02.09.2020 10:49 Alter: 24 Tage
Kategorie: Bresser, Start, Start, Press, Start, Start

Hallo Herbst: Sternenhimmel im September

Mit vier hellen Planeten und doppeltem Vollmond


Der Herbst hält Einzug: Langsam aber sicher weicht die Sonne zurück und schon ab neun Uhr am Abend ist es dunkle Nacht. Sternenfreunde freut es, denn endlich bleibt wieder genug Zeit die Schönheiten des Nachthimmels zu entdecken, inklusive lichtschwacher Objekte wie die Milchstraße. Die Highlights im Monat September haben wir hier zusammengestellt, Details und weitere Beobachtungstipps entnehmen Sie bitte unserem Sky Guide für September 2020.


Doppelter Vollmond am 1. und 2. September


Gleich zu Monatsbeginn erwartet uns das erste Highlight: Gleich zwei Vollmondnächte dürfen wir genießen. Streng genommen ist der Mond am Abend des 1. September noch nicht ganz voll, sondern erst am Vormittag des 2. Septembers. Allerdings ist die Mini-Delle des Mondes in der ersten Septembernacht mit bloßem Auge nicht zu erkennen, so dass wir ruhigen Gewissens von zwei Vollmondnächten sprechen können.


Herbstanfang und Tag- und Nachtgleiche fallen drei Tage auseinander


Der September ist Herbstanfang und der Monat der Tag- und Nachtgleiche, doch beide Ereignisse fallen nicht auf den selben Tag. Am 22. September dieses Jahres passiert die Sonne um exakt 15:31 Uhr den Herbstpunkt. Oder anders ausgedrückt: Ihre Bahn schneidet an diesem Tag den Himmelsäquator, die Sonne steht genau senkrecht über dem Äquator. Allerdings ist der Tag noch neun Minuten länger als die Nacht. Tag- und Nachtgleiche ist nämlich erst am 25. September 2020. Wie kommt das? Der obere Rand der Sonnenscheibe ist ausschlaggebend für den exakten Zeitpunkt von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Dieser erscheint erst am 25. dieses Monats in der Früh um 7:05 Uhr über dem Horizont und verschwindet am Abend des selben Tages um 19:05 Uhr unter dem Horizont. Tag und Nacht dauern exakt 12 Stunden. Danach werden die Tage immer kürzer, die Nächte dafür länger. Schon zu Monatsende bleibt es eine viertel Stunde länger dunkel als noch am 22. September. Insgesamt schrumpft die Tageslänge vom 1. September zum 30. September um eine Stunde und vierzig Minuten.


Vier helle und zwei beinah unsichtbare Planeten begleiten uns durch die Nacht


Gleich vier helle Planeten begleiten uns im September durch die Nacht: Am Abend das Duo aus Jupiter und Saturn, gefolgt vom immer heller werdenden Mars, der das Firmament die ganze Nacht beherrscht, und Morgenstern Venus.

Das Zweigespann aus den beiden Gasriesen Jupiter und Saturn strahlt zwar nicht mehr so hell wie noch im Juli, ist aber dennoch deutlich in der Abenddämmerung zu erkennen. Der hellere der beiden ist übrigens Jupiter, der mit seiner scheinbaren Helligkeit von -2,4 mag Saturn (0,5 mag) deutlich überstrahlt. Später, wenn es richtig dunkel und der Horizont klar ist, taucht links neben den beiden Sternbild Steinbock auf, rechts das zarte Band der Milchstraße. Der Star der Nacht ist aber Mars. Er hat sich im August immer weiter gemausert und zeigt sich ab etwa 22:00 Uhr zu Anfang September mit einer scheinbaren Helligkeit von -1,8 mag bereits sehr auffällig. Im Monatsverlauf wird unser Nachbarplanet immer heller und größer – er nähert sich seiner Opposition – und erreicht Ende September eine scheinbare Helligkeit von -2,5 mag, womit er heller als Jupiter strahlt.Übrigens: Mars hat zwei Begleiter. Neptun und Uranus sind allerdings nur etwas für erfahrene Beobachter, denn Sie benötigen schon ein Teleskop, um die beiden äußeren Planeten unseres Sonnensystems beobachten zu können. Sie finden Neptun etwa 3,5 Handbreit über Mars, Uranus etwa 1,5 Handbreit unter Mars.

Ein Planet übertrumpft Mars aber noch in Sachen Helligkeit: Morgenstern Venus, die ab etwa 3 Uhr in der Früh über dem Horizont erscheint, ist mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa -4,2 mag, ausgenommen vom Mond, das hellste Licht am Nachthimmel.


Herbststernbilder beziehen Stellung



Aber auch andere bekommen im September ihren großen Auftritt. Pegasus, Andromeda und Perseus künden den bevorstehenden Herbst an: Hoch im Süden haben die typischen Herbststernbilder bereits um Mitternacht Stellung bezogen und die Sterne des Herbstvierecks – Algenib, Scheat, Markab und Sirrah – sind gut auszumachen. Im Südosten kündet bereits das Wintersechseck, allen voran Orion, die bevorstehende kalte Jahreszeit an, während sich das Sommerdreieck langsam im Südwesten verabschiedet.

Mitte September haben Sie außerdem noch einmal die Chance, die Milchstraße zu bestaunen: Das galaktische Zentrum steht genau über dem Horizont. Die besten Chancen – wolkenloser Himmel vorausgesetzt – haben Sie um den 17 September herum, denn die Neumondnächte lassen ungestörten Blick auf unsere Heimatgalaxie zu.

Was im September 2020 sonst noch alles am Nachthimmel los ist und wann Sie welche Himmelsobjekte beobachten können, entnehmen Sie unserem englischsprachigen Sky Guide.

Sky Guide für September 2020