Sky Guide für Mai

Monatliche Himmelsschau Mai 2018

Sky Guide

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Für uns Bewohner der nördlichen Hemisphäre vergehen die Stunden der Dunkelheit in Erwartung der Sommersonnenwende im Juni.  Bis Ende Juni werden viele Beobachter in den gemäßigten nördlichen Breitengraden eine permanente astronomische Dämmerung erleben.  Aber keine Angst - es gibt immer noch viele Ziele in diesem Monat, die man gut sehen kann, auch wenn man keine wahre Dunkelheit herrscht. Für unsere Leser der wärmeren Südhalbkugel ist natürlich genau das Gegenteil der Fall - Sie befinden sich nun im Vorfeld der dunkelsten Jahreszeit.  Wo immer Sie sich in der Welt befinden, schauen Sie weiter nach oben - wie immer gibt es in diesem Monat am Himmel über uns viel zu sehen.

Das Sonnensystem

Der Mond

Der Mond beginnt den Monat Mai im Sternbild Skorpion (Scorpius), kurz nach seiner Vollmondphase; er steht dabei tief im Süden der Ekliptik, beobachtet aus der Perspektive der nördlichen Hemisphäre. So kurz nach Vollmond ist das natürlich nicht die beste Zeit für Deep Sky-Beobachtungen oder für das Ablichten von blasseren Himmelsobjekten ohne entsprechende Schmalbandfilter.

Der Mond erreicht sein letztes Viertel (abnehmender Halbmond) am 8. Mai, während er sich im Sternbild Steinbock (Capricornus) aufhält, wobei er am Morgen des 6. Mai am hellen Mars vorbeigeeilt ist.

Am 15. Mai wird der Mond zum Neumond; er befindet sich dabei an den Grenzen der Sternbilder Widder (Aries) und Stier (Taurus) und trifft dort auf die Sonne; danach wird der Mond zum abendlichen Objekt. Am Abend des 17. Mai wird es möglich sein, ein kleines Stückchen des sehr dünnen Sichelmondes an der Seite der Venus ausfindig zu machen, knapp nach Sonnenuntergang, wobei beide Himmelskörper ungefähr 5 1/2 Grad voneinander entfernt sind.

Mond und Venus, Sonnenuntergang

Mond und Venus, Sonnenuntergang, 17. Mai. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

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Danach steigt der Mond durch einen sehr steilen Teil der Ekliptik, so wie sie sich uns aus der Perspektive der gemäßigten nördlichen Hemisphäre darstellt, und er gewinnt Nacht für Nacht an Höhe bei seiner Reise durch die Konstellationen von Zwillinge (Gemini) und Krebs (Cancer), bis er am 22. Mai, hoch im Sternbild Löwe (Leo) stehend, als zunehmender Halbmond sein erstes Viertel erreicht. Dies ist eine der "Hochfrühlings-Mondsichel-Phasen", für welche diese Jahreszeit bekannt ist, und sie bietet uns, aus der Perspektive der gemäßigten nördlichen Gefilde, sehr gute Möglichkeiten zur Beobachtung und Fotografie. Allerdings steht der Mond nicht ganz so hoch am Himmel wie dies in den vergangenen Monaten für Beobachtungen in diesem Teil der Welt der Fall gewesen ist. Das hat damit zu tun, dass die Sonne ab diesem Zeitpunkt im Jahr in einen nördlicheren Teil der Ekliptik weitergezogen ist, so dass der Mond in einem flacheren Teil der Ekliptik am Abendhimmel aufgeht, beobachtet aus den gemäßigten nördlichen Gefilden. Das wiederum ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass wir uns jetzt im wärmeren und helleren Teil des Jahres befinden.

Am frühen Morgen des 30. Mai wird der Mond zum Vollmond, und man findet ihn am folgenden Abend im Sternbild Waage (Libra) an der Seite von Jupiter. Wie schon zu Beginn des Maimonats, so sind auch jetzt, zum Monatsende hin, die Bedingungen für Deep Sky-Beobachtungen oder für die Fotografie nicht die besten. 

 

Die Planeten

Merkur

Merkur startet in den Mai, gerade nachdem er seinen größten westlichen Winkelabstand hinter sich hat, wobei er von der Sonne knapp unter 27 Grad entfernt ist. Allerdings ist der Planet mit einer Helligkeit von +0,4 mag., einer Größe von 7,8 Bogensekunden im Durchmesser und einer Beleuchtungsphase von 46% immer noch ein ziemlich enttäuschendes Objekt. Merkur hält sich im Sternbild Walfisch (Cetus) auf, und er steht bei Sonnenaufgang mit knapp über 4 Grad Höhe sehr niedrig, gesehen aus der gemäßigten nördlichen Perspektive (beobachtet von 51 Grad Nord), und bleibt somit eine starke Herausforderung für eine Beobachtung.

Merkur, Sonnenaufgang, 1. Mai

Merkur, Sonnenaufgang, 1. Mai. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

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Mitte des Monats ist Merkur zwar nach 6,2 Bogensekunden im Durchmesser geschrumpft, hat allerdings seine Helligkeit auf -0,2 mag. und seine Beleuchtungsphase auf 68% erhöht. Der Planet steht im Sternbild Fische (Pisces) für Beobachtungen aus der gemäßigten nördlichen Hemisphäre allerdings immer noch hoffnungslos niedrig am Himmel. Er ist nun 22 Grad von der Sonne entfernt.

Zum Monatsende hin hat Merkur mit - 1,6 mag. noch einmal an Helligkeit zugelegt, seine Entfernung von der Sonne beträgt jetzt aber nur noch knapp 7 Grad. Der Planet steht bei Sonnenaufgang ca. 2 Grad hoch am Himmel (beobachtet von 51 Grad Nord) und ist für Beobachter in der gemäßigten nördlichen Hemisphäre extrem schwierig zu entdecken. Für Himmelsleser in den äquatorialen Gefilden unserer Erde sollte der Planet jedoch immer noch zu beobachten sein.

 

Venus

Zum Monatsbeginn steht Venus bei Sonnenuntergang im Westen über 21 Grad hoch am Himmel; der Planet hat eine Helligkeit von -3,9 mag. und präsentiert sich als eine Scheibe von 11,5 Bogensekunden im Durchmesser, die zu 88% beleuchtet ist. Venus ist von der Sonne knapp über 27 1/4 Grad entfernt - ist aber immer noch um Einiges vom maximalen Abstand zur Sonne entfernt, welchen der Planet Mitte August erreichen wird. Für Beobachter in der nördlichen Hemisphäre ist jedoch entscheidend, dass die maximale östliche Ausdehnung von Venus dann stattfinden wird, wenn die Sonne sich in einem  nördlicheren Teil der Ekliptik befindet. Das bedeutet, dass sich Venus dann bei Sonnenuntergang auf weniger als die Hälfte der Höhe über dem Horizont befindet als dies jetzt der Fall ist, beobachtet von der Perspektive der gemäßigten nördlichen Hemisphäre (Beobachter der äquatorialen und südlichen Regionen unseres Planeten schneiden bei der Beobachtung allerdings besser ab). Zu diesem jetzigen Zeitpunkt, bis Mitte Mai, wird Venus allerdings innerhalb der nördlichen Ekliptik weiterhin an Höhe gewinnen, so dass für Beobachter in den nördlichen Erdteilen unser Nachbarplanet jetzt am besten zu erkunden ist.

Mitte Mai hat Venus mit -0,4 mag. leicht an Helligkeit und mit 12,2 Bogensekunden im Durchmesser auch an Größe gewonnen, allerdings hat die Leuchtkraft mit jetzt knapp unter 85% abgenommen. Am 18. und 19. Mai befindet sich Venus auf der Stundenachse ( RA-.Achse) bei 6 Uhr am Himmel, es ist der Punkt, der den nördlichsten Punkt in der Ekliptik durchschneidet. Der Planet steht bei Sonnenuntergang 22 1/2 Grad hoch am Himmel (beobachtet von 51 Grad Nord). Nach dieser Zeit verliert Venus bei Sonnenuntergang offenkundig an Höhe, beobachtet aus der Perspektive der nördlichen Hemisphäre.

