Besonderheiten des Himmels für den Monat März

Wir machen uns bereit für die Rückkehr des Frühlings, den wir hier in der nördlichen Hemisphäre gegen Ende März erwarten, und wir sind alle zuversichtlich, dass dann auch das Wetter "frühlingshaft" sein wird.

Den Himmelslesern in der südlichen Hemisphäre, die zur gleichen Zeit den Herbst begrüßen, wünschen wir ebenfalls alles Gute!

Der 20. März 2017 verkörpert die Grenze, an welcher die Sonne den Himmeläquator hin zu der nördlichen Hälfte der Ekliptik überschreitet. Von diesem Zeitpunkt an werden die Tage für die Bewohner der nördlichen Hemisphäre nach und nach länger als die Nächte; und für die Bewohner der südlichen Hemisphäre gilt das genaue Gegenteil. Dieser Zeitpunkt im März ist auch bekannt als "Vernal Equinox" (der Frühlingspunkt), vom lateinischen Wort für Frühling – "Ver" – stammend. Während dieser Zeit haben die Tage und Nächte ungefähr die gleiche Länge, aber nach dem Vernal Equinox werden uns hier in der nördlichen Hemisphäre diese für uns so wertvollen dunklen Stunden fehlen. Im Kreislauf von Tag und Nacht behält der Tag im Gefälle hin zum Sommer jetzt die Oberhand. Ende März, Anfang April wird in den Ländern, die den Frühling begrüßen, die Uhr um eine Stunde vorgestellt, um somit noch mehr Tageslicht zu haben; in den Ländern, in welchen der Herbst beginnt, wird die Uhr aus dem gleichen Grunde eine Stunde zurückgestellt. Diese Maßnahmen beeinflussen natürlich den Stundenunterschied zwischen dunkel und hell noch mehr.

Aber wo Sie sich in dieser Welt auch befinden mögen, diese Jahreszeit bietet Ihnen einige der lohnenswertesten Gelegenheiten zur Observierung. Falls also das Wetter mitspielt und der Himmel wolkenlos ist, gehen Sie hinaus und beobachten Sie ihn, denn er hält wieder eine ganze Menge für Sie bereit...

Das Sonnensystem

Der Mond

Der Mond

Bild erzeugt mit SkySafari for Mac OS X, ©2010-2012 by Southern Stars, www.southernstars.com

Der Mond beginnt den März als eine drei Tage alte Mondsichel im Sternbild Fische (Pisces). Da unser natürlicher Begleiter zu diesem Zeitpunkt möglicherweise nur unter schwierigen Bedingungen zu beobachten sein wird, dient die strahlend helle Venus, die sich bei Sonnenuntergang ungefähr 13 Grad westlich und in Einklang mit dem dünnen Mond befindet, als ein nützlicher Wegweiser zu dessen Standort.

Am 5. März wird der Mond zum Halbmond während er sich im Sternbild Stier (Taurus) befindet. In den wenigen Märztagen zuvor zeigt der Mond sich seinen Beobachtern in der nördlichen Hemisphäre in einer seiner "Hochfrühlings-Mondsichel"-Phasen ("High Spring Crescent" phases). Diese kurze Zeitspanne bietet eine der besten Möglichkeiten, den Mond von diesem Teil der Erde aus zu beobachten und abzubilden, denn der vergleichsweise große Abstand vom Horizont liefert beste Möglichkeiten geeigneter Beobachtungsbedingungen, und der Winkelabstand von der Sonne wirft spektakuläre Licht- und Reliefzeichnungen auf die Mondoberfläche.

Am 12. März wird der Mond zum Vollmond. Er befindet sich jetzt im Sternbild Löwe (Leo) und vergnügt sich damit, die ungezählten Galaxien in seiner Umgebung fortzuspülen, was sich letztendlich als ein ernstzunehmender Eingriff in die Beobachtungsmöglichkeiten sowohl für Deep Sky-Beobachter als auch für Astrofotografen herausstellt. Man sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass zu dieser Zeit im Monat gute Aufnahmen in der blassen und verschwommenen Umgebung kaum gelingen können.

Der Mond erreicht seine abnehmende Halbmondphase am 20. März, wenn er neben Saturn am morgendlichen Himmel aufsteigt, wobei beide Objekte sich im Sternbild Schütze (Sagittarius) aufhalten. Jenseits davon geht der Mond behutsam über zur Neumondphase, die er am 28. März erreicht, und sich dabei mit der Sonne im Sternbild Fische zusammentut.

Wir verlassen den Mond am 31. März als eine 4 Tage alte zunehmende Mondsichel im Sternbild Stier. Und wiederum bietet sich jetzt eine sehr gute Gelegenheit, den Mond am Abendhimmel zu beobachten, sofern man sich in der nördlichen Hemisphäre befindet.

Merkur

Zu Beginn des Monats März finden wir Merkur 6 Tage vor der Oberen Konjunktion (Superior Conjunction) und somit leider unbeobachtbar für den größten Teil der ersten Monatshälfte. Aber Merkur wird im späteren Monatsteil auf spektakuläre Weise als abendliches Zielobjekt zurückkehren - indem er sich uns hier in der nördlichen Hemisphäre von einer seiner besten Seiten des Jahres zeigt.

Der 15. März zeigt Merkur bei Sonnenuntergang ungefähr 5 ½ Grad hoch im Westen (beobachtet von 51 Grad Nord) als ein -1,5 mag. helles und 5,6 Bogensekunden im Durchmesser großes Objekt. An den danach folgenden Abenden des Monats steigt Merkur bei Sonnenuntergang höher und höher in den Himmel. Am Abend des 20. März treffen sich Merkur und die hellere Venus bei Sonnenuntergang Seite an Seite am Himmel, wobei beide Planeten auf einer Höhe von 9 Grad (beobachtet von 51 Grad Nord) ungefähr um 9 ½ Grad voneinander entfernt sind (wobei Venus der westlichere Planet von beiden ist).

Gegen Ende des Monats ist Merkur zu einem -0,1 mag. hellen Objekt verblasst, bei einer Beleuchtungsstärke von 43,9% und einer Winkelgröße von 7,4 Bogensekunden; der Planet steht jedoch bei Sonnenuntergang kurz vor 15 ½ Grad hoch (beobachtet von 51 Grad Nord) – eine der besten Zeiten und Gelegenheiten, diese imaginäre Welt von der nördlichen Hemisphäre aus zu beobachten und zu fotografieren. Falls Sie Merkur noch nie gesehen haben sollten, dann verpassen Sie jetzt nicht die Gelegenheit, ihn zu entdecken. 

