Sky Guide für September

Monatliche Himmelsschau September 2018

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Sky Guide

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Bitte beachten Sie die Zeitangaben:
BST British Summer Time (Sommerzeit) + 1 Stunde = MESZ Mitteleuropäische Sommerzeit
00:00 – 12:00 Uhr = AM
12:00 – 00:00 Uhr = PM

Der September bringt das Herbstäquinoktium ( Tagundnachgleiche) für die nördliche Hemisphäre und das Frühlingsäquinoktium für die südliche Hemisphäre. Dieses Jahr finden diese Ereignisse am 23. September statt, wo Tag und Nacht für kurze Zeit nahezu gleich lang sind. Diese Gleichheit von Dunkelheit und Licht hängt wirklich davon ab, wo man sich befindet, denn es gibt nur wenige Orte auf der Erde am 23. September, wo Tag und Nacht wirklich gleich lang sind. Entscheidend ist jedoch, dass der 23. den Punkt markiert, an dem die Sonne in die südliche Himmelshalbkugel übergeht - was für uns in der nördlichen Hemisphäre immer längere Dunkelstunden als Licht bedeuten; und natürlich immer weniger Dunkelheit für diejenigen in den südlichen Regionen unseres Planeten, die gleichzeitig ihre Frühlingsäquinoktium erleben. Viele Menschen, für die die Astronomie nur von vorübergehendem Interesse ist, werden den Mangel an Tageslicht in der nördlichen Hemisphäre beklagen - das Gleiche kann (aller Wahrscheinlichkeit nach) nicht von den vielen Lesern dieses Sky Guide gesagt werden. Für uns Astronomen hat der Tauchgang in Richtung Winter seine Vorteile. 

Wie immer gibt es in diesem Monat viel zu sehen am Himmel über uns....

Das Sonnensystem

Der Mond

Der Mond beginnt den September im Sternbild Stier (Taurus), am Abend des 1. September kurz vor 22.30 Uhr BST als abnehmender Dreiviertelmond.

Der Mond erreicht das letzte Viertel am 3. September, wobei er sich noch im Sternzeichen Stier befindet.

Der Mond erreicht seinen Neumondstatus am 9. September, wobei er sich im Sternzeichen Löwe (Leo) der Sonne anschließt; danach wird er zu einem abendlichen Objekt. Am Abend des 12. Mai ist es möglich, den sehr schlanken Neumond zu beobachten, der sich kurz nach Sonnenuntergang etwa 9 Grad über der Venus im Sternbild Jungfrau (Virgo) befindet. Am nächsten Abend finden wir den Mond 6 1/2 Grad nordwestlich von Jupiter, beide Objekte befinden sich im Südwesten bei Sonnenuntergang. 

Der Mond, Venus und Jupiter, Sonnenuntergang, 12. September.

Der Mond, Venus und Jupiter, Sonnenuntergang, 12. September. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Der Mond erreicht sein erstes Viertel (zunehmender Halbmond) am 17. im Sternbild Schütze (Sagittarius). An diesem Abend befindet sich der Mond in der Nähe von Saturn, ca. 1 1/2 Grad nordöstlich des Ringplaneten.

Der Mond wird am 25. zum Vollmond; er befindet sich dabei im nicht-zodiakalen Sternbild Walfisch (Cetus). Dies ist dann natürlich nicht der ideale Zeitpunkt im Monat für Deep-Sky-Beobachtungen und Aufnahmen. 

Der Mond beendet den Monat September als zunehmender Dreiviertelmond im Sternbild Stier.

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Der Mond beendet den Monat September als zunehmender Dreiviertelmond im Sternbild Stier.

Am 1. des Monats ist Merkur ein morgendliches Objekt, -0,8 mag. hell, 6,3 Bogensekunden im Durchmesser groß und mit einer Phase von 65,6%. Es steht bei Sonnenaufgang 14 Grad hoch am Morgenhimmel (beobachtet von 51 Grad Nord) im Sternbild Löwe. Anfang September ist der Planet um knapp 17 Grad von der Sonne getrennt. 

Merkur, Sonnenaufgang, 1. September.