Venus, Sonenuntergang

Venus, Sonenuntergang, 18. Mai. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

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Am Monatsende steht Venus im Sternbild Zwillinge, immer noch mit einer Helligkeit von -4,0 mag. und einer Größe von 13 Bogensekunden im Durchmesser. Der Planet hat eine Leuchtkraft von 80%, die aber nach und nach abnimmt, wenn er sich der Erde auf seiner inneren Umlaufbahn nähert. Am 31. Mai steht Venus bei Sonnenuntergang im Westen 22 Grad hoch über dem Horizont (beobachtet von 51 Grad Nord).   

Mars

Zu Beginn des Monats Mai finden wir Mars im Sternbild Schütze (Sagittarius) mit einer Helligkeit von -0,4 mag. und einem Winkeldurchmesser von 11,1 Bogensekunden. 

In den nächsten Monaten, auf seinem Weg in die Opposition Ende Juli, können wir der Wandlung des Planeten bezüglich Winkelgröße und, dabei konkurrierend, seiner Helligkeit beiwohnen, da wir Seite an Seite mit dieser faszinierenden Welt ein Stück am Himmel entlangziehen. Mars ist gerade durch seinen südlichsten Punkt in der Ekliptik gezogen und, immer noch sehr tiefstehend für Beobachter der nördlichen Hemisphäre, beginnt nun behutsam am Himmel zu steigen, zur Freude der Beobachter in diesem Teil der Welt. Beobachter der südlichen Hemisphäre und der äquatorialen Regionen der Erde haben zwar immer noch die besseren Aussichten auf den Mars, vor allen Dingen in Bezug auf die Winkelentfernung vom Horizont, aber den Beobachtern der nördlichen Hemisphäre kommt der Vorteil zugute, dass sich die Hauptplaneten zu diesem Zeitpunkt alle in den südlichen Himmelshemisphären aufhalten. Mars steht bei Sonnenaufgang am 1. Mai 15 1/2 Grad hoch am Himmel (beobachtet von 51 Grad Nord).

Mitte Mai hat Mars die Grenze hin zum Sternbild Steinbock überschritten und hat nun eine Helligkeit von -0,7 mag. und eine Größe von 12,8 Bogensekunden im Durchmesser. Bei Tagesanbruch steht der Rote Planet knapp unter 16 1/2 Grad hoch am Himmel (beobachtet von 51 Grad Nord) und ist heller als irgendein anderer Stern in dieser bestimmten Himmelsgegend.

Am 31. Mai hat Mars seine Helligkeit noch einmal entscheidend erhöht, jetzt nach -1,2 mag., und er ist jetzt 15,2 Bogensekunden im Durchmesser groß. Bei Sonnenaufgang steht der Planet jetzt knapp unter 17 Grad hoch im Süden (beobachtet von 51 Grad Nord). Mars ist jetzt zu einem beachtlichen Beobachtungsobjekt geworden und zeigt kontinental-große Oberflächen-Merkmale in Teleskopen von praktisch jeder Größe. Der Gebrauch von Filtern, ganz besonders des #23A Light Red Filters, hilft dabei, die dunkleren Anteile der Mars-Scheibe zu isolieren. Ein #82a Light Blue-Filter hilft dabei, die Polarkappen des Mars' hervorzuheben. Dieser Filter ist auf jeden Fall von großem Nutzen, da bei der bevorstehenden Mars-Erscheinung die kleinere südliche Polarkappe des Planeten uns zugewandt sein wird. Und diese südliche Polarkappe ist nämlich schwieriger zu entdecken als die größere nördliche Polarkappe, welche uns in den ersten Monaten diesen Jahres zugewandt war. Wie auch die benachbarte Hellas-Tiefebene (Hellas basin = ein Mars-Krater), die sich oft mit Nebel und Wolken füllt und häufig mit der südlichen Mars-Polarkappe verwechselt wird. Es hat sich gezeigt, dass durch unterschiedliche Beobachtungsfrequenzen ganz bestimmte Merkmale in den Vordergrund treten und dass dadurch ihre Identifizierung leichter und präziser vonstatten geht.

Mars

Mars, 31. Mai, 1 Stunde vor Sonnenaufgang. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

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Jupiter

Die Jupiter-Opposition wird in diesem Monat stattfinden - und damit auch die Möglichkeit, den größten Planeten unseres Sonnensystems von seiner besten Seite zu beobachten.

Am 1. Mai befindet sich Jupiter im Sternbild Waage, mit einer Helligkeit von -2,5 mag. und einer Größe von 44,7 Bogensekunden im Durchmesser. Der Planet steht bei seinem Durchgangspunkt, den er um 01.33 Uhr (BST) erreicht, 22 1/2 Grad hoch am Himmel (beobachtet von 51 Grad Nord). Jupiter geht am 1. Mai um 20.51 Uhr auf.

Jupiter, Großer Roter Fleck (GRF)

Jupiter, Großer Roter Fleck (GRF) und Ganymed Transit, 6. Mai, 23.30 Uhr (BST). Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

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Die Opposition findet in der Nacht des 9. Mai statt. Jupiter erreicht seine maximale Helligkeit und seine maximale Winkelgröße: - 2,5 mag. und 44,8 Bogensekunden im Durchmesser. Der König der Planeten geht kurz vor 20.15 Uhr (BST) auf und hat seinen Durchgang um 01.20 Uhr, wobei er knapp unter 22 1/3 Grad hoch am Himmel steht (beobachtet von 51 Grad Nord).

Jupiter Durchgang

Jupiter Durchgang in der Oppositionsnacht, 9. Mai. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

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Zur Monatsmitte bleiben Helligkeit und Planeten-Größe mit -2,5 mag. bzw. 44,8 Bogensekunden im Durchmesser exakt gleich. Jupiter steht bei Durchgang, den er um 12.31 Uhr (BST) erreicht, 22 3/4 Grad hoch am Himmel (beobachtet von 51 Grad Nord).

Am Monatsende hat der Planet immer noch eine Helligkeit von -2,5 mag. und eine Größe von 44,1 Bogensekunden im Durchmesser. Bei seinem Durchgang, der um 11.17 Uhr (BST) stattfindet, steht Jupiter 23 1/4 Grad hoch am Himmel (beobachtet von 51 Grad Nord).

Saturn

Zu Beginn des Monats Mai findet man Saturn mit einer Helligkeit von +0,3 mag. und einer Größe von 17,5 Bogensekunden im Durchmesser im Sternbild Schütze. Der Planet steht nun bei Sonnenaufgang knapp über 16 Grad hoch am Himmel (beobachtet von 51 Grad Nord) und hatte seinen Durchgang ca. eine halbe Stunde vorher.

Saturn geht jetzt knapp nach 01.00 Uhr auf und wird bei Annäherung an die im nächsten Monat stattfindende Opposition kontinuierlich an Größe und Helligkeit  zunehmen.

Zur Monatsmitte hin weist Saturn immer noch eine Helligkeit von +0,3 mag. auf; seine Größe hat auf 17,8 Bogensekunden im Durchmesser zugenommen. Der Planet geht jetzt kurz nach Mitternacht auf und hat seinen Durchgang kurz nach 04.00 Uhr.

Ende Mai hat Saturn seine Helligkeit nach +0,2 mag. gesteigert und hat nun eine Größe von knapp über 18 Bogensekunden im Durchmesser. Der Herr der Ringe geht nun kurz vor 23.00 Uhr (BST) auf und hat seinen Durchgang im Süden um 03.00 Uhr bei einer Höhe von 16 1/3 Grad (beobachtet von 51 Grad Nord).

Saturn und seine Monde

Saturn und seine Monde, 31. Mai, 0300Uhr. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

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Uranus und Neptun

Am 1. Mai bewegt sich Neptun im Sternbild Wassermann (Aquarius) am morgendlichen Himmel beständig von der Sonne weg, geht aber 1 1/2 Stunden vor der Sonne auf (beobachtet von 51 Grad Nord). Uranus ist noch ein bisschen näher an der Sonne dran, und deshalb sind beide Planeten in den ersten Wochen des Maimonats für eine Beobachtung sehr ungünstig platziert.

Gegen Ende des Monats ist Neptun für morgendliche Beobachtungen besser platziert, da er jetzt ca. 3 1/2 Stunden vor der Sonne aufgeht. Uranus, der 38 Grad von der Sonne entfernt ist , aber bei Sonnenaufgang nur eine Höhe von knapp über 13 Grad erreicht (beobachtet von 51 Grad Nord), ist weiterhin relativ ungünstig für eine Beobachtung platziert.

