Unser Sky Guide für April ist da!

Planetenschnur am Morgen, Sternschnuppen und Galaxien über Galaxien: Der Frühlingshimmel im April hat einiges zu bieten

Es ist April und der Frühling kommt mit voller Wucht – in der Natur und am Nachthimmel. Das heißt für Hobbyastronomen und Sternegucker: Schnell sein, denn die Nächte werden immer kürzer. Jeden Tag in diesem Monat geht die Sonne rund zwei Minuten früher auf und eineinhalb Minuten später unter.
Anfang Monats geht sie etwa zehn Minuten vor 20:00 Uhr unter – Ende des Monats erst gegen halb Neun am Abend. Es bleibt also immer weniger Zeit für Beobachtungen. Die astronomische Dämmerung beginnt Anfang April kurz nach 21.00 Uhr, am Monatsletzten genau eine Stunde später. Das ist die Zeit, zu der die hellsten Sterne und Sternbilder zu sehen sind. Richtig dunkel ist es jeweils erst eine Stunde später. Dann beginnt die Zeit für die Beobachtung lichtschwacher Objekte bzw. Deep Sky Beobachtungen.
An dieser Stelle haben wir die Highlights des April-Himmels zusammengestellt. Details entnehmen Sie bitte unserem Sky Guide für April 2022, den wie hier veröffentlicht haben.

Mondlose Nächte Anfang und Ende des Monats nutzen

Der April beginnt gleich mit Neumond. Am 5. April gegen 22.30 Uhr ist der Mond gerade durch das Goldene Tor der Ekliptik hindurchgezogen und befindet sich zwischen dem Sternhaufen der Hyaden und Plejaden. Ein lohnenswerter Anblick!
Bis zum 6./7. April sind die dunklen, (fast) mondlosen Nächte perfekt für die Beobachtung lichtschwacher Objekte - wenn das Wetter Ihnen keinen Strich durch die Rechnung macht. Danach vereitelt der immer heller werdende Mond die ein oder andere Beobachtung. Wer jetzt zu Monatsanfang kaum Chancen auf einen wolkenfreien Himmel hat, kann es ab dem 23./ 24. April noch einmal versuchen. Auch dann stört das Licht des abnehmenden Monds nicht mehr.

Planetenreigen am Morgen

Die April-Abende sind eher nicht für Planetenbeobachtungen geeignet. Mit ein bisschen Glück können erfahrene Beobachter Uranus zu Beginn des Monats finden, bis er von der Bildfläche verschwindet. Immerhin ist dann ab Mitte April der seltene Merkur als Abendstern in der Abenddämmerung gut zu sehen.
Das Highlight folgt am Morgenhimmel. Und da tut sich bei den Planten im April so Einiges – früh aufstehen müssen Sie allerdings, um vom Planetenreigen etwas mitzubekommen: In den frühen Morgenstunden stehen zunächst nur drei, später im Monat vier, helle Planeten, aufgereiht wie auf einer Perlenschnur, im Osten bzw. Südosten. Den Anfang macht Venus um kurz vor sechs Uhr, rechts neben ihr folgt Mars, darunter der helle Saturn. Ab Mitte April gesellt sich Jupiter dazu, den Sie dann links unter Venus finden werden. Ab dann lautet die „planetarische Reihenfolge“ am östlichen Morgenhimmel Jupiter, Venus, Mars, Saturn.

Besonderer Beobachtungstipp: 25. April

Merken Sie sich den 25. April vor. In den frühen Morgenstunden gegen 5.30 Uhr zeigt sich eine besonders schöne Konstellation am Himmel. Alle 4 hellen Planeten und der Mond sind mit Blickrichtung Südosten, also aufgehender Sonne, zu sehen: Ringplaneten Saturn, darunter der abnehmende Mond, links von Saturn Mars, etwas niedriger von Mars Venus, der Jupiter folgt.