Merkur, Sonnenaufgang, 1. September. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Merkur hat die maximale westliche Elongation hinter sich gelassen und bewegt sich nun zurück zur Sonne, wobei er sich im Laufe der Zeit aufhellt, aber immer schwieriger zu beobachten ist. Bis zur Monatsmitte finden wir Merkur bei -1,5 mag. Helligkeit, einer Größe von 5 Bogensekunden im Durchmesser und zu etwa 98% beleuchtet. Der Planet steht bei Sonnenaufgang nur 4 3/4 Grad hoch im Osten, was es trotz seiner relativen Helligkeit sehr schwierig macht, ihn zu beobachten. 

Merkur erreicht die Obere Konjunktion (die entgegengesetzte Seite der Sonne, von unserer Erd-Perspektive aus betrachtet) am 21. September, kurz vor der Herbst-Tag-und-Nachtgleiche der Sonne. Danach taucht er als Abendobjekt wieder auf, bleibt aber verständlicherweise für eine Weile unbeobachtbar. 

Merkur beendet den September im Sternbild Jungfrau am Abendhimmel und ist dabei  7 1/2 Grad von der Sonne getrennt. Aus der Perspektive der nördlichen Hemisphäre ist dies kein guter Zeitpunkt, um den -0,9 mag. hellen und 4,8 Bogensekunden im Durchmesser großen Planeten zu beobachten, da er bei Sonnenuntergang knapp 2 Grad hoch am Himmel steht (beobachtet von 51 Grad N). Den Beobachtern der südlichen Hemisphäre geht es mit Merkur am Abend um diese Jahreszeit wesentlich besser, da hier der Teil der Ekliptik in einem viel steileren Winkel liegt als bei uns Nordländern - was den Abstand des Planeten vom Horizont aus erhöht.

Venus

Zu Beginn des Monats findet man Venus im Sternbild Jungfrau, 1 1/3 Grad südlich von Spica, Alpha Virginis, dem hellsten Stern im Sternbild Jungfrau, mit einer beeindruckenden Helligkeit von -4,4 mag. Es ist schade für die Beobachter in der gemäßigten nördlichen Hemisphäre, dass der Planet bei Sonnenuntergang nur tief am Himmel steht - bei etwas über 7 Grad hoch (beobachtet von 51 Grad N). Der Planet zeigt sich zu diesem Zeitpunkt als eine 29,5 Bogensekunden im Durchmesser große und zu 40% beleuchtete Scheibe. 

Venus, Sonnenuntrgangt, 1.September.

Venus, Sonnenuntrgangt, 1.September. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Venus hat seine größte östliche Ausdehnung hinter sich und nähert sich der Erde auf seiner schnelleren inneren Umlaufbahn, dabei immer heller werdend. Bis Mitte September ist der Planet noch im Sternbild Jungfrau zu finden, hat sich aber jetzt auf eine –4,5 mag. blendend helle und mit 36,2 Bogensekunden im Durchmesser große Scheibe vergrößert (jetzt größer als der benachbarte Jupiter), mit einer 30%igen Phase. Bei Sonnenuntergang (beobachtet von 51 Grad N) steht er auf der für Beobachtungen schwierigen Höhe von 4 1/2 Grad.

Ende September befindet sich Venus im äußersten Westen des Sternbildes Waage (Libra) mit einer fast maximalen Helligkeit von -4,6 mag. Der Planet präsentiert sich als eine sicheldünne (zu 17,5% beleuchtete) Scheibe, und er steht nun praktisch auf einer Linie mit der Sonne. Venus steht bei Sonnenuntergang knapp über 1 Grad hoch im Westen (beobachtet von 51 Grad N).

Mars

Der Mars beendete seinen scheinbaren retrograden Zyklus innerhalb der Ekliptik - er schien sich innerhalb seiner Orbitalebene nach Westen zu bewegen, wie es von der Erde aus erscheint (und nicht nach Osten, wie es die meisten Planeten zu tun scheinen), Ende August. Von diesem Punkt an wird der Planet innerhalb der Ekliptik weiter nach Norden klettern - ein allmählicher Prozess. Am 1. September wird Mars im westlichen Bereich des Sternbildes Steinbock (Capricornus)  mit einer Helligkeit von -2,1 mag. und einer Größe von 20,7 Bogensekunden im Durchmesser zu finden sein. Der Planet wird nun bei seinem Durchgang, der um 22.25 Uhr BST stattfinden wird,12 3/4 Grad hoch stehen (beobachtet von 51 Grad N).

Mars, später Abend am 1. September, mit Phobos bei größter östlicher Elongation.