Uranus und Neptun, Sonnenaufgang, 31.Mai.

Uranus und Neptun, Sonnenaufgang, 31.Mai. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

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Kometen

Der Komet PanSTARRS C/2016 M1 ist der einzige einigermaßen helle Komet, der während des Maimonats relativ leicht zu beobachten ist. Seine Himmelsreise  während des Maimonats führt ihn südlich durch das Sternbild Adler (Aquila) hinein ins Sternbild Schütze, dabei immer heller werdend.

Es ist schwierig, Voraussagen betreffend die Helligkeit des Kometen zu machen, aber sie sollte im besten Falle die 7. Helligkeitsstufe erreichen. Wahrscheinlicher jedoch wird sie zwischen der 8. und 9. Stufe liegen, da der Komet sich auf die Sonne zubewegt. An den Abenden des 14. bis 17. Mai kann man den Kometen ziemlich nahe (unter 2 Grad) am Little Gem Nebel (NGC 6818, deutsch ungefähr: "das kleine Prachtstück") und an der Barnard Galaxy (NGC 6822) finden, wobei er in etwa die gleiche Helligkeitsstufe hat wie diese beiden Objekte. Für Beobachter mit der entsprechenden Ausrüstung ergeben sich aus diesem  relativ nahen Zusammentreffen ganz sicher gute Fotografiermöglichkeiten.

Am Morgen des 27. Mai wird C/2016 M1 knapp unter 1 1/2 Grad westlich an Pluto vorbeiziehen, wobei der Zwergplanet mit seiner Helligkeitsstufe von 14 bedeutend lichtschwächer ist als der Komet selbst. Am Morgen des 29. Mai erscheint der Komet auf einer Linie mit den Planeten Saturn und Mars am Himmel. Wenn Sie eine Linie am Himmel ziehen zwischen den beiden Planeten, entweder mit ausreichend großen Ferngläsern oder mit einem Teleskop, an einer dunklen Beobachtungsposition, dann sollte es möglich sein, den schwachen Glanz des Kometen zu entdecken. 

Komet PanSTARRS Pfad im Mai 2018.

Komet PanSTARRS Pfad im Mai 2018. Kometenposition am 29. Mai. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

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Meteore

Am 6. Mai erfolgt der Spitzenausstoß eines sehr zuverlässigen Meteorstroms, der Eta-Aquariiden (der Name geht auf die lat. Bezeichnung des Sternbildes Wassermann zurück). Die Ausstoßrate (ZHR, Zenith hourly rate) dieses Stromes rangiert irgendwo zwischen 20 und 60 Meteore pro Stunde, abhängig vom Material, das der Mutterkomet des Meteorstromes, der berühmte Halleysche Komet, angesammelt hat. Die Strahlung des Meteorstroms, der genau an das  "Wasserkrug"-Merkmal des Sternbildes Wassermann angrenzt, erscheint in den sehr frühen Morgenstunden und steigt folglich niemals besonders hoch an den Himmel, gesehen aus der Perspektive der Beobachter der nördlichen Hemisphäre, was leider die Anzahl der zu sehenden Meteore für "uns Nordlichter" in einer bestimmten Nacht begrenzt. Der Meteorstrom kann häufig besser beobachtet werden von den südlichen und äquatorialen Gefilden unserer Erde, in denen der Abstand der Strahlung vom Horizont größer ist. 

Aber egal in welcher Ecke unserer Erde wir uns auch befinden mögen, es gibt einen immerwährenden und andauernden Spielverderber für alle Beobachter von Meteorströmen, das ist der Mond. Er hält sich im Nordosten des Planeten Mars auf, an den nahen Grenzen der Sternbilder Schütze und Steinbock, und überflutet mit seiner 67%-Leuchtkraft jeden noch so hellen Meteorstrom. Das bedeutet, dass in diesem Jahr der Eta-Auariidenstrom nicht besonders gut zu sehen sein wird. 

Delta Aquariiden

Delta Aquariiden - Radiant. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

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Deep Sky Höhepunkte

Sternbilder Coma Berenices (Haar der Berenike) und im Galaxien-Becken des Sternbildes Jungfrau (Virgo).

Im letzten Monat haben wir die Sternbilder von Löwe und Krebs vorgestellt, eine wirklich große Himmelsfläche, die sehr viele Galaxien beherbergt. In diesem Monat geht die "Galaxien-Saison" weiter, obgleich die vorzustellende Himmelsschneise bescheidener ist, was die Größe angeht. Wir wollen feststellen, was uns das Sternbild Haar der Berenike und das bedeutend größere Galaxien-Becken des Sternbildes Jungfrau zu bieten haben. Diese Himmelsfläche ist auf jeden Fall die galaxienreichste Fläche des gesamten Himmels - und sie gibt die Richtung vor, wo der Virgo-Superhaufen der Galaxien liegt. Der Virgo-Superhaufen ist ein Supergalaxienhaufen, der die größten uns bekannten Strukturen im gesamten Universum aufweist und der uns direkt beeinflusst, da er Teil unseres Milchstraßen-Systems ist. Man kann darüber argumentieren, dass unser lokaler Galaxienhaufen, zu welchem die Milchstraße, M31 (Andromeda-Galaxie), M33 (der Dreiecksnebel) und andere Galaxien gehören, ein abgelegener Teil dieser größeren Strukturen ist und dass die Entfernungen zu vielen dieser genannten Objekte riesig sind, aber sie sind mit uns verbunden - und das ist ein ernüchternder Gedanke.

Um zu etwas Erfreulicherem überzugehen; wenn man diese Konstellationen am Abendhimmel sieht, dann hat man das Gefühl, als wenn der Sommer "gerade um die Ecke kommt", wenigstens für die Beobachter in der nördlichen Hemisphäre. Für die Beobachter in den höheren nördlichen Breitengraden muss allerdings dieses Gefühl mit den sich schnell abnehmenden Stunden von tiefer Dunkelheit, in denen noch beobachtet werden kann, in Einklang gebracht werden. 

Coma Berenices und das Becken der Jungfrau.

Coma Berenices und das Becken der Jungfrau. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

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Das Sternbild Haar der Berenike ist eine eher unauffällige Konstellation, die nur drei Hauptsterne der 4. Helligkeitsstufe beinhaltet. Allerdings, was an Helligkeit fehlt, machen die Deep Sky Objekte mehr als wett. Das erste dieser Objekte ist keine Galaxie, es ist tatsächlich ein offener Sternenhaufen mit Namen Melotte 111. Diese Ansammlung von rund 40 Sternen ist locker verstreut über einen Bereich von ca. 4 1/2 Grad und wurde zuerst beobachtet von Ptolemäus um 138 n. Chr. Diese dunstige Ansammlung kann von einer guten Beobachtungsposition mit dem bloßen Auge gesehen werden. Obwohl sie vormals als der Schwanz des Nachbarsternbildes Löwe ausgewiesen worden war, so hat Ptolemäus der Konstellation später ihren eigenen Status verliehen, nämlich die Legende vom Haar der ägyptischen Königin Berenice, welches der griechischen Göttin Aphrodite geopfert worden war als Dank für die sichere Heimkehr von Berenices Ehemann Euergetes. Die Legende sagt weiter, dass Aphrodite über dieses Geschenk so erfreut war, dass sie es am Himmel platziert hat, damit alle es sehen konnten; daher auch der Name der Konstellation, Coma Berenices, bzw. Haar der Berenike.

Was die Wirklichkeit von Melotte 111 angeht, so liegt der Sternhaufen ca. 300 Lichtjahre von uns entfernt, was ihn zum drittnächsten Sternhaufen zur Erde macht, nach den Sterngruppen des Pflugschars (Plough) bzw. Große Schöpfkelle (Big Dipper) im Sternbild des Großen Bären (Ursa Major) und den Hyaden im Sternbild Stier (Taurus). Seltsamerweise hält Melotte 111 ständig Schritt mit uns, ohne weder zurückzuweichen noch sich uns anzunähern, auf unserer gemeinsamen Reise durch die Milchstraßen-Galaxie.