Merkur bei den Plejaden

Bleiben wir gleich mal am 25.April – dieses Mal aber am Abendhimmel. Wenn Sie gegen 21.30 Uhr den Blick Richtung Nordwesten werfen, entdecken Sie dort Merkur unterhalb der Plejaden. Eine Hälfe Merkurs wird von der Sonne beschienen, die andere liegt im Schatten – vergleichbar mit einem Halbmond. Im Teleskop können Sie das wunderschön sehen. Drei, vier Tage später, am 28. und 29. April, steht Merkur dann ganz dicht bei den Plejaden – es dürft ein interessanter Anblick sein.

Frühlingsdreieck hoch im Süden

Die Wintersternbilder verabschieden sich langsam aber sicher vom Nachthimmel. Wenn gegen 22:00 Uhr finstere Nacht ist, ist Sirius schon gar nicht mehr zu sehen und auch Orion ist schon so tief im Westen, dass auch der Himmelsjäger kaum noch richtig zu erkennen ist. Dafür haben die Frühlingsbilder mit voller Wucht die Himmelsbühne betreten: Schon gegen Ende der Abenddämmerung stehen Löwe, Jungfrau und Bärenhüter hoch im Süden.
Zu dieser Zeit befindet sich direkt über unseren Köpfen, im Zenit, der Große Wagen. Das markante Sternbild ist auch für Anfänger leicht auszumachen. Verlängern Sie die Deichsellinie des Großen Wagens dreimal und Sie gelangen zum Stern Arktur – einem der vier hellsten Fixsterne unseres Sternenhimmels. Der orangerot leuchtende Arktur ist außerdem Hauptstern in Bärenhüter und bildet gemeinsam mit den bläulich-weiß leuchtenden Spica in Jungfrau sowie Regulus in Löwe das Frühlingsdreieck.
Tief im Nordwesten ist gegen Mitternacht schon die helle Wega, Hauptstern im Sternbild Leier, zu erkennen und kündigt den bevorstehenden Sommer an. Zwischen Wega und Arktur können Sie eine übrigens noch eine halbreisförmige Sternkonstellation erkennen: Die nördliche Krone. Ihr hellster Stern ist der blau schimmernde Coronae Borealis.

Deep Sky Beobachtungen: Frühlingszeit ist Galaxien-Zeit

Zu kaum einer anderen Zeit können Sie so viele Galaxien wie im April entdecken. Vor allem im Bereich zwischen Löwe, Haar der Berenike und Jungfrau befindet sich eine große Anzahl an Galaxien. Darunter M87 – eine Supergalaxie, in der sich sogar ein schwarzes Loch befindet. Außerordentlich schön ist auch NGC 4565 – allerdings brauchen Sie schon starkes Teleskop, um die Besonderheit dieser Galaxie zu erkennen: Die 56 Millionen Lichtjahre entferne Galaxie ist nämlich von der Seite sichtbar. Leichter zu finden ist dagegen der schöne Kugelsternhaufen M3 zwischen Arktur in Sternbild Stier und dem Haar der Berenike.
Apropos Löwe: Hier befindet sich das bemerkenswerte Leo-Triplett, eine kleine Gruppe aus drei nebeneinander liegenden Galaxien.
Im Sternbild Herkules ist dann der vielleicht schönste Kugelsternhaufen M13 zu finden. Diese Galaxie, auch Herkuleshaufen genannt, ist sehr hell und besteht aus etwa einer halben Millionen Sterne. Auch in kommenden Monaten, wenn Herkules noch höher am Himmel steigt, ist M13 bereits gut mit einem Fernglas erkennbar.

Sternschnuppen voraus

Die Lyriden bescheren uns im April den ersten großen Sternschnuppenschauer des Jahres. Der Meteorstrom ist vom 14. bis 30. April aktiv und erreicht seinen Höhepunkt am Abend des 22. April. Zwischen 14 und 23 Sternschnuppen pro Stunde flitzen dann über das Firmament. Allerdings stört der Mond in diesem Jahr etwas: Am 16. April ist Vollmond, so dass der abnehmende Halbmond noch zu hell sein könnte. Die beste Zeit zum Sternschnuppen zählen ist deshalb zwischen Mitternacht und Mondaufgang gegen halb vier in der Früh.