Sky Guide für Dezember

Monatliche Himmelsschau Dezember 2018

Wo auch immer Du Dich auf der Welt befindest, es ist auch in diesen Monat einiges los am Himmel über uns...

Das Team BRESSER wünscht viele klare Nächte!

Bitte beachte die Zeitangaben: 

BST  British Summer Time (Sommerzeit) + 1 Stunde = MESZ  Mitteleuropäische Sommerzeit

00:00 – 12:00 Uhr = AM ( After Midnight)

12:00 – 00:00 Uhr = PM ( Past Midday)

GMT = UTC + 0

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Der Dezember ist der Monat des Übergangs: Himmelsbeobachter in der nördlichen Hemisphäre leitet er über in die Mitte des Winters; Beobachter der südlichen Gefilde der Erde leitet er über in den Mitsommer. Die Sonne erreicht ihren südlichsten Teil der Ekliptik am 21. Dezember 2018 (Deklination) um 22Uhr22 (GMT). Zu diesem Zeitpunkt im Jahr wird für die Beobachter um den 51. nördlichen Breitengrad herum die Sonne an ihrem höchsten Durchgangspunkt im Süden ungefähr 15 Grad über dem Horizont stehen. Je nördlicher Sie sich befinden, desto mehr nimmt der vorgenannte Gradwert ab. Am nördlichen Polarkreis wird die Sonne gar nicht aufgehen. Und die Menschen oberhalb des nördlichen Polarkreises erleben für Tage oder sogar Wochen eine totale Dunkelheit während der Winter-Sonnenwende. Es spielt keine Rolle, an welchem Ort Sie sich in der nördlichen Hemisphäre befinden, denn dieser Tag wird der kürzeste Tag des Jahres sein, und die Nacht wird die längste Nacht sein.

Die Erde zur Wintersonnenwende am 21.12.18

Die Erde zur Wintersonnenwende am 21.12.18 MESZ 23:23. Image Credit: Kerin Smith

Umgekehrt werden die Beobachter in der südlichen Hemisphäre den längsten Tag des Jahres, die kürzeste Nacht und den Höhepunkt des Sommers erleben. Aber wo auch immer Sie sich zu dieser Jahreszeit aufhalten werden, wünschen wir Ihnen von Herzen alles Gute, egal, welcher Jahreszeit Sie gerade ausgesetzt sein mögen. Und wie immer gibt es eine ganze Menge zu sehen, wenn Sie Ihre Augen und Teleskope himmelwärts richten...

Das Sonnensystem

Der Mond

Der Mond beginnt den Dezember an den Sternbildgrenzen von Löwe (Leo) und Jungfrau (Virgo); er ist zu 36% beleuchtet und in seiner abnehmenden Sichelmond-Phase. Am 1. Dezember geht der Mond kurz nach Mitternacht (GMT) auf. Ein paar Tage später, an den frühen Morgen des 3. und 4. Dezember, finden wir den schmalen Sichelmond in der Nähe des immerwährend beeindruckenden Planeten Venus (der mit einer beinahe Maximum-Helligkeit glänzt), wobei beide ein wunderschönes Himmelspaar abgeben, bevor die Morgendämmerung einsetzt.

Mond, Venus und Merkur, vor der Dämmerung, 2. Dezember (51° Nord).

Mond, Venus und Merkur, vor der Dämmerung, 2. Dezember (51° Nord). Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Der Mond wird zum Neumond während er sich am 7. Dezember im Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus) der Sonne nähert; er wird danach zu einem abendlichen Objekt. Dies ist jetzt der beste Zeitpunkt im Dezember für Deep Sky-Beobachtungen und für die Astrofotografie, da das ansonsten störende Mondlicht jetzt nicht entscheidend ins Gewicht fällt.

Am 15. Dezember erreicht der Mond im Sternbild Wassermann (Aquarius) als zunehmender Halbmond sein Erstes Viertel, wobei er sich knapp unter 8 Grad westlich des Planeten Mars befindet.

Der Mond wird am 22. Dezember zum Vollmond, und er hält sich zu diesem Zeitpunkt in den nördlichen Regionen des Nicht-Tierkreiszeichen-Sternbildes Orion auf. Allerdings ist dies natürlich nicht die richtige Zeit für ernsthafte Deep Sky-Beobachtungen oder die Astrofotografie ohne den Einsatz von Schmalbandfiltern.