Melotte 111

Melotte 111 – Aufnahme aus der ISS von Astronaut Donald R. Pettit. Public Domain - NASA/Donald R. Pettit

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Aufgrund seiner enormen Größe kann Melotte 111 sowohl mit gering vergrößerenden Ferngläsern als auch mit dem bloßen Auge gesehen werden. Weitwinkel-Fotografien der Region zeigen jedoch die gesamte Bandbreite des Sternhaufens.

Knapp 1 1/2 Grad entfernt von der östlichen Ecke von Melotte 111 liegt die elliptische Galaxie NGC4494. Sie hat eine Winkelausdehnung von 4,8 x 3,5 Bogenminuten und eine Helligkeit von +9,80 mag. Die Galaxie ist etwas fade in ihrer Erscheinung, kann jedoch mit Instrumenten jeglicher Größe beobachtet werden.

Dasselbe kann allerdings von der Nachbargalaxie von NGC4494, der beeindruckenden Galaxie NGC4565, auch bekannt als die "Nadel-Galaxie", nicht gesagt werden. Diese +9,60 mag. helle und mit einer Winkelausdehnung von 15,8 x 2,1 Bogenminuten große Spiralgalaxie in Kantenstellung ist eine Freude für jedes größere Instrument, und seine Flächenhelligkeit ist immer noch hoch genug, um auch mit kleineren Instrumenten gesehen zu werden. NGC4565  wurde 1785 vom deutsch-britischen Astronomen William Herschel entdeckt und wird von Astronomen heiß geliebt. Die Galaxie wird oft als das Frühlings-Equivalent zur herbstlichen Spiralgalaxie NGC891 im Sternbild Andromeda angesehen. Eine breite Staubbahn durchschneidet die Galaxie an ihrer Hauptachse - diese Staubbahn kann mit 8-Zoll -Teleskopen und höher klar erkannt werden, wobei diese Einstellung auch hilfreich ist als Entlastung bei der Beobachtung des glühenden Galaxien-Zentrums. Aber egal, welche Größe ihr Teleskop hat: diese Galaxie ist es wert, beobachtet zu werden.

Die Nadel-Galaxie

Die Nadel-Galaxie. Image credit - Mark Blundell. Image used by kind permission.

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3 3/4 Grad nördlich von NGC4494 liegt eine hübsche, jedoch blassere (mit +10,0 mag. Helligkeit) Spiralgalaxie - NGC4559. Diese Galaxie hat eine Winkelausdehnung von 10,7 x 4,4 Bogenminuten und eine niedrigere Flächenhelligkeit als die besser bekannte Nachbar-Galaxie. NGC4559 liegt ca. 35 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.

NGC4559

NGC4559. Image Credit: Roberto Mura. Public Domain.

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Die Galaxien NGC4278 (elliptisch) und NGC4414 (spiral) liegen nordwestlich bezw. nördlich von NGC4494, beide abstandsgleich entfernt mit ca. 3 3/4 Grad. Diese Galaxien sind ziemlich massive Objekte und sind es wert, mit größeren Teleskopen beobachtet zu werden. Sie sind zwar Teil des größeren Coma-Galaxienhaufens, liegen aber mit einem Abstand von ungefähr 55 und 58 Millionen Lichtjahren weiter von uns entfernt. 

NGC4278

NGC4278 - Hubble Space Telescope Image. Image Credit: Nasa/ESA Public Domain.

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Wenn wir uns diagonal herunter nach Südosten durch NGC4494 bewegen, um ca. 4 Grad, dann kommen wir zu der schönen Balken-Spiralgalaxie NGC4725. Dieses Objekt von 10,7 x 7,6 Bogenminuten und +9,39 mag. Helligkeit zeigt einen auffälligen, zentralen Balken, um welchen sich ein heller Lichthof (Halo) schlingt. NGC4725 ist so etwas wie eine Kuriosität, denn die Galaxie hat nur einen riesigen durchgehenden Spiralarm, der sich scheinbar 3 1/2 Mal um sich selbst schlingt. Die meisten Spiralgalaxien zeigen wenigstens zwei Spiralarme, so dass NGC4725 eine echte Rarität darstellt. Die Galaxie liegt ca. 40 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.

NGC4725 und umgebende Galaxien

NGC4725 und umgebende Galaxien. Image Credit: Mark Blundell.

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Weitere 4 Grad südöstlich von NGC4725 liegt eine der Highlights des Coma-Galaxienhaufens und heiß geliebt von allen Beobachtern, ob es nun die Fotografen sind oder die visuellen Beobachter: die wunderbare Spiralgalaxie M64, auch bekannt als die "Black Eye Galaxy"; die Gründe hierfür liegen auf der Hand für diejenigen, die sie sehen werden. Weitere 4 Grad südöstlich von NGC4725 liegt eine der Highlights des Coma-Galaxienhaufens und heiß geliebt von allen Beobachtern, ob es nun die Fotografen sind oder die visuellen Beobachter: die wunderbare Spiralgalaxie M64, auch bekannt als die "Black Eye Galaxy"; die Gründe hierfür liegen auf der Hand für diejenigen, die sie sehen werden.

Dieses Objekt mit einer Helligkeit von +8,5 mag. und einer Winkelausdehnung von 10 x 5,4 Bogenminuten kann mit kleineren Teleskopen, aber auch mit starken Ferngläsern (von einem sehr guten Standort aus) beobachtet werden. Der Grund für den Spitznamen wird für alle offensichtlich, welche die Galaxie durch Instrumente mit einer stärkeren Reichweite betrachten: M64 hat eine breite, dunkle Staubbahn, die den Kern der Galaxie umkreist; diese dunkle Bahn steht in starkem Kontrast zu  dem sanften Glühen im Inneren der Galaxie. Sie sieht irgendwie wirklich aus wie ein schwarzes Auge - allerdings ein ziemlich großes Auge, im kosmischen Maßstab gesehen. M64 liegt relativ nahe an unserem Planeten - ungefähr 17 Millionen Lichtjahre entfernt - aber sie ist eine ziemlich kleine Spiralgalaxie, welche eingehüllt ist in einem größeren Lichthof von Sternen, die als Überbleibsel einer aufgesogenen begleitenden Galaxie angesehen werden. Dieser Lichthof scheint in der entgegengesetzen Richtung zum Hauptkörper von M64 zu rotieren und ist möglicherweise für die Verdichtung des Merkmals des dunklen schwarzen Auges verantwortlich und macht es so für die Beobachter hervorstechender als dies ansonsten der Fall sein würde. M64 ist ein sehr lohnenswertes Objekt für Astrofotografen, wie dies die Fotos von Mark Blundell zeigen. Verpassen Sie dieses lohnenswerte Objekt nicht, egal, welche optische Hilfe Sie dafür einsetzen.

M64

M64. Image Credit: Mark Blundell

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Knapp über 5 Grad weiter südöstlich von M64 liegt ein schöner Kugelsternhaufen, M53. Er wurde 1775 von dem deutschen Astronomen Johann Elert Bode entdeckt und von Messier 2 Jahre später katalogisiert. M53 hat einen Durchmesser von 2,6 Bogenminuten und eine Helligkeit von +7,6 mag. Dieser Kugelsternhaufen mag nicht ganz so prominent sein als andere größere Kugelsternhaufen, aber er kann leicht mit Teleskopen jeglicher Art beobachtet werden und wird sogar mit Ferngläsern erkannt. Größere Teleskope bringen seinen Kern richtig zur Geltung, aber M53 bleibt ein Opfer seiner Distanz zu unserem Planeten - er ist ca. 58.000 Lichtjahre von uns entfernt. Verglichen mit dem Kugelstermhaufen M13 (auch bekannt als Herkuleshaufen) im Sternbild des Herkules, welcher 25.000 Lichtjahre von uns entfernt liegt, bedeuten 58.000 Lichtjahre schon eine enorme Distanz.

M53

M53 - Hubble Image. Image Credit: Nasa/ESA. Public Domain.

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Quasi nebenan, ein Grad nach Osten, liegt der bedeutend größere aber unbedeutendere Kugelsternhaufen NGC5053. Mit einer Helligkeit von +9,47 mag. und einer Größe von 5,2 Bogenminuten im Durchmesser ist dieser Kugelsternhaufen ein schwierigeres Objekt als sein prominenterer Nachbar, obgleich er aufgrund seiner relativen Nähe leicht aufzufinden ist. Beide Kugelsternhaufen nähern sich unserem Planeten mit einer Geschwindigkeit von ca. 79 km pro Sekunde.