Venus

Venus beginnt den März als ein abendliches Objekt im Sternbild Fische, und zwar mit einer beeindruckenden Helligkeit von -4,6 mag., hart an der maximalen Helligkeitsstufe, die der Planet erreichen kann. Bei einer Beleuchtungsstärke von 16,2% und einem enormen (gemessen an planetarischen Standards) Durchmesser von 47,5 Bogensekunden steht Venus bei Sonnenuntergang etwas unter 29 ½ Grad hoch im Westen. Am Abend des 1. März sieht man Venus in lockerer Konjunktion mit einer dünnen Mondsichel und dem bedeutend blasseren Mars.

Auf ihrer schnelleren inneren Umlaufbahn holt Venus die Erde ein. So sind die beiden Planeten am 1. März 52,6 Millionen km voneinander entfernt, wohingegen Mitte des Monats dieser Abstand auf 43,9 Millionen km gefallen ist. Diese Annäherung hat den Effekt, dass der Winkelabstand zwischen Venus und Sonne perspektivisch verkürzt wird. Daraus folgt, dass Venus bei Sonnenuntergang am Abend des 15. März nur 15 ½ Grad hoch steht (beobachtet von 51 Grad Nord) und seine Helligkeit auf -4,3 mag. gefallen ist, da seine Phase sich auf knapp 4,4% Beleuchtungsstärke reduziert hat. Zu diesem Zeitpunkt hat Venus einen Durchmesser von kolossalen 56,8 Bogensekunden, und seine Phasengestalt ist mit den meisten optischen Geräten klar zu sehen – einschließlich Geräten mit geringer Vergrößerung, wie z. B. Operngläser. Einige unerhört klarsichtige Himmelsleser haben berichtet, dass sie die Phasengestalt der Venus mit bloßem Auge gesehen haben wollen. Dies ist jetzt genau die richtige Zeit, um diese Aussage einem Test zu unterziehen.

Um den 20. März herum ist Venus immer noch sehr hell, aber sie ist ein wenig blasser geworden, verglichen mit der Helligkeit des Monatsanfangs. Sie scheint nun mit einer Helligkeit von -4,1 mag. und zeigt jetzt eine Rasierklingen-dünne Beleuchtungsstärke von noch knapp 1,9%. Bei einer Größe von 58,8 Bogensekunden im Durchmesser wird es ein Vergnügen sein, den Planeten mit einem Teleskop zu beobachten; seine Höhe bei Sonnenuntergang (beobachtet von 51 Grad N) von knapp unter 9 Grad macht es jedoch erforderlich, bei den Beobachtungen einen geeigneten westlichen Horizont zu haben. In der letzten Märzwoche scheint Venus zur Sonne hin abzutauchen und verliert dabei 1 Grad täglich an Höhe bei Sonnenuntergang. Am 25. März kommt der Planet zu seiner Unteren Konjunktion und entfernt sich dabei von der Sonne um weniger als 9 Grad. Nach diesem Zeitpunkt taucht Venus als ein morgendliches Objekt aus dem Sonnenlicht wieder auf.

Mars

Mars beginnt den März im Sternbild Fische bei einer Helligkeit von +1,3 mag. Seine auffällige lachsfarbene Scheibe ist nur 4,6 Bogensekunden breit, aber bei starker teleskopischer Vergrößerung enthüllt der Planet einige seiner hauptsächlichen Oberflächendetails.

Wie bereits in früheren SkyGuides berichtet, nimmt die Helligkeit des Mars' kontinuierlich ab, während wir auf unserer schnelleren inneren Umlaufbahn von ihm wegziehen. Um die Mitte des Monats hat die Helligkeit des Roten Planeten, der sich jetzt im Sternbild Widder (Aries) aufhält, auf +1,4 mag. abgenommen, und seine Größe zeigt noch einen Durchmesser von 4,4 Bogensekunden.

Am frühen Abend des 30. März zieht ein hoher Sichelmond um ungefähr 5 ½ Grad südlich am Mars vorbei. Der Planet ist jetzt ein +1,5 mag. helles und mit 4,2 Bogensekunden im Durchmesser großes Objekt, welches weiterhin all jene faszinieren wird, die es mit angemessen starken Instrumenten beobachten können. Seine beste Beobachtungszeit wird allerdings erst wieder in der Mitte des Sommers 2018 sein, wenn es dann zur nächsten Mars-Opposition kommt (alle 2 Jahre; Sonne, Erde und Mars stehen dann ungefähr auf einer Linie).

Jupiter

Jupiter beginnt den März nur 5 Wochen vor seiner Opposition (seiner nahesten Position zur Erde). Als solcher nehmen seine Helligkeit und seine Größe stetig zu, während wir den Planeten auf unserer schnelleren inneren Umlaufbahn einholen. Am 1. März zeigt sich Jupiter als eine -2,3 mag. helle und mit 42,3 Bogensekunden im Durchmesser große Scheibe, die sich im Sternbild Jungfrau (Virgo) befindet. Für alle Teleskopbesitzer weltweit ein wunderbares Zielobjekt.

Jupiter geht abends um 21.14 (GMT / UT, beobachtet von 51 Grad Nord) auf und hat seinen Durchgang morgens um 02.48 am am 1. März. Er bleibt nun mal das Beobachtungsobjekt für all diejenigen, die sich mit seinem Anblick in den frühesten Morgenstunden belohnen

Mitte März hat Jupiter seine Helligkeit nach -2,4 mag. und seine Winkelgröße auf 43,3 Bogensekunden gesteigert. Der Planet geht nun abends um 20.15 (GMT / UT, beobachtet von 51 Grad Nord) auf und hat seinen Durchgang morgens um 01.48 . Am Abend des 14. März trennt sich Jupiter vom abnehmenden Dreiviertelmond um knapp 2 Grad, während beide Himmelskörper über Europa und Teilen von Afrika, dem Mittleren Osten und West-Asien aufgehen. Die beiden Planeten geben zur Mitte des Abends am Himmel ein schönes Pärchen ab.

Ende März hat Jupiter in Helligkeit und Winkelgröße noch einmal zugelegt, auf -2,5 mag. bzw. 44,2 Bogensekunden. Der Planet geht nun abends kurz nach 20.00 auf und hat seinen Durchgang am Morgen des 31. März um 01.39 (GMT / UT, beobachtet von 51 Grad Nord).

Jupiter ist jetzt noch eine Woche von der Opposition am 7. April entfernt und hat als solcher seinen Höhepunkt für das Jahr 2017 erreicht. Alle Himmelsleser sollten diese Gelegenheit zur Beobachtung und Abbildung mit allen zur Verfügung stehenden Teleskopen nutzen.