Der Mond erreicht seine Letzte Viertel Phase (abnehmender Halbmond) am 28. Dezember während er sich an den Grenzen der Sternbilder Löwe und Jungfrau aufhält, und er beendet das Jahr 2018 als ein zu 30% beleuchteter abnehmender Sichelmond an den Sternbildgrenzen von Jungfrau und Waage (Libra).

Merkur hatte seine Obere Konjunktion am 27. November, und er wird deshalb in den ersten Dezembertagen nicht sichtbar sein. Aber er wird im weiteren Monatsverlauf als ein morgendliches Objekt im Sternbild Waage wieder auftauchen. Schon zum Ende der ersten Dezemberwoche präsentiert sich der innere Planet als ein +0,3 mag. helles und 8,2 Bogensekunden im Durchmesser großes Objekt, das zu 32% beleuchtet ist. Bei Sonnenaufgang (beobachtet von 51 Grad Nord) steht der Planet 12 1/2 Grad hoch am Himmel, und er ist dabei gar nicht so schwer aufzufinden, auch deshalb, weil der hellere Jupiter, der sich knapp über 9 Grad südöstlich am Himmel aufhält, als Wegweiser dient.

Mit fortschreitendem Monat wird Merkur immer heller, er nimmt jedoch gleichzeitig an Größe ab. Um den 15. Dezember herum ist der Planet –0,4 mag. hell und nur noch 6,7 Bogensekunden im Durchmesser groß, wobei er bei Sonnenaufgang (wiederum beobachtet von 51 Grad Nord) 13 Grad hoch am Himmel steht. Der 15. Dezember fällt zusammen mit dem größten westlichen Abstand Merkurs von der Sonne (21 1/4 Grad); der Planet beginnt danach wieder seinen Weg zurück zur Sonne  

Mekur bei seiner größten westlichen Elongation, 15. Dezember, Sonnenaufgang (51°N).

Mekur bei seiner größten westlichen Elongation, 15. Dezember, Sonnenaufgang (51°N). Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Am Morgen des 21. und 22. Dezember finden wir Merkur in Konjunktion mit Jupiter, zum zweitenmal schon in diesem Monat, wobei beide Planeten ungefähr 1 Grad voneinander entfernt sind. Jupiter dient dabei wiederum als ein nützlicher Wegweiser zum Auffinden von Merkurs Position am Himmel. Zu diesem Zeitpunkt ist Merkur bereits eine respektable Scheibe, beleuchtet zu 76%, -0,4 mag. hell und 5,9 Bogensekunden im Durchmesser groß.

Zum Jahresende ist Merkur weiterhin –0,4 mag. hell, sein Abstand zur Sonne hat jedoch nach 16 1/4 Grad abgenommen, und der Planet steht bei Sonnenaufgang knapp unter 7 Grad hoch am Himmel. 2019 wird Merkur noch einmal die Sonne kreuzen, wir werden aber bis zum November 2019 warten müssen, um diesem Schauspiel beiwohnen zu können.

Venus

Zu Monatsbeginn finden wir Venus im Sternbild Jungfrau, und der Planet hat kürzlich erst seine maximale Helligkeit von blendenden –4,7 mag. erreicht; er ist jetzt eine zu 26% beleuchtete Scheibe von einer Größe von 40,5 Bogensekunden im Durchmesser. Bei Sonnenaufgang (beobachtet von 51 Grad Nord) steht der Planet knapp unter 26 Grad hoch östlich am Himmel, 39 3/4 Grad von der Sonne entfernt. Der ganz frühe Morgen ist die beste Beobachtungszeit, wobei der Planet schon jetzt sehr hell ist und (wie so oft), bei Einsatz eines Teleskopes, zusätzlich noch von der Verwendung von Neutralfiltern oder Farbfiltern profitiert. Ein Neutraldichtefilter (ND-Filter) sorgt für die natürliche Farb-Ausgewogenheit des Planeten, wohingegen Farbfilter - besonders der #47-Violettfilter - dabei helfen können, die wesentlichen Wolkenmerkmale in der Atmosphäre des Planeten aufzuzeigen.

Venusphasen und Winkelgrößen während des Dezembers 2018.

