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Ein Strand voller Müll und mit besonderem Sand

Am nächsten Morgen wollen wir am Strand in der Nähe des Hotels nach einer besonderen Probe für das Mikroskop suchen. Dort angekommen, liegt der gesamte Strand voller Plastikmüll, durch den man sich nur mühsam den Weg zum Wasser bahnen kann. Der größten Teil des Mülls sind Getränkeflaschen, man sieht aber auch viel Abfall aus der Fischerei. Kaputte Netze und Leinen, losgerissene Bojen und Fender aus Styropor liegen verstreut am Spülsaum. Das meiste wird durch die Strömung aus anderen Ländern hier angespült. Eigentlich möchte man hier möglichst schnell verschwinden. Trotzdem packen wir eine Handvoll Sand ein, vielleicht lässt sich ja doch etwas Interessantes darin finden...

Kurz vor der Rückreise, wir sind schon wieder auf Ishigaki, können wir endlich die Sandprobe mit einer starken Lupe untersuch. Sie sind nicht so häufig wie erhofft, aber es finden sich doch einige Körnchen vom weltberühmten Sternensand darin. Diese Sandkörner, wie ein Stern geformt, sind eigentlich die Kalkskelette von Einzellern, genauer von Kammerlingen (Foraminiferen). Die 10.000 Arten bilden eine gewaltige Formenvielfalt aus, aber die kleinen Sterne (Baculogypsina sphaerulata) und wie eine Sonne geformten Schalen (Calcarina sp.) sind in größerer Anzahl nur auf Iriomote zu finden. Genau dafür ist diese Insel und der eigentliche Sternensand-Strand (Hoshisuna no Hama) im Norden der Insel berühmt. Die Foraminiferen leben im Riff und in den Seegraswiesen und werden bei Sturm an den Strand gespült. Der Sternensand hat uns auf diese Reise neugierig gemacht, und der Sternenhimmel über dem Urwald bietet eine traumhafte Kulisse zum Abschluss der Reise. Es ist toll, wenn man zwei Leidenschaften – Astronomie und Mikroskopie – so wunderbar verbinden kann. Wo sonst kann man schon mal Sterne unter dem Mikroskop betrachten?

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