01.12.2019 10:59 Alter: 13 Tage
Kategorie: Bresser, Astro-News, Start, Start, Press

Planetarisches Stelldichein und himmlisches Feuerwerk

Beobachtungstipps für Dezember

Die Dezembernächte sind lang: Gegen halb fünf Uhr geht die Sonne am Abend bereits unter und zeigt sich erst wieder am nächsten Morgen zwischen halb acht zu Monatsanfang und acht Uhr zu Monatsende. Mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember steht uns zum die längste Nacht des Jahres bevor. Ideale Voraussetzungen also für Himmelsbeobachtungen. Die Highlights im Dezember haben wir zusammengefasst – viel detailliertere Informationen zu Sternen und Himmelsobjekten finden Sie in unserem englischsprachigen Sky Guide für Dezember 2019.


Der Dezember ist der fast perfekt Monat für Planetenbeobachtungen: Außer Jupiter können Sie alle anderen Planeten unseres Sonnensystems, wolkenloser Himmel vorausgesetzt, in den langen Dezembernächten beobachten.


Abendstern Venus wird begleitet von Saturn

Schon in der ersten Abenddämmerung leuchtet tief im Westen die helle Venus. Ab 16:45 Uhr, zu Monatsbeginn für eine gute Stunde, zu Monatsende sogar bis etwa 19:00 Uhr sichtbar, begleitet uns unser innerer Nachbarplanet in den Abend. Links über ihr taucht in den ersten Dezembertagen gegen 17:15 Uhr Saturn auf. Denn erst dann ist es dunkel genug, den Ringplanet zu erkennen. Allerdings müssen Sie schnell sein, denn Saturn zeigt sich nur im ersten Dezemberdrittel: Ab Mitte Dezember ist Saturn schon so blass, dass Sie ein gutes Fernglas benötigen, ihn erkennen zu können. Ein Blick am 11. Dezember in den Abendhimmel lohnt sich aber: Venus zieht ganz dicht unter Saturn hindurch. Während Saturn sich danach langsam vom Abendhimmel verabschiedet – ab 20. Dezember ist er gar nicht mehr zu sehen – leuchtet Venus jeden Abend ein bisschen heller.


Mars und Merkur als Morgensterne


Vor Sonnenaufgang, ab etwa halb sechs Uhr geht im Osten, kündigt unser Nachbarplanet Mars den neuen Tag an. Tief im Südosten ist er als kleiner funkelnder Punkt zu sehen – und er ist nicht allein, sondern wird ab 6:30 Uhr begleitet von Merkur. Im ersten Dezemberdrittel funkelt der kleinste und sonnennächste Planet unseres Sonnensystems links unter Mars sogar noch etwas heller als unser Nachbarplanet.

Dieses Schauspiel dauert bis etwa zum 11. Dezember, denn Merkur geht jeden Tag ein paar Minuten später auf: Am 11. Dezember um 7:10 Uhr und ist dann nur noch für eine knappe halbe Stunde zu sehen, bevor die Sonne aufgeht und es zu hell für Beobachtungen wird.


Neptun und Uranus für geübte Beobachter


Für geübte Beobachter hält der Abendhimmel im Dezember noch ein drittes Planeten-Duo bereit: Die beiden Gasriesen Neptun und Uranus. Ab viertel nach sechs Uhr am Abend steht Neptun hoch im Süden. Sie benötigen aber entweder ein sehr gutes Fernglas oder (noch besser) schon ein Teleskop, um ihn erkennen zu können. Bei Uranus, der Neptun ab etwa halb neun Uhr abends hoch im Süden ablöst, könnten Sie unter Idealbedingungen (sehr dunkle, klare Nächte), Glück haben, ihn mit bloßem Auge auszumachen. Beide Planeten sind aber so weit von der Erde entfernt, dass sie selbst mit einem guten Teleskop nur als kleine Scheiben erkennbar sind.


Himmlisches Feuerwerk zur Monatsmitte und kurz vor Heiligabend

Einen Vorgeschmack auf die bunten Feuerwerke der Silvesternacht liefert der Dezemberhimmel in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember. Dann erreichen die Geminiden, die sich bereits ab 4. Dezember zeigen, ihr Maximum. Mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde sorgen die Bruchstücke des Asteroiden 3200 Phaethon für ein wahrhaft himmlisches Feuerwerk. Bis zum 17. Dezember ist dieser Meteorstrom aktiv. Dummerweise verdirbt der fast volle Mond das Highlight zur Monatsmitte. Nutzen Sie fürs Sternschnuppen gucken deshalb die Nächte bis zum 10. Dezember, da der Mond dann noch dunkel genug ist.

Ein besonderes, himmlisches Weihnachtsgeschenk könnten wir in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember erwarten: Dann erreicht der zweite Meteorstrom im Dezember, die Ursiden, sein Maximum. Normalerweise schickt dieser Sternschnuppenschwarm im Schnitt nur 10 Meteore pro Stunde. Es gab aber in einigen Jahren schon deutlich höhere Fallraten mit bis zu 50 Sternschnuppen pro Stunde.


Sky Guide Dezember 2019 als PDF