Venusphasen und Winkelgrößen während des Dezembers 2018. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Mitte Dezember befindet sich Venus im Sternbild Waage, mit einer immer noch beeindruckenden Helligkeit von –4,6 mag. Der Planet ist noch 32,7 Bogensekunden im Durchmesser groß und zu 37% beleuchtet. Bei Sonnenaufgang steht er 25 1/2 Grad hoch am Himmel (wiederum beobachtet von 51 Grad Nord).

Zum Jahresende hin steht Venus bei Sonnenaufgang (wiederum beobachtet von 51 Grad Nord) knapp unter 23 Grad hoch am Himmel. Der Planet ist jetzt –4,5 mag. hell, zu 47% beleuchtet und 26,5 Bogensekunden im Durchmesser groß. Als "Bewohner" des Sternbildes Waage ist der Planet jetzt knapp unter 49 Grad von der Sonne entfernt. Es wird noch knapp eine Woche dauern bis zu seiner maximalen westlichen Entfernung  (westliche Elongation) von der Sonne am 31. Dezember 2018 findet.

Mars

Ende November, Anfang Dezember hat Mars kurz nach 18.00 Uhr (GMT) seinen Durchgang. Nachdem der Rote Planet nach seiner Opposition weiter nördlich in der Ekliptik gestiegen ist, steht er bei seinem Durchgang jetzt 29 2/3 Grad hoch am Himmel (beobachtet von 51 Grad Nord). Mars ist zu diesem Zeitpunkt eine zu 86% beleuchtete Scheibe, +0,0 mag. hell und 9,3 Bogensekunden im Durchmesser groß.

Mars bei seinem Meridiandurchgang am frühen Abend des 1. Dezember (51°N).

Mars bei seinem Meridiandurchgang am frühen Abend des 1. Dezember (51°N). Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

In der Dezembermitte ist Mars mit einer Helligkeit von +0,2 mag. lichtschwächer geworden, und seine Größe ist nach 8,3 Bogensekunden im Durchmesser geschrumpft. Der Planet wird knapp nach 17.44 Uhr (GMT) im Süden durchziehen und hat bei seinem Durchgang eine Höhe von über 33 1/2 Grad erreicht (beobachtet von 51 Grad Nord).

Am Monatsende ist der Planet nur noch +0,5 mag. hell, und seine Größe hat nach 7,4 Bogensekunden im Winkeldurchmesser abgenommen; der Planet steht bei seinem Durchgang (beobachtet von 51 Grad Nord), den er kurz vor 17.20 Uhr (GMT) erreicht, knapp über 38 Grad hoch am Himmel. 

Jupiter

Nachdem Jupiter seine Obere Konjunktion Ende November erreicht hat, ist der Planet während des größten Teils des Dezembers für Beobachtungen nicht sehr gut platziert. Ganz am Ende des Jahres kann man Jupiter am Morgenhimmel im Sternbild Schlangenträger doch noch finden; er steht bei Sonnenaufgang 12 3/4 Grad hoch am Himmel, -1,8 mag. hell, und er wird dabei flankiert von dem tiefer und östlich stehenden Planeten Merkur, sowie von Venus, der höher und weiter westlich am Himmel steht. 

s Jupiter bei Sonnenaufgang, 31. Dezember 2018 (51°N).

Jupiter bei Sonnenaufgang, 31. Dezember 2018 (51°N). Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Saturn

Zu Beginn des Dezembers finden wir Saturn im Sternbild Schütze (Sagittarius), +0,5 mag. hell und 15,2 Bogensekunden im Durchmesser groß. Wie wir bereits im November-SkyGuide angeführt haben, schließt sich das Beobachtungsfenster für die abendlichen Saturn-Observationen jetzt definitiv, da der Planet seiner Oberen Konjunktion am 2. Januar 2019 zustrebt. Am 1. Dezember geht Saturn kurz nach 17.50 Uhr (GMT, beobachtet von 51 Grad Nord) unter, und obschon es technisch möglich wäre, ihn noch zu sehen, steht er für alle Beobachter der nördlichen Hemisphäre aber schon sehr tief im Süden; wie immer in diesen Fällen sind die Beobachter der äquatorialen und südlichen Bereiche der Erde somit besser dran, den Planeten zu beobachten.

Saturn und seine Monde, früher Abend am 1. Dezember 2018.