Mars, später Abend am 1. September, mit Phobos bei größter östlicher Elongation. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Bis zur Monatsmitte ist Mars auf 18,3 Bogensekunden im Durchmesser und gleichzeitig auf -1,7 mag. an Helligkeit geschrumpft, während sich unsere Erde auf ihrer schnelleren inneren Umlaufbahn vom Roten Planeten entfernt. Zu diesem Zeitpunkt wird Mars 14 Grad hoch am Transitpunkt stehen (beobachtet von 51 Grad N), den er um 21.39 Uhr BST erreichen wird.

Bis Ende des Monats wird Mars noch weiter auf -1,3 mag. Helligkeit zurückgehen und auch an Größe auf 15,8 Bogensekunden im Durchmesser schrumpfen. Der Planet steht nun 16 Grad hoch am Transitpunkt (beobachtet wieder von 51 Grad N), den er kurz vor 21 Uhr BST erreichen wird.

Jupiter

Zu Beginn des Monats ist Jupiter ein -1,8 mag. helles Objekt im Sternbild Waage und zeigt sich als eine Scheibe von 34,7 Bogensekunden im Durchmesser. Der Planet wird bei seinem Durchgang, der um 17.17 Uhr geschieht (BST, beobachtet von 51 Grad N), etwas über 23 1/2 Grad hoch stehen. Der Planet wird um 21.55 Uhr untergehen, ein Hinweis darauf, wie eng das Fenster für Jovianische Beobachtungen ist. 

Jupiter mit Io und Europa sowie Doppelschatten des Doppeltransits, 3. September, Sonnenuntergang

Jupiter mit Io und Europa sowie Doppelschatten des Doppeltransits, 3. September, Sonnenuntergang (7.42pm BST). Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Im Laufe des Monats wird dieses Fenster immer kleiner werden. Sobald wir die Monatsmitte erreicht haben, hat Jupiter um 16.30 Uhr seinen Durchgang und geht kurz nach 21.00 Uhr unter - kurz vor der aktuellen astronomischen Dämmerung. 

Ende September hat Jupiter eine Helligkeit von -1,8 mag. und eine Größe von 32,6 Bogensekunden im Durchmesser. Der Planet geht nun kurz vor 11.12 Uhr auf und hat seinen Durchgang um 15.42 Uhr (beobachtet von 51 Grad N). Da er jetzt um 20.12 Uhr untergeht, bietet Jupiter nur eine flüchtige Gelegenheit zur Beobachtung während der Zeit nach Sonnenuntergang - und während es durchaus möglich ist, Jupiter tagsüber zu beobachten, liegen die besten jovianischen Beobachtungsmöglichkeiten für 2018 nun hinter uns.

Saturn

Am 1. September ist Saturn ein +0,4 mag. helles und 17,3 Bogensekunden im Durchmesser großes Objekt im Sternbild Schütze. Der Planet wird kurz nach 16.30 Uhr aufgehen und seinen Durchgang kurz vor 20.30 Uhr haben, wobei er knapp unter 16 Grad hoch im Süden am Himmel steht (beobachtet von 51 Grad Nord).

In der ersten Septemberwoche stellt der Saturn seinen rückläufigen Weg (retrograde path) durch die Ekliptik ein und beginnt seinen regulären (prograde motion) West-Ost-Lauf vor dem Sternenhintergrund.

Die Monatsmitte findet Saturn immer noch bei +0.4 mag. Helligkeit, aber mit einem Durchmesser von 16.9 Bogensekunden ist er ein wenig geschrumpft. Saturn hat begonnen, ein wenig in der Ekliptik zu sinken, was schon vor Wiederaufnahme des regulären Laufes begonnen hatte, aber dieser Umstand hat keinen Einfluss auf seine Winkelhöhe am Transitpunkt, da der Planet immer noch knapp unter 16 Grad hoch am Himmel steht (beobachtet von 51 Grad N). Der Durchgangspunkt wird kurz nach 19.30 Uhr (BST) erreicht, und der Planet geht um 23.30 Uhr unter (wieder beobachtet von 51 Grad N, BST).

Saturn und innere Monde, früher Abend, 15. September.

Saturn und innere Monde, früher Abend, 15. September.

Bis zum Ende des Monats hat sich bei Saturn nicht viel geändert. Die Helligkeit ist auf +0.5 mag. gesunken, und die Größe hat sich minimal nach 16,5 Bogensekunden im Durchmesser verkleinert. Der Planet erreicht den Transitpunkt um 18.36 Uhr (BST), wenn er im Süden knapp 16 Grad hoch steht. Er wird kurz nach 22.30 Uhr (wieder beobachtet von 51 Grad N, BST) untergehen. Das Fenster für die abendliche Beobachtung des Saturn schließt sich nun - also nutzen Sie es, solange Sie können.

