Sternschnuppen, seltener Merkur und schöne Nachbarin Andromeda: Das sind die Highlights des Sternenhimmels im Oktober

Der Oktober schenkt uns nicht nur am Tage ein Feuerwerk an Farben, sondern in den immer länger werden Nächten eine wahrhaft üppige Sternenpracht. Denn in der tendenziell trockenen Herbstluft des Oktobers funkeln die Sterne besonders gut – auch lichtschwache Objekte sind jetzt gut zu sehen.

Die Highlights haben wir Ihnen hier zusammengefasst:

Herbst-Bilder funkeln um die Wette

Keine Frage: Die Herbststernbilder beherrschen den nächtlichen Oktoberhimmel. Schon um acht Uhr am Abend ist Pegasus im Südosten an seiner typischen quadratischen Form nicht zu übersehen. Seine vier hellsten Sterne bilden die markante Vierecks-Form, wobei der Stern Sirrah, der die linke obere Ecke markiert, schon zur sich anschließenden Sternkette Andromeda gehört. Und die hält eine besonders schöne Aussicht bereit: Den Blick auf unsere Nachbargalaxie.

Schöne Nachbarin Andromeda

Das als Andromedanebel bekannte Sternensystem können Sie bereits mit bloßem Auge als lichtschwachen Nebelfleck erkennen. Tatsächlich handelt es sich hier um rund 400 Milliarden Sonnen, die in 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung leuchten. Mit einem Fernglas (10x15) machen Sie bereits die beiden kleineren Begleitgalaxien M32 und M110 aus. Wie ein Gesamtkunstwerk erstreckt sich der Andromedanebel dabei fast über das gesamte Gesichtsfeld. An Orten ohne Lichtverschmutzung ist sogar das dunkle Staubband eines Spiralarms erkennbar. Mit einem Teleskop mit einer Öffnung ab 200 mm schauen Sie dann direkt mitten hinein in die Galaxie und erkennen gut die Staubbänder und hellen Sternhaufen.

Herz und Seele in Kassiopeia

Es lohnt sich, den Blick noch etwas weiter zu heben und hoch über Pegasus und Andromeda zu schauen: Dort hat im Laufe der ersten Nachthälfte, senkrecht im Zenit, Kassiopeia – das Himmels-W – Stellung bezogen. Unser Tipp für Deep Sky Beobachtungen: Herz und Seele von Kassiopeia, also die beiden hellen Emissionsnebel Herznebel und Seelennebel.

Winter-Ausblicke am frühen Morgen

Dass der Winter nicht mehr allzu fern ist, zeigen die frühen Morgenstunden. Dann sind nämlich hoch im Südosten bereits die Sterne des Wintersechsecks aufgezogen. Bereits jetzt schon auffällig ist Himmelsjäger Orion und der hell funkelnde Sirius im Großen Hund. In den langen Oktobernächten können Sie fast alle Sternbilder des Tierkreises erkennen – ausgenommen Waage und Skorpion. Im Stier – dessen rot leuchtender Stern Aldebaran schon zum Wintersechseck gehört – entdecken Sie außerdem gleich zwei offene, berühmte Sternhaufen: die Plejaden sowie die Hyaden.

Großer Waagen verschwindet

Ein Sternbild verschwindet in diesem Monat übrigens (fast) vom Nachthimmel: Der Große Wagen. Das auffällige Sternbild hat jetzt seinen tiefsten Punkt am Nordhimmel erreicht und steht so tief über dem Horizont, dass er kaum noch zu sehen ist.

Die Draconiden kommen: Sternschnuppen voraus

Romantiker sollten sich gleich Anfang des Monats Zeit für einen Blick Richtung Himmel nehmen. Denn zwischen dem 4 und 8. Oktober flitzen die Sternschnuppen des Delta-Draconiden-Stromes. Sie sind Bruchstücke des Kometen 21P/Giacobini-Zinner, scheinen aber aus dem Sternbild Drache zu kommen. Und da der im Oktober hoch am Himmel steht, sind die Draconiden die ganze Nacht hindurch sichtbar.

Planeten im Oktober: Merkur ist wieder da!

In der ersten Nachthälfte gut sichtbar sind die beiden Gasriesen Saturn und Jupiter. Im Monatsverlauf zieht sich Jupiter jedoch immer weiter zurück und verschwindet Ende Oktober bereits gegen 1.00 Uhr am Morgen am südwestlichen Horizont.

Unser besonderer Beobachtungstipp: Verpassen Sie nicht den 14. Oktober: Gegen 20.00 Uhr steht die Sichel des zunehmendes Mondes am Südhorizont genau zwischen Jupiter und Saturn und bildet mit beiden Gasriesen ein auffallendes Dreigestirn.

Dafür lässt sich mit Merkur ein eher seltener Gast am Nachthimmel – oder besser: in der Morgendämmerung – blicken: Ab dem 20. Oktober lugt der kleinste Planet unseres Sonnensystems ab etwa 6.15 Uhr ganz knapp über den Osthorizont. Er steigt rasch höher und ist schon eine gute viertel Stunde später gut zu erkennen. Gegen 7.30 Uhr wird es für Merkur aber zu hell und er verblasst im zunehmenden Sonnenlicht.

Und was machen unsere unmittelbaren Nachbarplaneten? Nun, Mars erreicht Anfang Oktober seine Konjunktion mit der Sonne und zeigt sich auch im Oktober nicht am Nachthimmel. Venus hingegen bleibt uns als Abendstern erhalten und ist in der Abenddämmerung tief am Südhorizont zu erkennen.

Auch die beiden weit entfernen Eisplaneten unseres Sonnensystems, Neptun und Uranus, sind im Oktober gut zu erkennen – allerdings benötigen Sie dafür ein Teleskop. In der ersten Nachthälfte können Sie dann im Sternbild Wassermann, etwas unterhalb von Pegasus, die blaue Murmel des Neptun beobachten. Seien Sie aber nicht zu enttäuscht: Selbst mit einem besseren Teleskop ist Neptun nur als blauer Winzling zu erkennen – er ist einfach zu weit von der Erde entfernt. Den lichtschwachen, grünlich schimmernden Uranus machen Sie im Sternbild Widder aus. Theoretisch ist Uranus gerade so mit bloßem Auge erkennbar – dafür bräuchten Sie aber beste Umgebungsbedingungen (keine Lichtverschmutzung, wolkenloser Himmel, leicht erhöhter Standort).

Wir wünschen viel Spaß beim Beobachten des Oktober-Himmels und spannende Entdeckungen. Bleiben Sie neugierig!