04.10.2019 09:45 Alter: 38 Tage
Kategorie: Bresser, Start, Start, Press

Der Sternenhimmel im Oktober

Fünf Meteorschauer, Sternbilder aller Jahreszeiten, ferne Planeten und das seltene Zodiakallicht sorgen für reichlich Abwechslung

Es ist endgültig Herbst, das Wetter wird unbeständiger und die Tage immer kürzer. Im Laufe des Monats nimmt der helle Tag um ganze zwei Stunden ab. Mittags steigt die Sonne gerade noch höher als 30 Grad über den Horizont und Ende des Monats wird es schon um 18.00 Uhr dunkel sein. In der tendenziell trockenen, klaren Herbstluft bleibt dafür Zeit genug zum Sterne gucken – und das lohnt sich im Oktober ganz besonders gut.

Denn weil es lang genug dunkel ist, ziehen im Laufe der Nacht Sternbilder aus fast allen Jahreszeiten über den Himmel: Am Abend zeigen sich tief im Westen noch die letzten Frühlingssternbilder wie Bärenhüter und Nördliche Krone. Weiter im Süden stehen bereits die Sommersternbilder des Sommerdreiecks aus Adler, Schwan und Leier. Derweil gehen am Osthimmel die Sterne des Herbstvierecks auf, gebildet aus den Rumpfsternen Pegasus´, die uns die ganze Nacht hindurch begleiten. Ab der zweiten Nachthälfte lugen dann auch schon die Wintersternbilder, allen voran die drei hellen Sterne Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund und Beteigeuze in Orion, über den Osthorizont.




Aber noch einmal kurz zurück zu den Herbstbildern, denn hier haben wir einen ganz besonderen Beobachtungstipp: Die beiden rund 7500 Lichtjahre entfernten Emissionsnebel Herznebel sowie Seelennebel im „Himmels-W“ Kassiopeia, das jetzt im Oktober senkrecht im Zenit genau über uns steht.

Ferne Planeten

Bei den Planeten erwarten Sie in diesem Monat zwei seltene Gäste. Zwar dominieren auch im Oktober die beiden Gasriesen Saturn und Jupiter den Abendhimmel im Westen und stehen rechts und links neben der senkrecht aufragenden Milchstraße. Zu ihnen gesellen sich in diesem Monat aber auch die beiden Außenplaneten Neptun und Uranus – und die sind fast die ganze Nacht hindurch mit einem Fernglas oder besser noch mit einem Teleskop sichtbar. Unter idealen Bedingungen (es muss ganz dunkel und wolkenlos sein), können Sie Uranus zum Ende des Monats sogar mit bloßem Auge als kleinen Lichtpunkt erkennen.

Seltenes Tierkreislicht

Und wenn wir schon einmal bei seltenen Himmelsereignissen sind, dann hält der Oktober gleich ein weiteres Schauspiel parat: das Zodiakallicht, auch Tierkreislicht genannt. Der zarte Lichtkegel erscheint manchmal ganz früh am Morgen, kurz vor Sonnenaufgang, über dem Osthorizont und ist für ein bis zwei Stunden zu sehen. Um den durch Sonnenlichtreflexion leuchtenden Staub unseres Sonnensystems sehen zu können, braucht es klare Nächte. Suchen Sie sich außerdem einen erhöhten Beobachtungspunkt weit außerhalb von Ortschaften, damit keine Lichtverschmutzung die zarte Erscheinung stört.

Sternschnuppenregen

Nachdem im September die Ausbeute an Sternschnuppen eher gering war, kommen „Wunschwünscher“ jetzt voll auf ihre Kosten: Gleich fünf Meteorschauer senden ein wahres Feuerwerk an Sternschnuppen über den nächtlichen Oktoberhimmel. Jeder einzelne von ihnen ist zwar nicht durch besonders hohe Fallraten gekennzeichnet, da sie aber fast gleichzeitig aktiv sind, dürfen Sie sich in der ersten Monatshälfte auf einen hübschen Sternschnuppenschauer freuen: Zwischen dem 6. bis 10. Oktober sind die Draconiden aktiv und senden ihren vergleichsweise langsamen (und daher gut fotografierbaren) Sternschnuppenregen. Der wird am 10. Oktober von den Tauriden, gleich zwei Meteorströmen, abgelöst. Mit etwas Glück können Sie sogar Leuchtkugeln entdecken – besonders helle Sternschnuppen. Zu diesen drei Sternschnuppenregen gesellen sich noch einige Meteore der Orioniden und der Delta-Aurigiden.

Mehr Beobachtungstipps und ausführliche Informationen zu den im Oktober sichtbaren Sternen, Planten, unserem Mond sowie Deep Sky Objekten erhalten Sie in unserem englischsprachigen Sky Guide. Hier geht’s zum Newsletter.