Saturn

Saturn startet den März im Sternbild Schütze (Sagittarius), in welches er Ende Februar, vom benachbarten Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus) kommend, gewechselt ist. Mit einer Helligkeit von +0,5 mag. ist Saturn nicht das hellste der planetarischen Zielobjekte am Himmel, aber er ist es immer wieder wert, sich mit ihm teleskopisch zu befassen, wobei die Lage des Saturn im äußersten Süden der Ekliptik die Beobachter in der südlichen Hemisphäre natürlich favorisiert. Am 1. März geht die 16,2 Bogensekunden große Scheibe des Saturn kurz nach 03.00 (GMT / UT, beobachtet von 51 Grad Nord) auf.

Zur Monatsmitte hin hat sich in Bezug auf Saturn nicht viel verändert. Der Planet geht kurz nach 02.15 (GMT / UT, beobachtet von 51 Grad Nord) auf. Am 20. März zieht der abnehmende Altsichelmond etwa3 ¼ Grad nördlich an Saturn vorbei. Beide Objekte bilden ein schönes Paar in der Vormorgendämmerung.

Am Monatsende hat Saturn seine Helligkeit nach +0,4 mag. gesteigert, und er ist jetzt eine Scheibe von 17 Bogensekunden im Durchmesser. Der "Herr der Ringe" geht nun kurz nach 02.00 auf und hat seinen Durchgang kurz vor Tagesanbruch (beobachtet von 51 Grad Nord).

Uranus und Neptun

Während des gesamten Monats März verbleibt Uranus in einer günstigen Himmelsposition für abendliche Beobachtungen. Er verbleibt auch den ganzen März über im Sternbild Fische als ein Objekt von +5,9 mag Helligkeit und einer Größe von 3,4 Bogensekunden, wobei sich Helligkeit und Größe nur minimal ändern.

Als sehr nützliche Wegweiser zum Standort von Uranus finden wir am 1. März Mars und die zunehmende Neumondsichel. Mars befindet sich knapp unter 2 Grad westlich bei Beginn der Abenddämmerung, während sich der Mond bei 4 Grad südlich befindet. Uranus sollte mit Ferngläsern und Teleskopen relativ einfach zu finden sein, allerdings wird er bei Anbruch der astronomischen Abenddämmerung im Westen ziemlich tief stehen.

Das Beobachtungsfenster für die abendlichen Observationen des Uranus wird sich rasch schließen, wenn der Planet auf die Mitte April stattfindende Obere Konjunktion zusteuert. Mitte März ist der Planet weniger als 30 Grad von der Sonne entfernt, was es sehr schwierig macht, ihn am helleren Abendhimmel zu entdecken. Am Monatsende ist Uranus kaum 12 Grad von der Sonne entfernt und damit unbeobachtbar.

 

Neptun erreicht die Obere Konjunktion am 2. März und ist verständlicherweise damit außer Sicht für den Rest des Monats. Obwohl der Planet gegen Ende des Monats als ein morgendliches Objekt zurückkehrt, so tut er dies in einem so flachen Teil der Ekliptik, dass er für Beobachter der mittleren nördlichen Hemisphäre nicht zu sehen ist; Beobachter der äquatorialen Gegenden unserer Welt können ihn jedoch gut sehen, da sein Abstand zum Horizont ihn dort besser sichtbar werden läßt. Am 31. März befindet sich Neptun etwas unter 29 Grad westlich der Sonne.

Kometen

Der Komet 2015 ER61 (PanSTARRS; Sternwarte auf Hawaii) ist deshalb so aufregend, da er aufgrund größerer Helligkeit im Mai 2017 möglicherweise noch besser als bisher mit bloßem Auge zu erkennen sein wird. Wie immer sollte man bei Vorhersagen dieser Art vorsichtig sein, aber es wird doch interessant sein zu erfahren, wie sich dieses Objekt entwickeln wird.

2015 ER61 wird während des Monats März durch das Sternbild Schütze wandern, wobei er den Monat nicht weit entfernt von Saturn beginnt. Er ist ein morgendliches Objekt, welches in der Vormorgendämmerung in einer relativ niedrigen Höhe von gemäßigten nördlichen Gefilden aus zu sehen ist. Durchschnittliche Vorhersagen zur Größe des Kometen sehen ihn während des Monats als ein Objekt, das mit bloßem Auge nur schwach zu erkennen sein wird, möglicherweise jedoch zum Ende des Monats auf ungefähr +5,0 mag. heller werdend. Im Mai könnte er aufgrund seiner Sonnennähe sogar noch heller werden. Wie jedoch früher schon berichtet, hängt das allerdings davon ab, ob es sich hierbei um einen seiner ersten Besuche in das Innere des Sonnensystems handelt. Falls dies der Fall sein sollte, dann ist der Komet wahrscheinlich nachhaltig tiefgefroren, und er wird ziemlich inaktiv sein, im Vergleich zu den später erfolgten Besuchen. Der Umstand, dass die Pan-STARRS-Studie ER61 anfangs als einen Asterioden (Kometen und Asteroiden gehören gemeinsam zur Klasse der Kleinkörper / Kleinplaneten) klassifiziert hatte, und nicht als einen Kometen, offenbar aufgrund fehlender deutlicher Kometen-Aktivitäten, läßt den Schluss zu, dass es sich dabei um die erste Möglichkeit handelt.

Der Komet 2015 V2 (entdeckt 2015 von Johnson), hält sich zu Beginn des Februars mit ungefähr +9,0 mag. Helligkeit ziemlich bedeckt, wird jedoch während des März-Monats heller. Während sich der Komet im März für Beobachter in der nördlichen Hemisphäre im Sternbild Herkules gut positioniert hat, wird er im Juni, bei Sonnenannäherung (Perihel), immer heller, eingestuft zwischen +4,0 mag. und +7,5 mag. - zugegebenermaßen eine große Fehlerspanne, aber die mittleren Vorhersagen sehen die Helligkeit bei ca. +6,0 mag., was den Kometen hoffentlich zu einem akzeptablen Beobachtungsobjekt für Ferngläser macht und eventuell sogar zu einem spektakulären Objekt der Beobachtung mit bloßem Auge. 

Astronomisch gesehen ist der Komet Johnson im arktischen Bereich ansässig und kann in weiten Teilen der nördlichen Hemisphäre während der ganzen Nacht hindurch beobachtet werden. Das wird sich erst dann ändern, wenn der Komet seinen drastischen Sturzflug zur Sonne hin macht und auf diese Weise die Sonnennähe (Perihel) einleitet.