Saturn und seine Monde, früher Abend am 1. Dezember 2018. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Zum Monatsende ist Saturn nur noch ein paar Tage von seiner Oberen Konjunktion entfernt, nach welcher er als ein morgendliches Objekt wieder auftauchen wird.

Uranus und Neptun

Die beiden äußeren Gasriesen sind während des Dezembers abendliche Objekte, obgleich Neptun, der sich weiter westlich in der Ekliptik befindet, ein etwas kürzer geöffnetes Beobachtungsfenster hat, da der Planet Mitte Dezember kurz vor 23.00 Uhr (GMT) untergeht. Am 15. Dezember hat Neptun seinen Durchgang knapp vor 17.30 Uhr, aber das "Neptunsche Dezemberhighlight" ereignet sich schon eine Woche vorher, wenn Neptun nämlich eine sehr enge Konjunktion mit Mars eingeht. Am frühen Abend des 7. Dezember sind diese beiden doch sehr unterschiedlichen Himmelswelten das winzige Quantum von 3 1/2 Bogenminuten voneinander entfernt, wenn die Sonne beim Längengrad 0 untergeht. In Europa und Afrika können die Beobachter dieser Konjunktion am nächsten beiwohnen. Es kommt selten vor, dass ein so relativ heller Planet sich einem Mitglied der im Sonnensystem so weit außen liegenden Planeten so weit annähert. Und falls das Wetter klar genug ist, sollten Sie Mars, der zwar nicht mehr ganz so hell strahlt, trotzdem als immer noch nützlichen Wegweiser nutzen, um Neptun aufzufinden, wobei allerdings Ferngläser oder ein Teleskop nötig sind. Neptun wird dann als ein kleine blaue Scheibe zu sehen sein, +7,9 mag. hell und 2,3 Bogensekunden im Durchmesser groß.

Neptun und Mars in naher Konjunktion am frühen Abend des 7ten Dezember 2018.

Neptun und Mars in naher Konjunktion am frühen Abend des 7ten Dezember 2018. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Uranus, der sich weiter östlich an den Grenzen der Sternbilder Widder (Aries) und Fische (Pisces, wohin der Planet am 2. bzw. 3. Dezember wieder zurückgeht) aufhält, ist abends für eine längere Zeit auszumachen als Neptun, da der Planet sich, eine wirklich dunkle Beobachtungsstelle vorausgesetzt (und natürlich eine sehr gute Sehkraft), an der Schwelle der visuellen Sichtbarkeit befindet. Mit einer Helligkeit von +5,7 mag. und einer Größe von 3,7 Bogensekunden im Durchmesser ist Uranus zwar immer noch kein wirklich leicht zu findendes Beobachtungsobjekt, wenn man den Planeten allerdings erst einmal gefunden hat, dann kann man anhand der grün-grauen Scheibe feststellen, dass Uranus zweifelsohne nicht sternförmig ist. Mit größeren Instrumenten kann man auch die helleren Begleiter des Uranus, Titania und Oberon, ausmachen, wofür allerdings äußerst starke Vergrößerungen und ein Teleskop von mindestens 8 – 10 Zoll Öffnung benötigt werden.

Uranus und Neptuns relative Positionen, 15. Dezember 2018.

Uranus und Neptuns relative Positionen, 15. Dezember 2018. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Uranus hat seinen Durchgang im Süden um ca. 22.00 Uhr (GMT) in der Monatsmitte, und er geht ungefähr sieben Stunden später unter (beobachtet von 51 Grad Nord).

Kometen

In diesem Monat sollten alle Augen auf den Periodischen Kometen 46/P Wirtanen gerichtet sein, da er sich der Erde stark annähert und das Potential haben könnte, im Dezember zu einem "Bloße-Augen-Objekt" zu werden.

Der Komet startet in den Dezember in den südlichen Bereichen des Sternbildes Walfisch (Cetus), nur 18 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Am 1. Dezember zieht der Komet kurz vor 22.00 Uhr durch, beobachtet vom nördlichen Europa aus. Und in der Tat, während des ganzen Monats ändert sich diese Durchgangszeit nur unwesentlich, da der Komet sich in einer nord-östlichen Richtung am Himmel fortbewegt und somit folglich auch die Rektaszension (der auf dem Himmelsäquator gemessene Bogen zwischen dem Frühlingspunkt und dem durch das Himmelsobjekt gehende Deklinationskreis) des Kometen Schritt hält mit der beständigen westlichen Verschiebung des Himmelshintergrundes in Beziehung zu der lokalen Zeit. Der Komet hat allerdings wirklich eine Schrägverschiebung im Vergleich zu seinem Himmelshintergrund während er nordwärts durch den Himmel rast. Am 1. Dezember finden wir den Kometen bei einer 18 Grad-Abweichung, eine Woche später steht er bei 3 Grad – eine Veränderung von 15 Grad – das bedeutet einen Durchschnitt von über 2 Grad pro Tag.