11 Grad westlich von M64 liegt die linsenförmige Galaxie M85. Mit einer Helligkeit von +9,1 mag. und einer Winkelausdehnung von 7,1 x 5,5 Bogenminuten hat M85 einen hellen, kompakten Kern, der von einem ziemlich gleichmäßigen Sternenring umgeben wird. Ihre Helligkeit von +9,1 mag. macht sie zu einem guten Beobachtungsobjekt, aber anders als die Spindelgalaxie NGC3115, die linsenförmige Galaxie, welche wir im letzten Monat vorgestellt haben, präsentiert sich M85 mehr von vorne und ist deshalb blasser. Aber beide Galaxien sind sich in ihrer ziemlich betagten Sternenpopulation sehr ähnlich. M85 wurde 1781 von dem sehr produktiven französischen Astronomen Pierre Méchain entdeckt und ein Jahr später dem Katalog Charles Messiers hinzugefügt.

M85

M85, Hubble Image. Image Credit: Nasa/ESA. Public Domain.

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Zweieinhalb Grad südlich von M85 befindet sich die wunderbare Galaxie M100, eine der besten Spiralgalaxien am Himmel. Sie wurde im selben Jahr (1781) vom selben Mann (Pierre Méchain) wie M85 entdeckt und wird oft als eine "Grand Design Spiral" beschrieben - eine genau bezeichnete Galaxie mit besonders auffälligen Spiralarmen. An dieser Definition, soweit sie M100 betrifft, kann kein Zweifel bestehen: Mit einer Helligkeit von 9,39 mag. und einer Winkelausdehnung von 7,5 x 6 Bogenminuten kann die Galaxie leicht mit kleineren Teleskopen beobachtet werden, und ihre Spiralarme kann man bei guten Sichtbedingungen mit kleinen Teleskopen flüchtig zu sehen bekommen. Beobachter werden den ausgedehnten Kern von M100 bemerken, welcher von einem blasseren Sternenlichthof umgeben ist. Stärkere Instrumente können schon die feineren Details der wunderschönen Spiralstruktur der Galaxie bestimmen. M100 befindet sich 47 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und ist auch schon wegen ihrer Veranlagung zu Sternenexplosionen aufgefallen. Innerhalb der Galaxie finden schnelle Sternenformationen statt, die dynamische helle, blaue Sterne im Überfluss hervorbringen. M100 ist aber nicht nur wegen seiner Sternenbildung bemerkenswert: während des 20. Jahrhunderts wurden vier Supernovae bezeugt, die innerhalb der Galaxie stattgefunden haben. Die einzige Supernova dieses Jahrhunderts in M100 wurde 2006 beobachtet. M100 ist eine der Juwelen dieser Himmelsregion und sollte bei Beobachtungen unbedingt berücksichtigt werden.

M100

M100, European Southern Observatory Image. Image Credit: ESO, Creative Commons.

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Weitere zweieinhalb Grad südwestlich von M100 liegt ein weiterer Leckerbissen für alle Liebhaber von Spiralgalaxien, die wunderschöne M98. Mit einer Helligkeit von +10,10 mag. ist die Galaxie für ein Messier-gelistetes Objekt nicht unbedingt hell (denken Sie daran, dass die allermeisten Objekte auf der Messier-Liste mit einer 2,5-Zoll Lichtbrechung [Refractor] entdeckt wurden). Aber, wo M100 sich von vorne präsentiert, zeigt M98 einen ganz anderen, verkürzten Aspekt, der seine Helligkeit konzentriert. Mit einer Winkelausdehnung von 9,8 x 2,8 Bogenminuten ist M98 zwar länger, aber auch erheblich dünner als die Nachbar-Galaxie, und sie hat eine Balken-Spiralstruktur. Auch diese Galaxie wurde 1781 von Pierre Méchain entdeckt und von Charles Messier katalogisiert. Moderne Beobachter mit relativ kleinen Teleskopen erkennen M98 als einen ausgedehnten Lichtfleck, wohingegen Beobachter mit größeren Instrumenten Spuren von Fleckzeichnungen ihrer inneren dunklen Bahnen erahnen können. Obwohl innerhalb von M98 weiterhin Sternenbildung in beträchtlichem Umfang vonstatten geht, wie bewiesen durch eine noch junge, blaue Sternenpopulation, so wandelt sich viel von dem Lichtausstoß der Galaxie durch die Menge an Staub und bedeutenden HII-Regionen (interstellare Wolke aus leuchtendem Gas) von ionisierendem Wasserstoff hin zu einer Rotverschiebung (generell: Verschiebung von Spektrallinien zum roten Ende des Spektrums hin). Diese Gegenden gleichen denen der M42-Region (Orionnebel) in unserer Galaxie.

M98

M98 - European Southern Observatory Image. Image Credit: ESO, Creative Commons.

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Langzeitaufnahmen von M98 enthüllen einen auffallenden Knick und einen Schweif von ihrem maßgebenden Spiralarm. Diese Auffälligkeiten, zusammen mit einer zusätzlichen ungewöhnlichen Blauverschiebung in ihren spectralen Eigenschaften lassen darauf schließen, dass die Galaxie M98 vor nicht allzu langer Zeit (in der Zeitrechnung von Galaxien gesprochen) eine Begegnung mit der Nachbar-Galaxie M99 hatte. Als man diese Blauverschiebung zuerst entdeckt hatte, war spekuliert worden, dass M98 ein wesentlich näheres Objekt sein musste als ihre Nachbarn. Aber dieses angenommene, den Gezeiten unterworfene Zusammentreffen, scheint dieses Phänomen auf eine elegantere Art und Weise zu erklären.

Eineindrittel Grad östlich von M98 liegt die schon erwähnte Galaxie M99, auch bekannt als die Coma Pinwheel Galaxy (die Coma Windrad-Galaxie; die Galaxie darf nicht mit der Dreiecksnebel-Galaxie M33 im Sternbild Dreieck [Triangulum] verwechselt werden, die ebenfalls "Windrad" genannt wird). M99 ist, wie ihre Nachbar-Galaxien M100 und M98, eine Spiralgalaxie, allerdings präsentiert sie sich von vorne, anstatt, wie M98, hochkant. Einige Quellen berichten, dass Pierre Méchain alle drei Galaxien in derselben Nacht - am 15. März 1781 - entdeckt hat. Gar nicht mal so schlecht für einen Beobachtungsabend!

M99

M99 - Copyright Adam Block Mount Lemmon SkyCenter University of Arizona, Creative Commons.

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Die Galaxie M99 ist ein massives Objekt (Winkelausdehnung 5,3 x 4,6 Bogenminuten) mit einer Helligkeit von +9,89 mag. Sie liegt ein wenig weiter von uns entfernt als ihre Nachbarn, nämlich 53 bis 55 Millionen Lichtjahre. M99 hat die besondere Eigenschaft, die zweite Spiralgalaxie (genauer: Spiralnebel) zu sein, die als solche vom irischen Astronomen William Parsons, Earl of Rosse, erkannt wurde, nach dessen Beobachtungen im Frühling 1846. Was Lord Rosse damals mit seinem enormen Riesenteleskop, dem "Leviathan of Parsonstown" an Ergebnissen erreichte, kann heute mit Hilfe von modernen Instrumenten, die eine effektivere Optik haben, viel leichter erreicht werden. Roger Nelson Clarke schreibt über die Galaxie M99 in seinem Buch "Visual Astronomy of the Deep Sky", dass "sich in 8-Zoll Teleskopen die mittleren Bereiche als eine kleine, helle und unscharfe Region erwiesen, während die Spiralarme um sie herum einen weichen gleichbleibenden Lichtschein formten....die Entdeckung des hellen, südlich gelegenen Spiralarms wurde von Beobachtern berichtet, welche bei guten bis exzellenten Beobachtungsbedingungen 8-Zoll Teleskope benutzten." Es sei hier noch einmal darauf hingewiesen, dass für das Aufspüren von Spiralstrukturen in der M99-Galaxie (wie auch bei vielen anderen der bedeutenden Spiralgalaxien) nur wirklich größere Teleskope (12-Zoll und mehr) von Nutzen sind, und natürlich wirklich annehmbare Himmelsbedingungen - aber wenn man dann diese Beobachtungen einmal gemacht hat, dann bleiben sie unvergessen.