 

 

Der Komet 45/P Honda-Mrkos-Pajdusakova (entdeckt 1948 von Honda-Mrkos-Pajdusakova) hatte seinen kürzesten Abstand zur Erde Mitte Februar, sollte jedoch während des gesamten Monats März mit Ferngläsern und kleineren Teleskopen immer noch gut sichtbar sein, obwohl er ein wenig von seiner ehemals (vorhergesagten) Spitzen-Helligkeit von ungefähr +7,0 mag. abgeben und somit blasser wird. Im März wird der Komet die Sterne des Sternbildes Löwe (Leo) durchlaufen, und er sollte relativ leicht zu finden sein, da er während des Monats den Rücken des Löwen hinaufgleitet (siehe auch Grafik unten).

Der Komet 41/P Tuttle-Giacobini-Kresak (Namen der Entdecker) setzt im Laufe des Monats März seine Reise durch die Sternbilder Löwe, Kleiner Löwe (Leo Minor) und dem offenen Sternhaufen Ursa Major (oder Bärengruppe) fort, wobei er immer heller wird. Im letzten Teil des Monats liegt seine Helligkeit bei ungefähr +6,5 mag. und ist damit ein leicht zu beobachtendes Objekt für Ferngläser. Für die Observation mit dem bloßen Auge liegt der Komet eigentlich schon am Limit und könnte evtl. nur von sehr dunklen Beobachtungsstellen aus noch gesehen werden.

Der Komet 2/P Encke wird nach Sonnenuntergang in den ersten Märztagen beobachtbar sein. Bei einer Helligkeit von +5,1 mag. am 1. März ist der Komet eigentlich ein Objekt, das mit bloßem Auge zu sehen ist, aber durch die Nähe zur Sonne wird die Sicht hier eingeschränkt. Am 1. März , wenn die astronomische Dämmerung zu Ende ist, steht der Komet nur knapp über 3 Grad über dem Horizont, beobachtet von mittleren nördlichen Breitengraden, basierend auf ungefähr 51 Grad Nord. Dennoch sind alle Beobachter mit Ferngläsern und Teleskopen, einem klaren, westlichen Horizont vorausgesetzt, eingeladen, einen unserer regelmäßig wiederkehrenden und verlässlichsten Kometen zu beobachten. Am 1. März ist Encke 23 Grad von der Sonne entfernt und steht bei Sonnenuntergang knapp unter 21 Grad hoch (beobachtet von 51 Grad Nord). Eine Woche später ist Enckes Winkelabstand von der Sonne auf knappe 8 Grad geschrumpft, und während der Komet mit +3,6 mag. deutlich heller ist, wird es extrem schwierig, wenn nicht unmöglich, ihn zu beobachten. Der Komet hat am 10. / 11. März seine naheste Annäherung an die Sonne und taucht danach als morgendliches Objekt wieder auf. Unglücklicherweise für alle Beobachter in der nördlichen Hemisphäre befindet sich Encke jetzt in einem flachen Teil der Ekliptik, und obwohl der Komet sich schnell von der Sonne entfernt, so geht er doch in einer Linie mit ihr auf, von unserer Perspektive aus gesehen. Der Komet ist zu dieser Zeit am besten von den Beobachtern der südlichen Hemisphäre und den Äquator-Regionen aus zu sehen.

Deep Sky-Highlights – das Sternbild Löwe und seine Umgebungen

Im letzten Monat haben wir uns mit dem spektakulären Sternbild Zwillinge (Gemini) und der ziemlich kleinen und matten – jedoch nicht uninteressanten - Konstellation des Sternbildes Krebs (Cancer) befasst, sowie mit dem großen und ziemlich kargen Sternbild des Luchses (Lynx). In diesem Monat lenken wir unsere Blicke auf das beeindruckende Sternbild Löwe (Leo) und den dahinter liegenden Sternbildern.

Es besteht kein Zweifel daran, dass wir uns zum jetzigen Zeitpunkt in dem Teil des Jahres befinden, der als "Saison der Galaxien" bekannt ist, da dieser Bereich des Himmels mit ihnen übersät ist. Die visuelle Jagd nach Galaxien ist beileibe nicht nur die Domäne derjenigen Beobachter, welche über eine vermeintliche Grundvoraussetzung der Himmelsbeobachtung verfügen, dem "Großen Dobson"-Teleskop (nach John Dobson, Mitte der 1950er Jahre). Denn obgleich die in diesem Monat genannten Objekte sicher auch mit Hilfe von Blendeneinstellungen auf diesem Wege im Detail betrachtet werden können, so kann ein großer Teil von ihnen auch mit kleineren Teleskopen und größeren Ferngläsern von geeigneten dunklen Beobachtungsstellen aus gesehen werden. Wichtig sind jedoch Geduld und Sorgfalt, um den schwachen Schimmer dieser so fantastisch weit entfernten Objekte vor dem Himmelshintergrund aufzunehmen. Um die Struktur in vielen der von uns zu beobachtenden Galaxien wahrnehmen zu können, benötigen wir jedoch ein oder zwei wichtige Dinge: ein großes Teleskop mit einer Öffnung von mindestens 10 Zoll(1 Zoll = 2,54cm) oder das absolute Vertrauen in die präzise, automatisch nachgeführte Langzeitbelichtung in der Astrofotografie. Um die wahre Schönheit dieser gewaltigen, jedoch augenscheinlich sehr feinen Strukturen bewundern zu können, können Sie entweder die eine oder die andere Möglichkeit einsetzen, allerdings hängen ihre Ortung und die Beobachtung (wieder einmal) stark von den Himmelsbedingungen ab – bei der Beobachtung von Galaxien heißt es nicht umsonst: je dunkler, desto besser! Der sorgfältige und behutsame Einsatz von Filtern hilft bei der Beobachtung von Galaxien, wenn von eher lichtbeeinflussten Umgebungen aus beobachtet wird, allerdings helfen bei der Galaxien-Beobachtung Schmalbandfilter wie OIII-Filter, H-Alpha-Filter und andere Filter weniger als sie es beispielsweise bei der Beobachtung von eher nebulösen Objekten zu tun in der Lage sind (es sei denn, eine Galaxie hat Bereiche spezieller Strahlungen, die für diese Lichtwellenlängen typisch sind). Ein guter Skyglow-Filter (von Sky-glow = Nachthimmelsleuchten) oder ein umfassenderer Deep-Sky-Filter werden helfen, den Kontrast eines Objektes gegen den Himmelshintergrund zu erhöhen, ohne dabei die nützlichen Wellenlängen abzuschneiden, welche die Galaxie beständig ausstrahlt. Der spektrale Ausstoß einer Galaxie ist viel umfassender als ein typischer Nebel, deshalb bringt ein behutsamer Filter-Umgang die besten Resultate bei der Beobachtung.