Zur Monatsmitte hin wird diese nördliche Bewegung sogar noch schneller während 46/P durch das Sternbild Stier (Taurus) zischt. Dieser Zeitraum wird vermutlich mit der dann maximalen Helligkeit des Kometen zusammenfallen. Am 16. Dezember kommt Wirtanen an den Pleiaden vorbei, ungefähr 4 Grad östlich / südöstlich des berühmten Sternhaufens – für Fotoaufnahmen eine fantastische Gelegenheit. Während des ersten Teils der zweiten Dezemberhälfte lugt allerdings in den Sternbildern Fische, Walfisch, Widder, Stier, Zwillinge und Krebs (Cancer) der Dreiviertel-bis-Vollmond vorwitzig in der Nähe des Kometen hervor und beeinflusst dabei um die Dezembermitte dessen Auftritt doch einigermaßen stark.

46/P Wirtenans Bahn während Dezember 2018.

46/P Wirtenans Bahn während Dezember 2018. Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Am 23. Dezember kommt Wirtanen sehr nahe, knapp ein Grad, am bekannten Stern Capella (Alpha Aurigae) vorbei, dem Hauptstern des Sternbildes Fuhrmann. Dabei kann man den Kometen in Ferngläsern und kleineren Teleskopen sehr leicht ausfindig machen, da die beiden Himmelskörper sich dann im gleichen Niedrigenergie-Sichtfeld befinden. Für die Beobachtung in den mittleren nördlichen Breitengraden befindet sich der Komet jetzt in einer zirkumpolaren Position und wird dann nicht untergehen; das heißt, dass er die ganze Nacht über sichtbar bleibt. Seinen Durchgang hat der Komet aber knapp nach 23.00 Uhr.

Wirtanen beendet das Jahr 2018 in einem ziemlich kargen Teil des Himmels, im Sternbild Luchs (Lynx), wobei er gegenüber seiner besten Zeit Mitte Dezember doch etwas an Helligkeit eingebüßt hat.

Wie bereits in vorherigen Newslettern angedeutet, ist der Komet Gegenstand einer Pro-Am Beobachtungsstudie, die Amateur-Astronomen ermutigen soll, ihre Beobachtungen und Astrofotografien von Komet 46P/Wirtanen einzusenden. Näheres kann unter der Internet-Adresse wirtanen.astro.umd.edu/46P/Meetings_telecons/DPS2016_Wirtanen_workshop.pdf abgerufen werden.

Meteore

Der Dezember-Monat ist der Monat des jährlich wiederkehrenden Geminiden Meteorstroms, der gespeist wird vom geheimnisumwitterten "Felsenkomet", dem Asteroiden 3200 Phaethon. In diesem Jahr kann der Meteorstrom zwischen dem 6. und 17. Dezember beobachtet werden, wobei der Spitzenausstoß für den 14. Dezember erwartet wird, an dem der Ausstoß an sichtbaren Meteoren mehr als 90 – 100 Meteore pro Stunde (ZHR = Zenithal Hourly Rates) erreichen kann (wobei allerdings nicht alle Meteore so ohne Weiteres von einer bestimmten Beobachtungsposition aus zu sehen sein werden). Die Geminiden strömen aus einem Gebiet innerhalb der Zwillinge-Konstellation aus und sind gewöhnlich sehr gut von der nördlichen Hemisphäre aus zu beobachten. Der Dezember 2018 stellt allerdings in Bezug auf den Einfluss des Mondlichtes eine uneinheitliche Mischung dar: am frühen Abend des 14. Dezember beeinflusst ein zunehmender Dreiviertelmond mit einer 44%-igen Leuchtkraft die Beobachtungsszene, während kurz vor Mitternacht, nach Untergang des Mondes, gesehen aus der Perspektive der mittleren nördlichen Hemisphäre, der Meteorschauer in seiner vollen Pracht beobachtet werden kann.