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Uranus und Neptun

Neptun erreicht seine Opposition am 7. September 2018. Während eine Opposition einen großen Unterschied zur scheinbaren Helligkeit der großen äußeren Planeten macht, ist für Neptun leider das Gegenteil der Fall. Der Planet hat immer noch die gleiche Helligkeit wie in den letzten Monaten, +7,8 mag., und eine Größe von 2,4 Bogensekunden im Durchmesser (eine minimale Verbesserung gegenüber den 2,3 Bogensekunden des letzten Monats). Am Oppositionsabend ist Neptun 3,4 Milliarden km von der Erde entfernt, und die Lichtlaufzeit vom entferntesten "tatsächlichen" (achten Planeten, 1846 vom deutschen Astronomen Johann Gottfried Galle entdeckt) Planeten des Sonnensystems beträgt unglaubliche 4 Stunden. 

Neptun und Triton, relative Positionen, Oppositionsnacht (Norden ist oben)

Neptun und Triton, relative Positionen, Oppositionsnacht (Norden ist oben). Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Neptun kann relativ leicht in ausreichend starken Ferngläsern gefunden werden, aber es braucht ein Teleskop mit hoher Vergrößerung, um den Planeten als Scheibe darzustellen. Tatsächlich zeigt sich Neptun bei höherer Vergrößerung als eine deutliche blaue Scheibe, die sehr stark an die helleren kompakten planetarischen Nebel erinnert. 

Neptun befindet sich zur Zeit nicht in einem sehr auffälligen Bereich des Himmels. Sein ihm nächster Stern ist der +3.8 mag. helle Hydor, oder Lambda Aquarii, den man etwa 3 1/4 Grad westlich von ihm findet. Etwa 2 1/4 Grad östlich von Neptun befindet sich der mit +4.2 mag. lichtschwächere Stern Phi Aquarii. Die drei Objekte bilden eine Linie am Himmel, die die nördlichste Seite des groben gleichschenkligen Dreiecks zwischen Hydor, Phi und dem südlicheren Psi Aquarii bildet. 

Uranus und Neptun,  relative Positionen, Oppositionsnacht, 7. September.

Uranus und Neptun, relative Positionen, Oppositionsnacht, 7. September. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Uranus befindet sich weiter östlich im Sternbild Widder (Aries). Bei einer Helligkeit von +5,7 mag. und seiner Scheibe mit einem Durchmesser von 3,7 Bogensekunden, ist der Planet viel einfacher zu finden als Neptun. Wenn man vom Doppelstern Alrischa (auch Alpha Piscium), der unteren Spitze des "V"-Musters im Sternbild Fische, ungefähr 8 3/4 Grad nach Norden schaut, dann findet man die kleine grün-graue Uranusscheibe in einem Fernglas oder in kleineren Teleskopen. Während Neptun in diesem Monat im Rampenlicht steht, wird Uranus Ende nächsten Monats seine Opposition erreichen, auf die wir dann näher eingehen werden.

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Kometen

Der periodische Komet 46/P Wirtanen wird im September in Teleskopen beobachtet werden können, wenn er in Richtung Sonne abfällt. Leider befindet sich der Mond Anfang des Monats, wenn der Komet für Beobachter auf der Nordhalbkugel am höchsten ist, im gleichen Bereich des Himmels und verdirbt die Sicht etwas. Der Komet ist noch relativ schwach, wird aber an Helligkeit zunehmen, wenn er sich Mitte Dezember der Erde nähert (dann möglicherweise mit bloßem Auge sichtbar). Der BAA (British Astronomical Association) Comet Bereich bietet Details zu einer Pro/Am-Beobachtungskampagne an, an der sich die Leser beteiligen können. Sie wird von der University of Maryland betrieben und kann hier abgerufen werden: wirtanen.astro.umd.edu/46P/Meetings_telecons/DPS2016_Wirtanen_workshop.pdf

Komet Wirtnanen, Pfad durch Cetus und Fornax, während des Septembers (Kometenposition am 1. September).

