05.01.2021 11:59 Alter: 57 Tage
Kategorie: Bresser, Astro-News, Start, Start, Press

Helle Sterne, munterer Planetenreigen, prächtige Nebel und funkelnder Sternschnuppenzauber

Der Sternenhimmel im Januar 2021

Sag mir wie die Sterne stehen: Wer unseren monatlichen Sky Guide abonniert hat, weiß bereits, was es wann und wo im Januar 2021 am nächtlichen Sternenhimmel zu entdecken gibt. Für alle anderen geben wir an dieser Stelle einen Überblick.

In den langen Winternächten des Januars – ab etwa 18.00 Uhr ist der Himmel nachtschwarz – gleicht der Nachthimmel einem wahren Sternenmeer. Um diese Uhrzeit stehen zwar noch die Herbststernbilder hoch über unseren Köpfen, doch schon um etwa 21.00 Uhr werden sie von den Wintersternbildern abgelöst. Sie bilden das berühmte Wintersechseck, das weit vor Mitternacht hoch im Süden Stellung bezogen hat.


Markante Wintersternbilder


Besonders markant: Das V-förmige Sternbild Stier, in dessen Zentrum (das Auge) der helle, rötlich schimmernde Aldebaran zu finden ist. Nur ein Stück weiter westlich von Stier wird Ihnen ein verwaschen wirkender Fleck aus mehreren Sternen auffallen. Es handelt sich um die Plejaden, auch Siebengestirn genannt. Tatsächlich handelt es sich dabei nicht nur um die mit bloßem Auge erkennbaren sieben Sterne, sondern um mehr als 3000 Sterne.

Ein weiteres, unübersehbares Wintersternbild ist Orion, der mit seinem rechten Fußstern, dem blauen, massereichen Rigel einen weiteren Stern des Wintersechsecks „beisteuert“. Orions Begleiter, Großer und Kleiner Hund, bilden mit ihren hellen Sternen Prokyon und Sirus zwei weitere Ecken. Sirius ist mit einer scheinbaren Helligkeit von -1,46 mag nicht nur der hellste unter den Sternen der Winterbilder, sondern auch das hellste Objekt überhaupt am Firmament – nach Sonne, Mond und einigen hellen Planeten versteht sich. Kastor und Pollux in Zwillinge und Capella in Fuhrmann schließen das Sechseck. In Fuhrmann können Sie übrigens bereits mit Hilfe eines Astro-Fernglases offene Sternhaufen junger Sterne und schöne Nebel wie Flaming Star oder Kaulquappennebel entdecken.

Apropos Nebel: Einen bemerkenswerten Nebel hat auch Himmelsjäger Orion zu bieten, den Sie in klaren Nächten und unter idealen Bedingungen mit bloßem Auge erkennen können. Der 1500 Lichtjahre entfernte Orionnebel, unterhalb der Gürtelsterne im Schwertgehänge des Orion, ist dabei nur eines mehrerer Stern-Entstehungsgebiete in Orion.


Sternschnuppenzauber vom Mond gestört


Seit dem Wochenende flitzen die Quadrantiden über den Nachthimmel. Der erste Sternschnuppenstrom des Jahres ist eigentlich ein sehr aktiver, der gut 100 Meteore pro Stunde schickt – allerdings erreicht er in diesem Jahr sein Maximum am Tage. Der Vollmond in der ersten Januarwoche tut sein Übriges, selbst in den frühen Morgenstunden kaum Sternschnuppen zu erspähen – es ist einfach zu hell.


Hallo Merkur, Tschüß Saturn, Jupiter und Venus


Nachdem Jupiter im Dezember Saturn überholt hat, hält der Januar noch ein kleines Highlight bereit, bevor es ruhig wird im Planetenreigen. Zu Anfang Januar ist am Abend im Westen das Planetenpaar aus Jupiter und Saturn noch zu erkennen. Am 10. und 11. Januar gesellt sich kurz Merkur hinzu: Die drei Planeten begegnen sich an diesen Tagen in der Abenddämmerung gegen 17.00 Uhr am Südwesthorizont. Mit bloßem Auge ist das Schauspiel allerdings schwer zu erkennen, ein Fernglas schafft Abhilfe. Während Merkur noch bis Monatsende sichtbar bleibt, verabschieden sich Saturn und Jupiter kurz nach dem Zusammentreffen bereits und sind bis Mitte März nicht mehr am Himmel zu finden. Nach dem 29. Januar ist dann auch Merkur nicht mehr zu sehen. Immerhin Mars bleibt uns unübersehbar erhalten, wenngleich er sich in die erste Nachthälfte zurückzieht. Seine beiden Begleiter Uranus und Neptun sind für geübte Beobachter mit einem lichtstarken Fernglas zu erkennen. Und auch Morgenstern Venus legt eine Pause ein: Sie verabschiedet sich am 20. Januar vom Himmel und ist erst im Mai wieder (dann als Abendstern) zu sehen.