Das erste Objekt auf der Liste unserer Beobachtungen ist eines der Objekte, welches am schwierigsten zu sehen ist, jedoch dabei wahrscheinlich eines der am einfachsten zu lokalisierenden Objekte, und eines der Objekte, welches, aus der Sicht der Galaxien, am nächsten liegt, nämlich die Leo-I-Zwerggalaxie. Leo I liegt 1/3 Grad nördlich von Regulus (Alpha Leonis), dem Hauptstern im Sternbild Löwe (Leo) (manche Publikationen schätzen die Entfernung jedoch kürzer ein). Leo I ist eine elliptische Galaxie, die eine akzeptable Winkel-Größe von 12 x 8,5 Bogenminuten hat und eine fotografierbare Helligkeit von +11,15 mag. aufweist. Mit einer Entfernung von über 800.000 Lichtjahren zählt Leo I zu den am weitesten entfernten Satelliten-Galaxien unserer eigenen Milchstraße. Die Galaxie wurde bereits 1950 durch Albert George Wilson auf Fotoplattenaufnahmen bei der Durchmusterung des Palomar-Observatory Sky Survey mit Hilfe des 48-Zoll Schmidt-Teleskops am Palomar-Observatorium (Kalifornien, USA) entdeckt. Die visuelle Helligkeit von Leo I wird bei ungefähr +9,8 mag. angesiedelt, eine Helligkeit, die den Trabanten mühelos in den Beobachtungsbereich von Amateur-Instrumenten stellt. Jedoch bedeutet dieser leicht aufzufindende Standort aus visueller Perspektive auch sein potentielles Verhängnis: die Galaxie liegt so nahe am Stern Regulus, dass sie beinahe von dessen blendendem Glanz erstickt wird. Es gibt Berichte, nach denen Leo I mit Teleskopen der 10 – 12 Zoll-Klasse gesehen worden ist, aber wahrscheinlicher ist es, dass ein Beobachter Regulus durch entsprechende Vergrößerung aus seinem Sichtfenster herausnehmen müsste, um den von uns am weitesten entfernten Begleiter überhaupt zu sehen. Selbst in sehr großen Teleskopen erscheint Leo I nur als ein dunstiges Lichtoval ohne größere erkennbare Strukturen. Die Galaxie scheint keine zughörige Kugelsternhaufen zu haben, und sie beinhaltet nur wenige Sterne mit weiterentwickeltem Eisengehalt, was darauf schließen läßt, dass die Sternenpopulation noch relativ jung ist – wahrscheinlich wenig mehr als das doppelte Alter der Sonne. Die Galaxie wird von einem dazugehörigen Gashalo umgeben, aus welchem sie (oder auch nicht) geformt wurde.

Dieses wirklich ungewöhnliche Objekt stellt eine große Herausforderung dar, aber, falls Sie es mit ihren Mitteln beobachten können, werden Sie Zeuge der am weitesten entfernten Bereiche der Einflussnahme auf die Umlaufbahn unserer eigenen Galaxie und, aller Wahrscheinlichkeit nach, seinen jüngsten Begleiter.

Ungefähr 9 Grad östlich von Leo I liegt eine spektakuläre Gruppe von Galaxien: die Messier-Objekte M95, 96 und 105 (und ihre benachbarten Galaxien NGC 3371 und NGC 3373).

Diese Gruppe füllt eine komprimierte Himmelsfläche aus (ungefähr 3 x 1,5 Grad an Himmelsfläche) und befindet sich teilweise auf einer Linie zwischen Regulus und Iota Leonis – eines der Hinterbeine des Sternbildes Löwe (Leo). Von den drei Galaxien liegt die schöne M95 am westlichsten Punkt der Gruppe. M95 ist eine Balkenspiralgalaxie, die wir aus unserer Perspektive fast von vorne sehen können. Zusammen mit der nahen Galaxie M96 wurde M95 1781 vom französischen Astronomen und Geographen Pierre Méchain entdeckt. Messier fügte beide Objekte schon eine Woche nach deren Entdeckung durch Méchain seinem Katalog hinzu.

Mit einer Helligkeit von +9,69 mag. ist M95 ein relativ leicht zugängliches, komprimiertes Objekt von einer Größe von 7,4 x 5 Bogenminuten. Die Galaxie liegt 31 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und ist in seiner Gruppe mit einer Million Lichtjahre die den anderen Galaxien am nächsten liegende. Da M95 eine Balkenspiralgalaxie ist, werden die meisten Beobachter, die über geeignet ausgelegte Teleskope verfügen, die Kernregion der Galaxie wahrscheinlich als ein leicht ausgedehntes Objekt erkennen, welches von dem blasseren Dunstschleier seiner Arme umfangen wird. Eine Langzeitastrofotografie des gesamten Systems zeigt dessen Struktur in all seiner Herrlichkeit – die beiden wuchtigen Spiralarme stoßen Sterne in weiter abgelegene, dünner werdende Arme ab, die aussehen, als seien sie mit Federn geschmückt. Falls unsere eigene Galaxie auch eine Balkenspiralgalaxie ist, wie es suggeriert worden ist, dann könnte sie für außenstehende Beobachter fast so aussehen wie M95, obwohl unsere Galaxie mehr von den weiter abgelegenen Spiralstrukturen in ihren Armen hat.

Nahe M95, getrennt durch nur 2/3 Grad, liegt eine andere sehenswerte Spiralgalaxie, M96. Mit einer ähnlichen Größe wie ihre Nachbarin, ist sie mit +9,3 mag. doch leicht heller. Im Vergleich zu M95 scheint M96 staubhaltiger zu sein, aber die Galaxie hat einen kompakteren Kern. M96 wird oft als eine Doppelbalkenspiral-Galaxie registriert. Dieser Doppelbalken, zusammen mit den weit ausgebreiteten Armen und der staubigeren Beschaffenheit, lassen ihre Spiralstruktur weniger genau bestimmen als die ihrer Nachbargalaxie. Mit einer Größe von 7,8 x 5,2 Bogenminuten hat M96 eine ähnliche Winkelgröße wie M95, erscheint in einem Teleskop der 10 – 12-Zoll-Klasse mit 3 x 5 Bogenminuten jedoch als das kompaktere Objekt, wobei sein heller innerer Kern von einem blassen Sternenlichtring umgeben ist, der die Form seiner Spiralarme bestimmt. In etlichen Verzeichnissen wird M96 außerdem als die etwas hellere Galaxie als M95 aufgeführt, was damit begründet wird, dass M96 im Vergleich zu seiner Nachbargalaxie eine beträchtliche perspektivische Verkürzung aufweist. Einige Verzeichnisse geben diese Verkürzung mit 53 Grad zu unserer Sichtlinie an, während M96 auch mit einer weniger extremen Verkürzung von 35 Grad aufgeführt wird. Welcher Listeneintrag auch der richtige sein mag, so bleibt die Galaxie M96 ein großartiges Zielobjekt für die visuelle und fotografische Beobachtung.