Komet Wirtnanen, Pfad durch Cetus und Fornax, während des Septembers (Kometenposition am 1. September). Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Ein weiterer periodischer Komet, 21P/Giacobini-Zinner, wird Anfang September für die Beobachtung gut platziert sein, aber wieder einmal wird der Mond im gleichen Teil des Himmels wie der Komet zu Beginn des Monats sein und die Beobachtungsmöglichkeit einschränken. Der Komet streift in der ersten Woche des Monats nahe am Hauptstern des Sternbildes Fuhrmann (Auriga), Capella, vorbei, wodurch der Teil des Himmels, in dem er sich befindet, unglaublich leicht zu finden ist. Über diesen Punkt hinaus (am 7. September) hört der Komet auf, für Beobachter in den mittleren nördlichen Breitengraden zirkumpolar zu sein, wird aber immer noch während des Großteils der Nacht sichtbar bleiben. Nach dem 13. September überquert der Komet die Zwilling-Sternbildgrenze (wobei er vorher kurz an den Grenzen des Sternbildes Stiers vorbeikommt). Der Komet kommt am Morgen des 15. September in die Nähe des prominenten offenen Sternhaufens M35 und durchquert ihn kurz darauf, obwohl dies für Beobachter aus Europa, Asien und Afrika unsichtbar bleiben wird, da dieses Ereignis sich bei Tageslicht abspielt. Die Amerikaner werden dieses Ereignis besser miterleben können mit der Möglichkeit, hervorragende Aufnahmen zu machen.

Komet Giacobini-Zinner's Pfad, während September (Kometenposition am 1. Sept).

Komet Giacobini-Zinner's Pfad, während September (Kometenposition am 1. Sept). Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

In der zweiten Hälfte des Monats taucht 21P in das Sternbild Orion ein und geht dann zurück in das Sternbild Zwillinge (Gemini), da sein Weg der Grenze zwischen den beiden Sternbildern folgt, bevor der Komet dann in das Sternbild Einhorn (Monoceros) wechselt.  Der Komet durchläuft einige der schönsten Deep Sky-Objekte im Sternbild Einhorn. Am frühen Morgen des 17. September durchquert der Komet das Gebiet NGC 2264, das aus dem Weihnachtsbaum-Sternhaufen und dem Cone Nebula (einem diffusen Nebel) besteht. In den nächsten Nächten nähert sich 21P dem nahen Rosettennebel und erreicht in der Nacht vom 27. September mit knapp 3 Grad seine größte Annäherung. Helligkeitsvorhersagen sind immer ein bisschen wie ein bewegliches Fest, aber die maximale Helligkeit des Kometen sollte zwischen +5,5 und +7,5 mag. liegen, was eine Beobachtung mittels Ferngläsern erleichtern sollte.

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Meteore

Es gibt keine größeren Meteoritenschauer, die im September ihren Höhepunkt erreichen.  Zwei kleine Schauer erreichen ihre Maxima im Laufe des Monats: die Aurigiden (die am 1. September ihren Höhepunkt erreichen) und die September-Epsilon-Perseiden (die am 9. September ihren Höhepunkt erreichen). Diese Schauer sind sehr spärlich, mit Zenithal Stundenraten (ZHR) von etwa 5 Meteoren pro Stunde. Die manchmal erwähnten Piscids (die am 21. September ihren Höhepunkt erreichen) sind auch in dieser Zeit angeblich aktiv, aber es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob diese Meteorschauer wirklich noch aktiv sind oder nicht. Es gibt noch ein paar kleinere Schauer, die mit dem Sternbild Fische (Pisces) in Verbindung stehen - die Delta- und Pi-Piscids, die im Juni und Juli aktiv sind (wenn dies das richtige Wort ist), aber diese haben ZHRs von weniger als 2 Meteoren.  Dafür macht es sicher wenig Sinn, morgens früh aufzustehen.

Die Quelle eines bestimmten Meteors eindeutig zu identifizieren, kann bei kleineren Schauern schwierig sein, besonders in dieser Jahreszeit, in der die Perseiden noch bis Ende August (und gelegentlich auch darüber hinaus) aktiv sind, und in der der nächste große Schauer, die Orioniden, seinen Höhepunkt zwischen Ende August bis Mitte November haben wird (mehr davon im Newsletter des nächsten Monats). Das Fotografieren oder Skizzieren der Richtung von Meteoren ist die einzige zuverlässige Methode, um einzuschätzen, zu welchem Meteorstrom sie gehören. Das Zurückverfolgen der Richtung des Meteors zu einer Strahlenquelle erlaubt es einem Beobachter, eine wohl begründete Vermutung anzustellen.  Natürlich besteht immer die Möglichkeit, einen vereinzelten Meteor fotografisch einzufangen, der jederzeit aus jeder Richtung kommen kann.