Der südliche Spiralarm von M99 erscheint insgesamt dominanter und etwas weiter ausgedehnt als der weniger augenfällige nördliche Spiralarm. Dies gibt der Galaxie ein etwas schiefes Aussehen. Das könnte damit zusammenhängen, dass die Galaxie in gravitativer Wechselwirkung mit einer ganzen Anzahl von Himmelskörpern steht, u. a. mit der bereits genannten Spiralgalaxie M98, aber doch eher mit der nahe gelegenen Balkengalaxie NGC4262 oder der exotischen Galaxie VIRGOHI21. Das letztere Objekt ist eine so genannte "Schwarze Galaxie", eine Region, die zu 1% aus Wasserstoff besteht, und der Rest ist dunkle Materie, vergleichbar der Masse einer kleinen Galaxie; aber es gibt keine Sterne. In den Debatten um VIRGOHI21 wird auf der einen Seite die Existenz von Schwarzen Galaxien bestritten, während man andererseits darauf hinweist, dass die VIRGOHI21-Region lediglich ein großes Gasgebiet ist, das sich von den anderen Galaxien in dieser Region gelöst hat. Aber falls dies so sein sollte, dann müsste dieses Objekt zahlreiche Sterne beinhalten. Dem ist aber kurioserweise nicht so! Es sind also weitere Beobachtungen und Theorien nötig, um genauer festzustellen, was in diesem Gebiet des Kosmos' vor sich geht.

Drei Grad östlich von M99 liegt eine andere attraktive Spiralgalaxie, M88; und weitere eineinhalb Grad östlich befindet sich die uns stirnseitig zugewandte Balken-Spiralgalaxie M91. Für Beobachtungen mit kleineren Teleskopen eignet sich von den beiden Galaxien M88 besser. Die Galaxie steht nicht hochkant (einige Quellen geben sie mit einer Neigung von 36 Grad an, andere Quellen nennen eine 64-Grad Neigung) und kann von der Erde aus sehr gut beobachtet werden, wobei ihre perspektivische Verkürzung zu der allumfassenden Oberflächen-Helligkeit dieses 6,8 x 3,7 Bogenminuten großen und +9,6 mag. hellen Objektes beiträgt. Anders als viele der vorgenannten katalogisierten Messier-Galaxien, die fast alle von Pierre Méchain entdeckt wurden, wurde M88 am 18. März 1781 von Charles Messier selbst entdeckt. Die Spiraleigenschaften von M88 können mit ausreichend großen Instrumenten beobachtet werden, wobei gute Himmelseigenschaften und eine ausreichende (wohl eher x 150 +) Vergrößerung vorausgesetzt werden müssen. M88 steht beispielhaft für eine regelmäßige Spiralgalaxie und rangiert ganz oben auf der Liste potentieller Beobachtungsobjekte in diesem Himmelsgebiet.

M91, andererseits, ist ein eher problematisches Beobachtungsobjekt, das mit einer Helligkeit von +10,19 mag. zu den blassesten Objekten des Messier-Kataloges zählt. Die Galaxie wurde in der Tat auch erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts für würdig befunden, der Messier-Liste hinzugefügt zu werden. Bis dahin wurde M91 als ein so genanntes "verlorenes Messier-Objekt" angesehen - als ein Objekt, welches zwar klar protokolliert und beschrieben werden konnte, aber eben nicht präzise zu lokalisieren war. Erst 1969 konnte das Mysterium zu einem glücklichen Ende gebracht werden, nachdem der amerikanische Amateur-Astronom William C. Williams den bereits von Messier vorgegebenen Angaben, von M89 aus zu suchen anstatt von der schon katalogisierten Galaxie M58, gefolgt war (Anmerkung: William Herschel hatte allerdings schon 200 Jahre vorher M91 als ein mögliches Objekt vorgeschlagen).

M88

M88 - Copyright Adam Block Mount Lemmon SkyCenter University of Arizona, Creative Commons.

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Während M88 eine sehr hohe Flächenhelligkeit besitzt, so ist die von M91, mit einer Winkelausdehnung von 5,2 x 4,2 Bogenminuten und einer uns zugewandten Stirnseite, doch eher niedrig. Um den zentralen Balken zumindest flüchtig zu erblicken, sind sowohl sehr gute Himmelsbedingungen als auch ein größeres Teleskop (8-Zoll und mehr) vonnöten. Erst bei Anwendung der Langzeitfotografie erschließt sich diese Galaxie wirklich. Astrofotografen werden dabei die wahre Beschaffenheit dieses wunderbaren Objektes enthüllen, mit den beiden anmutigen, weit ausladenden Spiralarmen, dem kondensierten Kern und dem großflächigen Balken. Was das Thema Sternenbildung angeht, so produziert sich M91 auf diesem Gebiet eher bescheiden, ist aber gleichzeitig, als eine der größeren Balken-Spiralgalaxien innerhalb der Jungfrau-Gruppe, mit 51 bis 55 Millionen Lichtjahren von uns bedeutend weiter entfernt als viele andere bedeutende Gruppenmitglieder.

M91

M91. Image credit: Joseph D. Schulman, Creative Commons.

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Knapp ein Grad süd-südwestlich von M88 liegt die kleine, +10,19 mag. helle Spiralgalaxie NGC4477, welche wiederum am Anfang einer prächtigen 1,5 Grad langen Bogen-Galaxienkette liegt, die auch als Markarjansche Kette bekannt ist. Diese sanft gebogene Linie von Galaxien ist wohl eine der schönsten Sehenswürdigkeiten am Himmel und, aus einem galaktischen Blickwinkel gesehen, ein vielleicht unvergleichliches fotografisches Objekt. 

Die Markarjansche Kette beinhaltet an ihrem nördlichen Ende die bereits genannte Spiralgalaxie NGC4477 und an ihrer südlichen Spitze die Hauptgalaxien M84 (elliptisch, +9,10 mag. hell) und M86 (linsenförmig, +8,89 mag. hell). Weitere "Kettenmitglieder" sind die Galaxien NGC4473 (elliptisch, +10,19 mag. hell), NGC4461 (spiralförmig, +11,19 mag. hell), NGC4458 (elliptisch, +12,10 mag. hell), sowie die beiden Galaxien NGC4438 und NGC4435, beides Spiralgalaxien und +10,80 mag. hell, auch bekannt unter dem Namen "Augengalaxien" (The Eyes). Die Kette ergießt sich über die Grenze des Sternbildes Haar der Berenike hinaus in das Sternbild Jungfrau (Virgo), wo auch der größte Teil der Kette anzutreffen ist.,

Die Markarjansche Kette ist nach dem armenischen Astrophysiker Benjamin Markarjan benannt, der in den frühen 1960iger Jahren als erster darauf hingewiesen hatte, dass sich alle diese Galaxien gemeinschaftlich untereinander bewegen. Und in der Tat haben weitere Beobachtungen ergeben, dass sich alle diese Galaxien in einer gravitativen Wechselwirkung zueinander befinden, obgleich es aber auch andere als die genannten Galaxien in diesem Gebiet gibt, die teilweise weiter entfernt oder aber wiederum näher gelegen sind, wie die bemerkenswerte Spiralgalaxie NGC4388, von der man nicht genau weiß, ob sie nun noch Teil der Kette ist oder nicht.

 

Markarjansche Kette

Markarjansche Kette. Image Credit: Mark Blundell.

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Es ist, offen gesagt, schwierig, aus der Markarjanschen Kette eindeutige Höhepunkte herauszugreifen, aber wir müssen uns doch näher befassen mit dem Galaxien-Pärchen NGC4438 und NGC4435 und ihrem schaurig-schönen Namen "Augengalaxien" (The Eyes). Dieses Pärchen sieht aus wie ein Augenpaar, welches den Beobachter durch die Himmelsdüsternis anblickt. Den Spitznamen hat der im späten 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts forschende Astronom L. S. Copeland diesen Galaxien verliehen. Die Exaktheit dieses Spitznamens kann man sich bei der Beobachtung dieser beiden Objekte mit sogar relativ kleinen Teleskopen bestätigen lassen, wobei die fast ähnliche Kern-Helligkeit der Galaxien und die ähnliche Winkelausrichtung beider Objekte die "Augenillusion" sogar noch verstärken. Es ist offensichtlich, dass beide Galaxien in der Vergangenheit eine Art von Wechselwirkung durchgemacht haben müssen, da die Astrofotografie eine beachtliche Menge an stellarer und dunkler Materie enthüllt hat, welche sich aus der Scheibe von NGC4438 ergießt.