Knapp ein Grad nördlich von M96 liegt die Gruppe der Galaxien M105 und der nahe gelegenen NGC 3371 und NGC 3373. M105 ist von diesen drei Galaxien die vorherrschende und hellste Galaxie mit +9,3 mag. Sie wird oft als das Gegenstück einer elliptischen Galaxie beschrieben – und ist aus diesem Grunde eingehend untersucht worden. M105 wurde erst spät dem Messier-Katalog hinzugefügt (im 20. Jahrhundert von der kanadischen Astronomin Helen Sawyer Hogg), obwohl die Galaxie bereits 1781 von Pierre Méchain entdeckt worden war. Charles Messier hatte Méchains Entdeckung jedoch nicht bestätigt und deshalb auch nicht seiner Original-Liste hinzugefügt. Es ist nicht leicht zu verstehen, warum Messier sich entschieden hatte, M105 seiner Liste nicht hinzuzufügen, denn die Galaxie ist auffällig genug – in kleineren Teleskopen als nebliger Lichtfleck zu sehen und in größeren Instrumenten als ein kondensiertes Leuchten mit einem beträchtlich großen Kern. Die drei Galaxien sind elliptische Galaxien, welche im allgemeinen als nicht so schön oder charaktervoll wie ihre spiralen Gegenstücke angesehen werden; dies sollte allerdings Beobachter nicht davon abhalten, M105 zu lokalisieren. Inzwischen betrachten viele Astronomen elliptische Galaxien nämlich als die ultimative Entwicklung galaktischer Strukturen, nach der Fusion von zwei Spiralgalaxien – das Endresultat einer möglichen Vereinigung der Milchstraße mit dem Andromedanebel M31 könnte in einer ähnlichen Struktur auch bei M105 eintreten. Ein Hinweis auf die Vergangenheit von M105 ist die Tatsache, dass es sehr wenige Bereiche von Sternenformation gibt, und dass die Sternenpopulation schon sehr alt ist, was insgesamt auf ein weit fortgeschritteneres Alter dieser Galaxie hinweist als bisher angenommen.

Die zweite elliptische Galaxie in diesem nahe beieinanderliegenden Trio ist die Galaxie NGC 3371, welche 7 Bogenminuten nordöstlich von M105 liegt. Sie ist mit einer Helligkeit von +9,89 mag. fast ebenso auffällig wie ihre Nachbarin, aber sie präsentiert sich uns in einem schrägeren Winkel. In kleineren Teleskopen erscheint die Galaxie als sehr langgezogen, in größeren Instrumenten kann man zudem noch einen klaren, hellen Kern und den nebligen Lichthof der äußeren Regionen von NGC 3371 entdecken. Es ist sehr schwer zu glauben, dass diese Galaxie, die doch M105 so nahe ist und ihr gleicht, sowohl von Méchain als auch von Messier übersehen wurde. Erst William Herschel entdeckte sie im Jahre 1784. Obwohl die Beschreibung der Galaxie sie detailliert als eine elliptische Galaxie auflistet, so scheint die präzisere Beschreibung von NGC 3371 die einer linsenförmigen (lentikuläre) Galaxie zu sein. Die Galaxie hat in astrofotografischen Langzeitaufnahmen eine zentrale Balkenstruktur enthüllt und weist, wie die Galaxie M105, eine bedeutend ältere Sternenpopulation auf als der mittlere Durchschnitt.

Die Beobachtung von NGC 3373 stellt die größte Herausforderung im Vergleich der drei Galaxien dar. Während die beiden zuvor vorgestellten elliptischen Galaxien hell sind und eine klare Struktur haben, ist NGC 3373 mit 11,89 mag. volle 2 Helligkeitsstufen blasser als jede der vorgenannten Galaxien und daher auch eher der Beobachtung durch größere Teleskope vorbehalten. NGC 3373 ist eine Spiralgalaxie, die sich in Langzeitbeobachtungen als ein sehr blauer, dynamischer Schatten darstellt (evtl. erinnert sie an einen kleinen M33-Dreiecksnebel). Dies rührt vor allen Dingen daher, dass NGC 3373 von der Gruppe getrennt ist – denn obgleich die Galaxie im nahen Winkel zu M105 und NGC 3371 liegt, ist NGC 3373 mit ungefähr 64 Millionen Lichtjahren etwa doppelt so weit von ihren Nachbargalaxien entfernt und hat keinerlei Verbindung zu ihnen. Die Galaxie kann mit Instrumenten im 10-Zoll+-Bereich gesehen werden, wobei Beobachtungen mit kleineren Teleskopen äußerst mühsam sind. Die Galaxie erscheint als ein bleicher, nebliger Fleck im Südosten von NGC 3371, wobei mit den meisten Teleskopen weitere Details leider nicht wahrgenommen werden können. Allerdings haben Beobachter mit großen Teleskopen von einer gewissen strukturierten "Stückigkeit" (Brocken) berichtet, die sie in ihren Okularen wahrgenommen haben wollen.

Bei geringer Leistungsaufnahme (<40x) ist es möglich, die Galaxien M96, M105 und NGC 3371 in das gleiche Okularfeld hineinzuzwängen, wie dies auch mit den Galaxien M95 und M96 möglich ist. Besitzern von Reflektoren mit kleiner Blendenzahl wird jedoch geraten, vom Gebrauch so niedriger Vergrößerungen abzusehen, damit die Abschattung des Sekundärspiegels im Strahlengang die Betrachtung nicht beeinträchtigt.

Wir lassen nun die Gruppe der Galaxien beiseite und wenden uns dem vorher schon genannten Stern Iota Leonis zu und ziehen somit eine Linie hinauf zu einem der Hinterbeine des Sternbildes Löwe (Leo), bis wir zum Stern Chertan (arabisch: 2 kleine Rippen) bzw. Theta Leonis (manchmal auch bekannt als Chort oder Coxa) kommen, der eine Helligkeit von +3,34 mag. hat. Auf halbem Wege zurück zum Stern Iota Leonis sind wir am Ort der nächsten Gruppe von Galaxien, der M65-Gruppe, besser bekannt als das Leo Triplet (Dreiergruppe). Dieses Triplet enthält die Messier-Objekte M65 und M66 und die langgestreckte Galaxie NGC 3628. Alle drei Objekte haben Spiralstrukturen, obwohl sie sich uns, wenig überraschend, in unterschiedlichen Erscheinungsbildern präsentieren.