Deep Sky Juwelen in Wassermann und Steinbock

Nachdem wir im letzten Monat durch das reiche Gebiet des Sternbildes Schwan (Cygnus) und die umliegenden Sternbilder der Milchstraße geklettert sind, fallen wir nun die östliche Flanke unserer Galaxie hinunter, die durch ein viel weniger reiches, aber in vielerlei Hinsicht ebenso interessantes Gebiet des Himmels führt.

Steinbock und Wassermann

Steinbock und Wassermann

Mit dem bloßen Auge betrachtet, scheinen die Konstellationen von Wassermann und Steinbock äußerst unspektakulär zu sein, aber für Beobachter, die mit Teleskopen und Ferngläsern ausgestattet sind, enthalten sie doch einige sehr interessante Beobachtungsobjekte. Das nördlichste dieser Objekte ist der sehr schöne Kugelsternhaufen M2. Mit einer Helligkeit von +6,46 mag. ist M2 eines der helleren all dieser interessanten Objekte; M2 liegt 37.500 Lichtjahre von uns entfernt und hat eine Größe von ungefähr 175 Lichtjahren im Durchmesser. Von der Erde aus gesehen scheint M2 eine Größe von 2,1 Bogenminuten im Durchmesser zu haben, und er hat damit die ungefähre Größe und Helligkeit wie der benachbarte (im Sternbild Pegasus) Kugelsternhaufen M15 (mehr davon im nächsten Monat) und dem Kugelsternhaufen M92, dem zweiten bekannten Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules. M2 wurde 1746 von dem französisch- italienischen Kometen-Jäger Giovanni Domenico Maraldi entdeckt. Allerdings fristete M2 dann lange Jahre ein Schattendasein, bis ihn 1760, unabhängig von Maraldi, Charles Messier entdeckte und ihn in seinen Katalog mit aufnahm, wobei er ihn als einen "Nebel ohne Sterne" beschrieb. Moderne Instrumente zeigen ihn jedoch definitiv "mit Sternen", und es gibt in der Tat etliche wundervolle Sternenketten, die sich im Teleskop zeigen, sowie einige tiefe, dunkle Bahnen und Flecken, die zu der Dreidimensionalität des Objektes beitragen; man kann sie inbesonders in größeren Teleskopen erkennen. Es gibt darüberhinaus noch einen ganzen Mix von alten orangefarbenen und neuen blauen Sternen innerhalb von M2, die sich im Teleskop ganz wundervoll präsentieren.

M2 – ( Hubble Space Telescope) .  Public Domain.

M2 – ( Hubble Space Telescope) . Public Domain.

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Wenn wir uns von M2 weiter südwestlich bewegen, kommen wir zu drei schnell aufeinanderfolgenden Objekten: NGC 7009, der Saturnnebel; die Sterngruppe M73, sowie ein weiterer Kugelsternhaufen, M72. Der Saturnnebel ist ein faszinierender Planetarischer Nebel, der mit einer ansprechenden Helligkeit von +7,8 mag. und einer dabei aber kompakten Größe von 0,5 Bogenminuten in jedem Teleskop ein lohnenswertes Objekt ist. Teleskope mit einer Blendeneinstellung von 6 - 8 Zoll werden jedoch benötigt, um die zwei seitlich heraustretenden Überstände (Jets) zu erkennen, welche dem Objekt seinen bekannten Namen gegeben haben. Entdeckt wurde der Nebel am 07. September 1782 von William Herschel; es war jedoch der irische Astronom Lord Rosse, der, bei der Beobachtung von NGC 7009 im Jahre 1850, den beiden Ausbuchtungen an jeder Seite des Nebels den Namen "Saturnnebel" gab, da sie ihn an den Saturn erinnerten, wenn sich dessen Ringe uns hochkant stehend präsentieren. Obwohl sich der blau-grüne Farbton von NGC 7009 deutlich von der Farbe des Saturns unterscheidet, was man am besten per Langzeitfotografie herausfinden kann, so hat der Saturnnebel doch etwas mit einigen anderen Planeten, einschließlich des "blinkenden Planeten", den wir in den Highlights des letzten Monats erwähnt haben, gemeinsam: es sieht bei ihnen so aus, als ob sie auf- und abblinken würden, wenn man sie eine längere Zeit beobachtet. Das ist natürlich eine Augentäuschung, die durch den relativ hellen Zentralstern in NGC 7009 hervorgerufen wird, der das Auge des Beobachters, welches an die Dunkelheit gewöhnt ist, überfordert. Wenn der Beobachter dann seinen Blick leicht abwendet, kommt auch der Saturnnebel wieder klar zum Vorschein. Obgleich der Saturn, als "blinkender Planet", für dieses Phänomen als Paradebeispiel dient, so ist der Saturnnebel, nach Ansicht des Verfassers, in der Tat das beste Beispiel für einen "blinkenden Planetarischen Nebel". Um die feineren Details von NGC 7009 zu erfassen (besonders die Ausbuchtungen), ist eine schnelles Öffnungsverhältnis der Optik sehr hilfreich, aber der Saturnnebel sollte auf jeden Fall per Teleskop ausfindig gemacht werden; er ist hell genug, um selbst mit den kleinsten Teleskopen gesehen zu werden.