Der Meteorstrom bietet natürlich hervorragende Möglichkeiten für astrofotografische Aufnahmen; alles, was Sie dazu benötigen ist eine auf einer speziellen Fotomontierung befestigte Kamera, ausgelegt für längere Belichtungszeiten, und ein geeignetes Weitwinkel-Objektiv. Wenn das alles erst einmal so aufgebaut ist, dann müssten Sie schon verflixtes Pech haben, wenn Ihnen nicht innerhalb einer Stunde Aufnahmen einer größeren Anzahl an hellen Meteoren "ins Netz" gehen würden, selbst wenn Ihre Kamera an einem nicht ganz so dunklen Ort aufgebaut sein sollte. 

s Ein Geminide.  Bildrechte: Kerin Smith

Ein Geminide. Bildrechte: Kerin Smith

Deep Sky-Höhepunkte: die Winter-Objekte des Caldwell-Kataloges

Wir machen eine Pause von unserem üblichen Konstellationsführer, gehen einen Schritt zurück und schauen uns die prominentesten Konstellationen des frühen Abends und einige der weniger bekannten Objekte darin an. Der prominente britische Astronom, Sir Patrick Caldwell-Moore (1923 - 2012), beschloss, seinen eigenen Katalog mit beliebten "vermissten" Objekten auf der Messier-Liste zu erstellen. Während Messier und seine Kollegen bei der Katalogisierung von Objekten, die mit Kometen verwechselt werden könnten, ziemlich gründlich waren, gab es eine Reihe von eher überraschenden Auslassungen in dieser Liste. Es handelt sich um Objekte, die entweder zu groß und für das bloße Auge zu offensichtlich sind, um mit Kometen verwechselt zu werden, oder um in das Sichtfeld vieler der ziemlich langen Brennweitenteleskope (und daraus resultierenden kleinen Gesichtsfeldern) zu passen, die Messier und sein Kollege Pierre Méchain zur Beobachtung verwendeten, oder die möglicherweise kleiner und kompakter waren und somit übersehen wurden. Einige der kompakten Auslassungen auf der Messier-Liste sind angesichts ihrer Lage überraschend, aber wir dürfen nicht vergessen, dass viele der Teleskope, mit denen die Objekte der Hauptliste entdeckt wurden, aller Wahrscheinlichkeit nach wesentlich schwieriger zu bedienen waren als moderne Instrumente, und dass sie nicht annähernd ihre optische Qualität hatten. Was erfahrene Beobachter wie Messier und Méchain mit modernen Teleskopen alles hätten entdecken können, darüber können wir nur spekulieren.

Die winterlichen Caldwell Objekte (51° N).

Die winterlichen Caldwell Objekte (51° N). Image created with SkySafari 5 for Mac OS X, ©2010-2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Die Caldwell-Liste füllt die Lücken in der Messier-Liste und kann daher als ergänzend und nicht so sehr als Alternative angesehen werden. Der abendliche Winterhimmel enthält einige ausgezeichnete Caldwell-Mitglieder, von denen viele allein schon im Fernglas gut zu sehen sind - allerdings werden Teleskope benötigt, um einige dieser anspruchsvolleren Objekte zu sehen.

Ausgehend von den nördlichsten Mitgliedern der vorstehend dargestellten ist das erste erwähnenswerte Objekt Caldwell 25 (NGC2419), der "Intergalaktische Wanderer", ein eher lichtschwacher Kugelsternhaufen, der etwas abseits vom regulären Treffpunkt der Kugelsternhaufen - nämlich der Schale um den zentralen Teil der Milchstraße - liegt.  Der Intergalaktische Wanderer wurde als solcher bezeichnet, da er früher als ein extra-galaktischer Haufen, der durch den Weltraum wanderte, angesehen wurde.  Beobachtungen seiner Bewegung haben jedoch gezeigt, dass er das nicht ist - er ist in der Tat ein Satellit unserer Galaxie, wie die anderen großen Kugelsternhaufen auch - im Falle von NGC2419 nur eben ein sehr abgelegener.  Mit 270.000-300.000 Lichtjahren ist er fast doppelt so weit entfernt wie die Große Magellansche Wolke, aber in sich selbst sehr hell.  Seine Helligkeit entspricht fast der des Königs der Kugelsternhaufen, Omega Centauri, mit einer Helligkeit von +3,9 mag. der hellste Kugelsternhaufen des Himmels; Caldwell 25 erscheint aber als ein eher lichtschwaches Objekt von nur +10,0 mag. Helligkeit und einer Größe von gerade einmal 1,8 Bogenminuten im Durchmesser, und das nur, weil er so weit entfernt liegt.  Größere Teleskope werden benötigt, um vom Kugelsternhaufen etwas zu sehen, obwohl es allerdings auch möglich ist, mit kleineren Instrumenten an besonders dunklen Orten etwas zu erkennen.  Die Lage des Kugelsternhaufens in der eher kargen und öden Konstellation des Luchses macht dessen Beobachtung in diesem Monat zu einer besonderen Herausforderung.