Die Galaxien M65 und M66 wurden im Jahre 1780 vom französischen Astronomen Charles Messier entdeckt, fälschlicherweise wird die Entdeckung desöfteren auch Pierre Méchain zugeschrieben. Von den beiden Galaxien ist M65 etwas kleiner und mit +9,30 mag auch blasser. Die Galaxie hat eine helle zentrale Wölbung und ziemlich leuchtende Spiralarme. Aus unserer Perspektive präsentiert sich die Galaxie mit einer beträchtlichen Neigung, wobei sie eine Fläche von 9,8 x 2,9 Bogenminuten bedeckt. In ihren Spiralarmen erkennt man Staubbahnen, obwohl diese wahrscheinlich durch eine perspektivische Verkürzung auffälliger erscheinen als dies in Wirklichkeit der Fall ist. M66, andererseits, ist eine großräumigere Balkenspiralgalaxie, mit +8,9 mag. heller als ihre Nachbarin und mit 9,1 x 4,1 Bogenminuten auch mehr Platz am Himmel beanspruchend. Die Spiralarme von M66 sind nicht so regelmäßig ausgeprägt wie die von M65. Dies läßt auf eine direkte Wechselwirkung in der Vergangenheit mit der benachbarten Galaxie NGC 3628 schließen, wie auch eine verschobene Wasserstoffwolke, die aus ihren Spiralarmen herausgedrängt wurde und jetzt bewegungslos in ihrem galaktischen Lichthof sitzt.

Die Galaxie NGC 3628 ist die mit +9,50 mag. Helligkeit blasseste der drei Galaxien, aber mit 13,1 x 3,1 Bogenminuten in ihren Ausmaßen die längste. Es ist eine faszinierende Spiralgalaxie, die sich uns in ihrer Form hochkant präsentiert und durch die in ihrem Zentrum laufende lange, schwarze Staubbahn halbiert ist. Dieser Umstand ist mit kleineren Teleskopen schwierig zu erfassen, wird jedoch mit größeren Teleskopen extrem auffällig. Bei Teleskopen mit 10 – 12-ZollÖffnungkann man die Galaxie-Struktur schon gut erkennen, mit Teleskopen im Bereich von 14 – 16-Zoll-Blenden wird sie jedoch unverwechselbar (ähnlich der von NGC 891). Die Galaxie wurde 1784 vom deutsch-britischen Astronomen William Herschel entdeckt. Sie ist im Vergleich zu ihren Nachbargalaxien sehr gut zu erkennen, und es bleibt rätselhaft, warum sie nicht schon früher entdeckt wurde. NGC 3628 hat mit M66 durch Gezeitenkraft interagiert, was dazu geführt hat, dass sich ein gewaltiger Sternenstrom gelöst hat und sich, dahintaumelnd, auf einen 300.000 Lichtjahre langen Weg gemacht hat. Diese Besonderheit kann man nur in sehr lang belichteten und gut bearbeiteten Astrofotos erkennen, aber sie gehören zu den außergewöhnlichsten und krassesten Beweisstücken für eine gravitative Interaktion zwischen Galaxien am Himmel.

Alle drei genannten Galaxien können bei geringer Vergrößerung mit einem Großfeldteleskop innerhalb des Geichtsfeldes beobachtet werden, aber auch mit großen Ferngläsern kann man sie als Dreiergruppe erkennen. Es ist allerdings schade, dass die dunklen Staubbahnen von NGC 3628 mit Ferngläsern nicht zu erkennen sind; aber das Leo Triplet ist es allemal wert, beachtet zu werden, unabhängig von der optischen Hilfe, welche Sie dazu einsetzen.

Alle die bisher genannten Galaxien, mit Ausnahme der weit entlegenen NGC 3384 Galaxie und (verwirrenderweise) der lokaleren Zwerggalaxie Leo I, sind Mitglieder der ausgedehnten Galaxien-Gruppe Leo I. Zwecks Klarstellung: Die Zwerggalaxie Leo I und die Galaxien-Gruppe Leo I stehen in keinem Zusammenhang. Die nächste Gruppe von Galaxien, mit der wir uns beschäftigen werden, gehört zur Leo II-Galaxiengruppe, einer zwar assoziierten, jedoch eigenständigen Gruppe.

 

Wenn wir uns von der M65-Dreiergruppe nordwärts bewegen, kommen wir zu einer anderen kompakten Dreiergruppe von Galaxien, nämlich der Spiralgalaxie NGC 3632 und dem nahebei gelegenen Pärchen der beiden elliptischen Galaxien NGC 3607 und NGC 3608. Das Pärchen NGC 3607 (Helligkeit + 9,89 mag.) und NGC 3608 (Helligkeit + 10,8 mag.) findet man 2 ½ Grad südlich des Sterns Zosma ("Lendenschurz"), griechisch Delta Leonis (er gilt als Ausgangspunkt für die Fabel vom Löwen). Man kann das Pärchen, welches knapp 5 Bogenminuten voneinander entfernt ist, mit kleineren Instrumenten leicht orten, wobei jedoch die hellere NGC 3607-Galaxie mit 4.6 x 4,0 Bogenminuten das auffälligere Objekt ist. NGC 3632 liegt ¾ Grad östlich vom "Pärchen" entfernt. Einmal mehr im Jahre 1784 entdeckte William Herschel die mit +10,6 mag. helle Galaxie. Sie ist eine sehenswerte, kompakte Spiralgalaxie, die u. a. auch als Nummer 40 im Katalog des britischen Astronomen Sir Patrick Alfred Caldwell-Moore gelistet ist. Auf der astronomischen Helligkeitsskala ist die Galaxie zwar nur als ein +11 mag.-Objekt gelistet, sie erscheint jedoch durch die Konzentration des Lichtes über ihre kompakte Größe von 2,7 x 1,9 Bogenminuten hinweg bedeutend heller. Für die Beobachtung kleinerer Details in ihren abgelegenen Spiralarmen werden jedoch größere Teleskope benötigt.

Das Sternbild Löwe ist durch und durch mit lichtschwächeren Galaxien überschwemmt, welche alle Beobachter mit größeren Teleskopen, die sich mit größeren und wichtigeren Aufgaben eingedeckt haben, daher meiden sollten. Deshalb verlassen wir das Sternbild Löwe und wagen uns weiter südlich an einige Deep Sky-Highlights im Sternbild Sextant (lat. Sextans) und an die westliche Hälfte der riesigen Konstellation des Sternbildes Hydra, der Wasserschlange.