Der Saturn-Nebel - HST image.  Public Domain.

Der Saturn-Nebel - HST image. Public Domain.

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Beim nächsten Objekt stellt sich eine interessante Frage: Wann ist ein Offener Sternhaufen kein Offener Sternhaufen? Die Antwort: Wenn es sich um eine Sternengruppe handelt, wie das Objekt M73. Es liegt weniger als 2 Grad südwestlich des Saturnnebels und war seit seiner Entdeckung über die Jahre hinweg Gegenstand zahlreicher kontroverser Diskussionen. Charles Messier bezeichnete es 1780 als "ein Haufen von vier Sternen mit Nebel", obwohl dieser Nebel von anderen Beobachtern nie thematisiert worden ist. Der britische Astronom John Herschel hatte bei Hinzufügen des "Haufens" in seinen allgemeinen Katalog seine Zweifel betreffend die Bezeichnung als einen reinen Offenen Sternhaufen. Während des gesamten 20. Jahrhunderts debattierte man auf das heftigste über die wahre Beschaffenheit des Y-förmigen Objektes und darüber, ob es eine Beziehung zwischen den Sterngruppenmitgliedern gibt (der "richtige" Offene Sternhaufen wird als eine Gruppe von physikalisch gebundenen Sternen betrachtet) oder nicht. Im Jahre 2002 konnte die Angelegenheit "zu den Akten" gelegt werden, da durch Messung der Eigenbewegungen und Radialgeschwindigkeiten nachgewiesen worden war, dass es sich bei M73 weder um einen Offenen Sternhaufen noch um den Überrest eines solchen handelt, sondern um eine zufällige Fluktuation der Sterndichte auf dieser Sichtlinie. M73 ist nicht das einzige kontrovers diskutierte Objekt auf der Messier-Liste, aber es bleibt interessant festzustellen, dass es in diesem Falle so lange gedauert hat, bis man sich über die wahre Beschaffenheit des Objektes im Klaren war.

1,5 Grad westlich von M73 liegt der etwas weniger kontrovers diskutierte Kugelsternhaufen M72. Mit einer Helligkeit von +9,27 mag. ist er bedeutend blasser als M2, obgleich er nur wenig kleiner ist. M72 liegt mit 55.000 Lichtjahren beträchtlich weiter von der Erde entfernt als M2. Aufgrund der geringeren Helligkeit und der großen Entfernung benötigt man große Teleskope, um einzelne Sterne innerhalb des Haufens auflösen zu können. Mit einem 10-Zoll Reflektor macht die Beobachtung richtig Spaß, obwohl William Herschel in seinen Beobachtungsnotizen von 1783 schreibt, dass eine 150-fache Vergrößerung benötigt werden würde, um die einzelnen Sterne "einigermaßen" gut erkennen zu können.

M72 - HST image.  Public Domain.

M72 - HST image. Public Domain.