Caldwell 25, Der Intergalaktische Wanderer, auch NGC2419 .

Caldwell 25, Der Intergalaktische Wanderer, auch NGC2419 . Bildrechte: Adam Block/Mount Lemmon SkyCenter/University of Arizona, Creative Commons

Wenn wir die Grenze zum Sternbild Fuhrmann (Auriga) überschreiten, dann kommen wir zu Caldwell 31, dem "Flammenden-Stern-Nebel" IC405. Dieses Objekt besteht zu einem Teil aus Emission- und zu einem anderen Teil aus Reflexionsnebeln. Dies bedeutet, dass ein Teil seiner Struktur unter der Spannungsstrahlung glüht, während der andere Teil lediglich das Licht der Sterne reflektiert, die im Objekt eingschlossen sind. IC405, der eine Winkelausdehnung von ca. 30 x 19 Bogenminuten hat, bewegt sich mittig im Bereich von AE Auriga, eines Sterns, der vor fast 3 Millionen Jahren vom nahegelegenen Orion-Nebel ausgeworfen wurde. Mit einer Helligkeit von +10 mag. ist der Stern an sich kein sehr helles Objekt, aber er ist ausreichend verdichtet, um von einer geeigneten Beobachtungsstelle aus mit kleinen Teleskopen gesehen zu werden. Es ist nicht ganz sicher, ob die gesamte Materie, aus dem der Flammende-Stern-Nebel entstanden ist, einst ein Teil der Orion-Molekülwolke war; es ist wahrscheinlicher, dass es sich hierbei um Materie handelt, die das Objekt lediglich durchläuft. Wie bereits erwähnt, ist dieser Bereich der Milchstraße voller Gas und voll von anderer Materie, die Sterne entstehen lassen. Der IC405 ist ungefähr 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Caldwell 31, Der Flammende-Stern-Nebel.

Caldwell 31, Der Flammende-Stern-Nebel. Image Credit: Mark Blundell

Wir bewegen uns weiter in das benachbarte Sternbild Zwillinge und finden, 2 1/3 Grad östlich des Sterns Wasat (der Eigenname des Sterns ist Delta Geminorum), das fantastische Objekt Caldwell 39, auch bekannt unter dem Namen "Eskimo Nebel" (NGC2392). Dieser Planetarische Nebel gleicht angeblich dem Kopf eines Eskimos, der von einer mit Pelz besetzten Kapuze eines Arktis-tauglichen Parkas umhüllt wird. Einer angemessen kompakten Größe von 0,8 Bogenminuten (ungefähr 2/3 der Größe des Ringnebels M57) stehen nur +9,19 mag. an Helligkeit gegenüber, obwohl seine kompakte Größe sowohl eine relativ hohe Flächenhelligkeit erzeugt als auch eine Vergrößerung gut aufnimmt. William Herschel entdeckte den Nebel 1787, und es erstaunt ein wenig, dass er nicht schon früher entdeckt wurde; dies ist sicher mit seiner geringen Größe zu erklären. Mit OIII-Filtern ist es möglich, mehr von den zwei Phasen dieses Objektes zu enthüllen: man erkennt zunächst die dünne äußere Hülle und dann das gleißend helle Innere des Nebels. Größere Teleskope zeigen mehr von der vielschichtigen Struktur des inneren Teils des Eskimo-Nebels – seine strahlenförmige Doppelhülle, bestehend aus sich ausdehnenden Gasen und feinen Leuchtfäden, die von kosmischen Winden angeblasen werden, formen sich zu seinem zentralen Stern. Dieser zentrale Stern hat eine Helligkeit von +10,5 mag. und ist mit den meisten Teleskopen leicht auszumachen. Der Eskimo-Nebel wird auf eine Entfernung von 2800 bis 3000 Lichtjahren geschätzt.