Ein Grad südöstlich der Augengalaxien liegt die riesige elliptische Galaxie M87, einfacher bekannt unter dem Namen Virgo A. Dieses gewaltige Objekt kann leicht mit Amateur-Instrumenten von sogar leicht schadstoffbelasteten Umgebungen aus erkannt werden; die Galaxie hat eine Helligkeit von +8,60 mag. und wurde im Jahre 1781 von Charles Messier entdeckt und katalogisiert.

Die M87-Galaxie als "riesig" zu bezeichnen ist sogar noch untertrieben: es wird geschätzt, dass die Galaxie bis zu 200 mal die Masse unserer eigenen Milchstraße hat und dass über 12000 Kugelsternhaufen sich in einer Umlaufbahn um sie herum befinden; zum Vergleich: in unserer Galaxie sind es gerade einmal 150 - 200 Kugelsternhaufen. Außerdem befindet sich M87 nahe dem gravitativen Zentrum des Virgo-Galaxienhaufens und könnte die gravitative Hauptantriebskraft des gesamten Systems sein. Die Astrofotografie hat einen breiten Strahl enthüllt, der vom Zentrum der Galaxie ausströmt. Dieser Strahl wurde zuerst 1918 vom amerikanischen Astronomen Heber Doust Curtis entdeckt, der zu dieser Zeit das Lick Observatorium in San Jose, Kalifornien, leitete. Ein dazugehöriger gegenüberliegender, allerdings blasserer Strahl wurde im Jahre 1966 entdeckt. Diese Strahlen kennzeichnen in ihrem Epizentrum das wohl massereichste Schwarze Loch, das bisher bekannt ist - ein 2 bis 3 Milliarden Sonnemassen-Objekt, das auf die volumetrische Größe unseres Sonnensystems verdichtet ist. Es wird angenommen, dass es dieses Sonnenmassen-Objekt ist, welches Virgo A zu einem der energetischsten Quellen von Röntgen-Strahlen, Radiowellen und Gammastrahlen am Himmel macht.

M87

M87 - Hubble Image, showing main central jet. Image Credit: NASA/ESA, Public Domain.

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Diese bemerkenswerte Monster-Galaxie kann mit Ferngläsern von ausreichender Größe und einer geeigneten Beobachtungsumgebung leicht ausfindig gemacht werden, und sie ist dabei eine der am unkompliziertesten zu observierenden Galaxien. Um Ihnen ein Gefühl für die Ausmaße zu geben: M87 liegt 55 Millionen Lichtjahre entfernt, und der äußere von der Erde noch zu beobachtbare Bereich bedeckt eine Himmelsfläche, die größer ist als der Vollmond. Wenn man anstatt M31, die AndromedaSpiralgalaxie, M87 an unseren Himmel installieren würde, dann passte M87 in ein Gebiet von der Größe des Pegasus-Vierecks; das ist schon ganz schön groß! Aber sogar die große M87-Galaxie verblasst im Vergleich zur elliptischen Galaxie IC1011(auch im Sternbild Jungfrau), welche zur Zeit die größte bekannteste Galaxie ist, mit einer Breite von überwältigenden 6 Millionen Lichtjahren, d. h., die 60-fache Größe unserer Milchstraße, die 100.00 Lichtjahre überspannt.

Knapp ein Grad östlich von M87 liegt eine weitere elliptische Galaxie: M89. Diese von Charles Messier entdeckte Galaxie ist mit +9,80 mag. ziemlich hell und mit einer Größe von 3,5 x 3,5 Bogenminuten auch ziemlich massiv. M89 ist ein bemerkenswert kugelförmiges Objekt, bzw. scheint es aus unserer Perspektive zu sein. Das ist sehr ungewöhnlich, denn die meisten elliptischen Galaxien begegnen uns in leicht gestreckter Form. M89 ist in Bezug auf seine Gleichförmigkeit ein ziemlich ungewöhnliches Objekt. Dies macht es in den meisten Teleskopen zu einem leicht beobachtbaren, allerdings leider auch recht ausdruckslosen Ziel.

 

M89

M89 - Hubble Image. Image Credit: NASA/ESA, Public Domain.

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Während die bedauernswerte Galaxie M89 doch ziemlich fade daherkommt, so ist das bei ihrer Nachbarin, der Spiralgalaxie M90, welche 3/4 Grad nördlich von M89 zu finden ist, völlig anders. Mit einer Helligkeit von +9,50 mag. und einer Winkelausdehnung von 9,5 x 4,4 Bogenminuten ist es etwas schwieriger, diese Galaxie im Vergleich zu ihren Nachbargalaxien mit Ferngläsern zu beobachten, aber in größeren Teleskopen ist ihre ausgedehnte Spiralstruktur gut zu erkennen. Unter den von Messier gelisteten Galaxien ist die M90-Galaxie ziemlich einmalig, da ihre Spektralverschiebung in Richtung der blauen Spektrumseite sehr ausgeprägt ist, was darauf schließen läßt, dass diese Galaxie sich uns schneller nähert als der Rest des Virgo-Galaxienhaufens. Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass die Galaxie sich von den gravitativen Grenzen des Galaxienhaufens befreit hat, oder sie ist uns tatsächlich beträchtlich näher als die ungefähr 50 Millionen Lichtjahre Distanz, die man bisher angenommen hat.

Ein weiteres interessantes Merkmal von M90 ist, dass die Sternenbildung innerhalb des Systems beinahe vollständig eingestellt worden ist. Von daher nennt man solch eine Galaxie auch eine "fossile Galaxie". Der rasante Flug von M90 durch das insterstellare Medium scheint der Galaxie sehr viel von ihrer sternenbildenden Materie entzogen zu haben durch einen Prozess, welcher als "Ram Pressure Stripping" bekannt ist, als ein Entzug des Staudruckes. Dieser Befund scheint sich nach mehreren Supernovae im Gebiet der Zentralarme noch verschlimmert zu haben, da man hier normalerweise mit einer ausreichenden Menge an sternenbildender Materie rechnen kann. Die aus diesen Ereignissen hervorgegangenen gebündelten Sternenwinde haben eine ganze Menge dieser Materie aus der galaktischen Scheibe und somit aus der gravitativen Einflusssphäre der Galaxie herausgeblasen.

M90

M90 - Hubble Composite Image. Image Credit: NASA/ESA, Public Domain.

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Eineindrittel Grad südlich von M90 liegt eine weitere Spiralgalaxie, M58. Obgleich M58 mit einer Helligkeit von +9,69 mag. ein wenig blasser ist als M90, so erscheint sie aufgrund ihrer komprimierten Größe von 6,0 x 4,8 Bogenminuten insgesamt gesehen doch ein wenig heller. M58 ist eine Balkenspiral-Galaxie, deren Balken aufgrund der relativen Helligkeit ihrer Spiralarme allerdings ein wenig undeutlich erscheint, besonders in kleineren Teleskopen, welche dagegen aber die Scheibenform gut abbilden. Größere Instrumente eröffnen die Möglichkteit, die Fleckzeichnung der internen Galaxiestruktur und der Spiralarme aufzulösen, wobei dann auch der zentrale Balken bei Einsatz von 8-bis 10-Zoll-Instrumenten klarer hervortritt. M58, gemeinsam mit M90, ist ebenfalls ein Opfer des gefürchteten "Ram Pressure Stripping" (Entzug des Staudruckes), welcher auch hier sternenbildende Materie der Galaxie entzogen hat. M58 liegt ungefähr zwischen 62 und 68 Millionen Lichtjahre von uns entfernt (die Quellen variieren), und es wird angenommen, dass die Galaxie zur Zeit ihrer Entdeckung im Jahre 1779 von Messier das am weitesten entfernte beobachtete Objekt des Universums gewesen ist.