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Wenn wir uns nach Osten über die Sternbildgrenzen zum Sternbild Steinbock bewegen, kommen wir zu einem weiteren Kugelsternhaufen, M30. Mit 2,1 Bogenminuten im Durchmesser und mit +7,19 mag. ist er größer und heller als M72. M30 wurde 1764 von Charles Messier entdeckt.  Hell im Kern mit zahlreichen Sternenranken (einige erscheinen uns aus unserer Erd-Perspektive als bemerkenswert gerade) und dunklen Bahnen, die diese hellen Bereiche halbieren, ist M30 ein attraktives Objekt. Obwohl für ein Objekt dieser Art mit einer Größe von nur 100 Lichtjahren relativ kompakt, so ist uns M30 mit 26.000 Lichtjahren Entfernung relativ nah. Im Gegensatz zu M72 ist M30 ein viel lohnenderes Beobachtungsziel für Besitzer kleinerer Teleskope, da sein heller, kompakter Kern und der ihn umgebende Lichthof in jedem Instrument gut aufgelöst werden.

M30 - HST image. Public Domain.

M30 - HST image. Public Domain.

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Weiter östlich, zurück über die Grenze zum Sternbild Wassermann, befindet sich die interessante Galaxie – bzw. Galaxien - NGC 7252.  Obwohl dieses Objekt mit einer Helligkeit von +11.39 mag. sehr lichtschwach ist, kann es mit größeren Instrumenten immer noch als verschwommener Fleck wahrgenommen werden. Langzeitbelichtungen zeigen große Schleifen von Sternen, die aus seinem Kern strömen. Daraus entstand der populäre Name "Atoms For Peace"-Galaxy - benannt nach der Rede des amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower von 1953 über die friedliche Nutzung der Atomtechnologie. Die Galaxie ähnelt in der Tat einer Atomstruktur, wobei die großen Sternschleifen die Bewegungen eines Elektrons um einen Atomkern zu beschreiben scheinen. Es scheint, dass diese Schleifen durch die Kollision der zentralen Galaxie mit einer anderen entstanden sind. Da die Kerngalaxie eine sehr kompakte Spiralgalaxie ist, ist diese Kollision von großem Interesse für Astronomen, die daran arbeiten, das Ergebnis der Kollision unserer eigenen Milchstraße mit der M31 Andromeda-Spirale in 4,5 Milliarden Jahren vorherzusagen. Es wird letztendlich angenommen, dass die "Atoms For Peace"-Galaxy zu einer elliptischen Galaxie transformiert, so wie es die Milchstraße-Andromeda-Paarung vorhersagt. Weitere Gezeitenbeobachtungen von Regionen in diesem faszinierenden Objekt werden dies hoffentlich bestätigen.

NGC 7252 - HST Image.  Public Domain.

NGC 7252 - HST Image. Public Domain.

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Zu guter Letzt bewegen wir uns 4 Grad nordöstlich von NGC 7252 und treffen auf den der Erde am nächsten liegenden Planetarischen Nebel NGC 7293, den Helixnebel. Warum dieser Nebel von erfahrenen Himmelsbeobachtern und Experten wie Messier und William Herschel übersehen werden konnte, ist nicht schwierig zu verstehen. Obwohl der Nebel mit einer Helligkeit von +7,59 mag. eigentlich ziemlich hell ist, so ist seine Fläche allerdings nur halb so groß wie die des Vollmondes, welcher seine Oberflächenhelligkeit doch beträchtlich ausbreitet. Schließlich wurde der Helixnebel 1824 vom deutschen Astronomen Karl Ludwig Harding entdeckt. Die Beobachtung des Helixnebels erfordert entweder ein großes Fernglas und einen sehr dunklen Standort oder aber Niedrig-Energie-Weitwinkel-Okulare und so viel teleskopische Brennweite wie nur eben möglich. Große Dobsonian-Teleskope sind ideale Instrumente für die Beobachtungen des Helixnebels, ganz besonders dann, wenn sie mit einem OIII-Filter gekoppelt sind. Von der Erdperspektive aus erkennen wir den Helixnebel so, als wenn wir durch eine Röhre schauen würden. Sein verlängertes Rotationsellipsoid ist beinahe an unserer Achse ausgerichtet, bei einer Distanz von 650 Lichtjahren Entfernung. Der Helixnebel ist 2,5 Lichtjahre breit und hat einen scheinbaren Durchmesser von 14,7 Bogenminuten. Es ist wirklich ein herrliches Objekt, das allerdings nur unter den besten Bedingungen gut beobachtet werden kann; bei Mondlicht sollten sie warten, bis der Mond untergegangen ist, um dann den Helixnebel zu lokalisieren. Das Warten darauf wird sich dann gelohnt haben.

Der Helix-Nebel - HST image. Public Domain.

Der Helix-Nebel - HST image. Public Domain.

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Vielen Dank an Kerin Smith für das Original!

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