloßem Auge ausmachen.

Wenn dann gegen 7.00 Uhr der Morgen dämmert, betritt Mars die Himmelsbühne. Zu Monatsanfang ist er noch recht blass und unscheinbar tief am Südosthimmel. Das ändert sich bereits im Monatsverlauf: Dann steht er ab halb sieben Uhr hoch genug, um nicht übersehen zu werden – und hat eine strahlende Begleiterin an seiner Seite. Venus wechselt in der ersten Januarhälfte vom Abend- zum Morgenstern und ist ab Mitte Januar bereits als hell strahlender Lichtpunkt gegen halb acht am Südosthimmel unübersehbar. Ende Januar ist sie bereits gegen 6.00 Uhr links über Mars zu sehen.

Sternschnuppen am Nordost-Horizont

Auch der Januar hält für „Wunschwünscher“ Sternschnuppen bereit: Die Quadrantiden sind zwischen dem 1. und 10. Januar, vorzugsweise in der zweiten Nachthälfte, aktiv. Ihr Maximum haben Sie zwar schon in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar erreicht,  aber auch danach sind noch einige Sternschnuppen zu erwarten, wenn der Himmel klar und mondlos ist. Der Radiant, also der scheinbare Ursprung der Sternschnuppen am Himmel, steht allerdings nur knapp über dem Horizont unterhalb der Deichsel des Großen Wagens.