M58

M58 - Copyright Adam Block Mount Lemmon SkyCenter University of Arizona, Creative Commons.

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Etwas mehr als ein Grad östlich von M58 liegen zwei elliptische Galaxien, M59 und M60 (knapp unter einem halben Grad weiter östlich). Diese beiden Galaxien wurden im April 1779 zuerst von dem deutschen Astronomen Johann Gottfried Koehler entdeckt und kurz danach von Charles Messier in seinen Katalog mit aufgenommen. Im Prinzip waren diese beiden Männer vorrangig damit beschäftigt, Kometen zu beobachten, ohne sich besondere Gedanken über "Deep Sky"-Objekte zu machen. Ironischerweise hatten jedoch die Entdeckungen dieser für sie "lästigen" und "ärgerlichen" Objekte, die ihrer Beobachtung von "richtigen" Kometen im Wege standen, letztendlich einen bedeutend größeren kosmischen Stellenwert.

M60 und Begleiter, NGC 4647

M60 und Begleiter, NGC 4647 - Copyright Adam Block Mount Lemmon SkyCenter University of Arizona, Creative Commons.

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Von den beiden genannten Galaxien ist M60 mit einer Helligkeit von +8,8 mag. gegenüber +9,6 mag. bei M59 die dominantere und mit einer Winkelausdehnung von 7,6 x 6,2 zu 5,4 x 3,7 Bogenminuten bei M59 auch die größere Galaxie. Trotzdem ist M59 ein schönes Objekt, welches einen hellen äußeren Lichthof zeigt, den man allerdings nur mit großen Teleskopen erkennen kann. Die Galaxie wird jedoch in astrotografischer Hinsicht von der Galaxie M60 übertrumpft, welche eine dichtgepackte Balkenspiral-Begleitgalaxie offenbart, NGC4647, mit einer Helligkeit von +11,30 mag., nordwestlich von M60 gelegen, wo sie die größeren äußeren elliptischen Bereiche von M60 überlagert. Mit sehr großen Teleskopen (12-Zoll und höher) und von einem sehr dunklen Standort aus ist es möglich, diese Begleitgalaxie zu sehen; kleinere Instrumente bringen hier wenig. Es wird diskutiert, ob NGC4647 und M60 aufeinander einwirken oder nicht, da bis auf die eindeutige sichtbare Nähe wenig an Beweisen hierfür vorliegen. Neueste Beobachtungen mit dem Hubble Space Teleskop legen jedoch nahe, dass ein gegenseitiges Einwirken sich möglicherweise im Anfangsstadium befindet und dass die beiden Objekte nicht nur zufällige Blickachsenobjekte sind.

Es wird angenommen, dass beide Galaxien, M59 und M60, supermassereiche Schwarze Löcher beinhalten in der Größenordnung der Masse von M87 (gleich oder sogar noch größer), wobei sich die Masse von M60 auf gewaltige 4,5 Milliarden Sonnenmassen stellt.

Wenn wir eine Linie zurück nach Westen ziehen, von M60 nach M59, dann wieder zurück nach M58, dann haben wir einen Startpunkt gefunden für die Identifizierung unseres nächsten Zieles in diesem Monat, nämlich die Galaxie der Siamesischen Zwillinge (Siamese Twins Galaxy) bzw. der Schmetterlings-Galaxie (Butterfly Galaxy). Diese Galaxie sind in Wirklichkeit zwei Objekte mit den Bezeichnungen NGC4567 und NGC4568, welche knapp über einem halben Grad süd-südwestlich von M58 gefunden werden können. Die Galaxien sind +11,30 mag. bezw. +10,80 mag. hell und stellen sich in kleineren Teleskopen als ein V-förmiger Lichtfleck dar. Größere Instrumente (8 - 10-Zoll-Klase) lösen diese Objekte ganz eindeutig auf in ein abgerundeteres "V" - welches in der Tat an einen fliegenden Schmetterling erinnert. Größere Instrumente schaffen unter guten Beobachtungs-bedingungen auch die Möglichkeit, Helligkeitsunterschiede innerhalb der Scheiben aufzulösen, aber auch hier schafft es nur die Astrofotografie, die wahre Schönheit dieses Objektes aufzuzeigen. Die Bilder enthüllen den frühen Beginn einer Kollision zwischen diesen beiden Spiralgalaxien, welche von professionell durchgeführten Infrarot-Beobachtungen bestätigt worden sind.

NGCs 4567 und 4568

NGCs 4567 und 4568. Hubble Image. Image Credit: NASA/ESA, Public Domain.

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Wenn wir eine Linie von M58 ziehen, durch die "Siamesischen Zwillinge" hindurch und weiter süd-südwestlich, von knapp über 3 1/2 Grad, dann kommen wir zum vorletzten diskussionswürdigen Objekt für diesen Monat, zur hellen elliptischen Galaxie M49. M49 wurde von Charles Messier am 19. Februar 1771 entdeckt und war das erste Objekt der Jungfrauen-Gruppe, welches seinem Katalog hinzugefügt wurde. Mit einer Helligkeit von 8,39 mag. und einer Winkelausdehnung von 10,2 x 8,3 Bogenminuten ist dies eine große, aber immer noch sehr helle Galaxie, ganz gewiss sichtbar genug, um unter durchschnittlichen Beobachtungsbedingungen auch noch in Ferngläsern gesehen zu werden. In der Tat ist M49 die hellste Galaxie innerhalb des Jungfrau-Sternhaufens, wobei die Galaxie M87 ihr einen harten Wettkampf in diesem Bereich liefert. Es wurde angenommen, dass beide Objekte in Größe und Masse ziemlich ähnlich seien, aber neuere Beobachtungen haben jetzt bewiesen, dass M87 bei weitem die größere und schwerere von beiden Galaxien ist. Zum Vergleich: M49 beinhaltet "nur" 6000+ Kugelsternhaufen, während M87 12000+ aufweist.

M49

M49. Image Credit: Ole Nielsen, Creative Commons.

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Vier Grad süd-südwestlich von M49, bei Fortsetzung der imaginären Linie, die wir von M58 gezogen haben, kommen wir auf unserer epischen Mai-Tour zu den letzten Objekten von Deep Sky-Genüssen im Sternbild Jungfrau. Eines dieser Objekte ist eines der schönsten und lebendigsten, die Spiralgalaxie M61.

M61 wurde am 5. Mai 1779 von dem italienischen Astronomen Barnaba Oriani entdeckt und, welch ein Zufall, am selben Abend auch von Charles Messier, welcher die Galaxie als einen möglichen Kometen klassifizierte. Keine ganze Woche später hatte Messier herausgefunden, dass M61 ein statisches Objekt war, und fügte es daraufhin seinem Katalog hinzu.

M61

M61, Hubble Image. Image Credit: NASA/ESA, Public Domain.

Bei einer Helligkeit von 9,69 mag. und einer Winkelausdehnung von 6,5 x 5,9 Bogenminuten ist M61 eine ziemlich massive Galaxie, die einen hellen sternenähnlichen Kern besitzt, der nachweislich von einer stirnseitigen Spirale umgeben ist, die sich in kleineren Teleskopen als ein eher schwächerer Lichthof zeigt, in Teleskopen von 12-Zoll und mehr jedoch leichter und erfolgreicher als eine definitive Spiralstruktur erweist. M61 ist in der Tat eine weitere Balken-Spiralgalaxie, aber dieser Balken ist sehr massiv im Vergleich zu nahezu jeder anderen Balken-Spiralgalaxie, die wir bisher hier besprochen haben. M61 ist wirklich ein lohnenswertes Objekt für Astrofotografen, welche diese massive Spiralstruktur in Langzeitfotografie aufnehmen wollen.

M61 ist eine ungewöhnliche Galaxie, da sie innerhalb des Jungfrau-Sternhaufens eine der aktivsten sternbildenden Galaxien ist. Ebenso ungewöhnlich ist es, dass sie einen gemeinsamen Rekord mit der Galaxie M83 hält; beide Galaxien sind die aktivsten Messier-Objekte in Bezug auf den Ausbruch von Supernovae, von denen im letzten Jahrhundert 6 Stück beobachtet wurden.

Vielen Dank an den Autor des englischprachigen Textes: Kerin Smith 

 

 

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