Das Sternbild Sextant besteht aus einer Gruppe von trüben und unscheinbaren Sternen, aber es enthält eine leicht aufzufindende Galaxie. Ziehen Sie eine Linie südwärts vom Stern Regulus im Sternbild Löwe durch den Stern Alpha Sextans, bis Sie sich auf einer parallelen Linie zum Stern Alphard oder Alpha Hydrae im Sternbild Wasserschlange befinden. An dieser Stelle, drei Grad östlich des +5,0 mag. hellen Sterns Gamma Sextantis, finden Sie die Galaxie NGC 3115, auch bekannt als die Spindel-Galaxie. Mit einer angemessenen Helligkeit von +8,89 mag. präsentiert sich NGC 3115 für uns auf der Erde als ein hochkant stehendes, sehr kondensiertes Objekt von einer Größe von 7 x 2,5 Bogenminuten. Das Ungewöhnliche an dieser "Spindel" ist, dass sie eine sehr glatte und gleichmäßige, linsenförmige (lentikuläre) Galaxie ist – im Wesentlichen eine Spirale ohne erkennbare Spiralarme, einfach nur eine Scheibe. Es wird angenommen, dass NGC 3115 ein sehr altes Gebilde ist, in welchem die Sternenbildung inzwischen zum Erliegen gekommen ist. Wie auch immer die geschichtliche Entwicklung sein mag, eine Sache ist gewiss: NGC 3115 ist ein gewaltiges Objekt, welches, geschätzt, 8 x größer als unsere eigene Galaxie ist. Die Galaxie wurde im Jahre 1787 von William Herschel im Rahmen seiner großartigen Deep Sky-Beobachtungen in den 1780er Jahren entdeckt. Sie kann von einer dunklen Beobachtungsstelle mit Ferngläsern ziemlich leicht ausgemacht werden. Kleinere Teleskope enthüllen die ausgedehnte Beschaffenheit der Galaxie, und mit großen Teleskopen kann leicht ihre zentral gelegene Wölbung bestimmt werden. NGC 3115 zeigt wenig Hinweise auf irgendwelche Staubbahnen, auch nicht auf detailliertesten Aufnahmen, und so können Beweise für deren Existenz, wie etwa auf der Galaxie NGC 3628 gefunden, auf NGC 3115 auch mit den besten Teleskopen nicht erwartet werden.

Wenn wir uns von NGC 3115 nach Süden wenden, finden wir den +3,6 (lt. Internet, der Verf.) mag. hellen Stern Lambda Hydrae. Südöstlich von Lambda, den Körper der Wasserschlange hinuntergleitend, kommen wir zum nächsten Hauptstern im Sternbild Wasserschlange, den +3,8 mag. hellen Stern Mµ Hydrae. Knapp unter 2 Grad südlich von Mµ Hydrae befindet sich der schöne planetarische Nebel "Jupiters Geist", auch bekannt als NGC 3242. Dieser kompakte Nebel mit einer Größe von 0,7 x 0,6 Bogenminuten und einer Helligkeit von +7,30 mag. ist aufgrund seiner kompakten Größe ziemlich auffällig. "Jupiters Geist" wird der Nebel deshalb genannt, weil er dem Planeten Jupiter ähnelt, allerdings in einer nur durchschnittlichen Größenordnung, und hier endet auch schon die Ähnlichkeit mit seinem großen Namensvetter. NGC 3242 hat eine ausgeprägte blaue Farbtönung, die auch mit relativ bescheidenen Instrumenten wahrgenommen werden kann, und die vielschichtigen inneren Ringsysteme haben etliche Beobachter mit einem Auge verglichen, welches sie durch den Weltraum anstarrt. Langzeitaufnahmen enthüllen noch mehr von der inneren Zusammensetzung dieses faszinierenden planetarischen Objekts, wobei dem Beobachter sehr viel mehr offengelegt wird, wenn er sein Teleskop auf verhältnismäßig hohe Vergrößerungen einstellt. Beobachter, die Ferngläser benutzen, können "Jupiters Geist" zwar klar erkennen, er erscheint aufgrund seiner geringen Winkelgröße jedoch als ein kleiner, unscharfer Stern.

Auch dieses Objekt wurde von William Herschel entdeckt, und zwar 1785. "Jupiters Geist" ähnelt, oberflächlich betrachtet, dem bekannten planetarischen Nebel NGC 6826 ("der blinkende Planet") im Sternbild Schwan (Cygnus) und dem planetarischen Nebel NGC 7662 (Blauer Schneeball-Nebel) im Sternbild Andromeda. "Jupiters Geist" ist jedoch etwas heller und zeigt auch nicht das "blinkende" Phänomen, jeder also auf seine Art. Wie mit den meisten planetarischen Nebeln, so ist auch "Jupiters Geist" für eine Beobachtung mittels OIII-Filter besonders geeignet, allerdings kann man ihn auch ohne Filter erkennen, falls Sie keinen einsetzen wollen oder können.

Das letzte Objekt auf dieser ausgedehnten Reise durch den frühen Frühlingshimmel in diesem Monat ist das am westlichsten liegende Objekt: der helle offene Sternhaufen M48, an der Grenze des Sternbildes Wasserschlange zum Sternbild Einhorn (Monoceros) gelegen. Mit einer Helligkeit von +5,80 mag. kann man M48 von einer geeigneten Stelle aus mit dem bloßen Auge erkennen, wobei der Sternhaufen über 50 Sterne beinhaltet, die eine höhere Helligkeit haben als +13,0 mag. M48 ist mit einer Größe von ½ Grad ein großartiges Zielobjekt für Ferngläser, und der Sternhaufen enthält taumelnde Sternenketten, die mit Teleskopen jeglicher Größe beobachtet werden können. Hinsichtlich seiner Entdeckung gehen die Meinungen auseinander. Obgleich M48 als ein ursprüngliches Messier-Objekt gelistet ist, so ist der Eintrag betreffend seine Positionierung alles andere als gesichert (und ähnelt tatsächlich, zumindest in RA-Werten gemessen, dem Sternhaufen NGC 2548). Die "Wiederentdeckung" von M48 durch die deutsche Astronomin Caroline Herschel im Jahre 1783 wird oft als die echte Entdeckung dessen betrachtet, was wir heute als M48 ansehen. Es bleibt ein Mysterium, wie Messier dieses eindeutige Objekt verfehlen konnte, oder wie er dazu kam, ein Objekt als M48 zu katalogisieren, das so weit außerhalb der Position eines leicht erkennbaren Sternhaufens liegt. Wie auch immer, der Sternhaufen M48 ist ein leicht zu erkennendes Ziel und kann relativ einfach mit mittelgroßen Ferngläsern westlich des Sterns Alphard bzw. Alpha Hydrae gefunden werden.

Vielen Dank für die Textrechte: Kerin Smith

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