Caldwell 39, Eskimonebel, Aufnahme HST - NASA/ESA. Public Domain.

Caldwell 39, Eskimonebel, Aufnahme HST - NASA/ESA. Public Domain.

Das nächste Caldwell-Objekt, gelegen im benachbarten Sternbild Stier, bedarf keiner besonderen Einführung: es ist der Hyaden-Sternhaufen, auch Caldwell 41. So auffällig für das bloße Auge, so eindeutig nicht den Kometen zugehörig, so ist es doch wiederum verständlich, warum dieser so außergewöhnliche, V-förmig angeordnete Sternhaufen nicht auf Messiers Liste erschienen ist.

Die Hyaden sind aller Wahrscheinlichkeit nach der unserem Sonnensystem zweitnächste Sternhaufen (nach dem Sternhaufen der Bärengruppe [Ursa Major], in welchem sich die Sternhaufen Pflug [plough] und Großer Wagen [big dipper] befinden), der damit für alle Astronomen die bestmöglichen Gelegenheiten zu Forschung und Studium geboten hat. Die Hyaden-Gruppe ist uns so nahe, dass sogenannte parallaktische-Entfernungsmessungen ihrer individuellen Sternhaufen-Mitglieder von einer Seite der Erdumlaufbahn zur anderen Seite möglich sind. HST- und Hipparcos-Messungen belegen eine mittlere Distanz zur Erde von 153 Lichtjahren, und sie haben ebenfalls eine gemeinsame Flugbahn mit dem Sternhaufen M44, auch genannt Praesepe oder "Bienenkorb" (Beehive), im nahegelegenen Sternbild Krebs (Cancer) festgestellt, was Vermutungen nährt, dass beide einen gemeinsamen Ursprung im All haben.

Caldwell 41, die Hyaden (unterhalb der Mitte), sowie die benachbarten Pleiaden und eine Geminiden-Meteor.

Caldwell 41, die Hyaden (unterhalb der Mitte), sowie die benachbarten Pleiaden und eine Geminiden-Meteor. Bildrechte: Kerin Smith

Man schätzt das Alter der Hyaden auf ungefähr 625 Millionen Jahre, was bedeutet, dass sie eigentlich heute schon nicht mehr hätten existieren dürfen und zerstoben sein müssten. Da sie aber in einem sehr entlegenen Bereich unserer Galaxie angesiedelt sind, können Sternhaufen wie die Hyaden durch die massive Gezeitenkraft der galaktischen Rotation diesem Schicksal für eine längere Zeit entgehen. Die Masse der Hyaden wird, nach aktuellen Beobachtungen, auf das 400fache unserer Sonne geschätzt, möglicherweise ist dieser Wert in früheren Zeiten bedeutend höher gewesen.

Das den Hyaden eigene V-Muster formt den Kopf eines Bullen und repräsentiert so das Sternbild des Stieres; es kann mit dem bloßen Auge erkannt werden, selbst von weniger dunklen Beobachtungsorten aus. Der Stern Aldebaran, auch Alpha Tauri, ein Doppelsternsystem im Sternbild Stier, ist gegenüber dem Scheitelpunkt der südlicheren Spitze des "V" platziert; seine ausgeprägte rote Farbe wird oft als das glühende Auge des Stiers angesehen. Allerdings ist Aldebaran, dessen Hauptstern ein Roter Riese der Spektralklasse K5 ist, kein Mitglied der Hyaden; er liegt auf halber Strecke in einer Sichtlinie zu den Hyaden, wenn er aus Sicht unserer galaktischen Umgebung beobachtet wird. Der Gebrauch von Ferngläsern erschließt noch viel mehr Mitglieder der Hyaden als diejenigen, die wir schon mit bloßem Auge sehen können; etliche dieser Objekte sind G-Klassen-Sterne, wie unsere Sonne. Die meisten der Objekte sind jedoch Sterne der A- und K-Klassen, sowie etliche Rote Zwerge.

Östlich und auch leicht südlich der Stierkonstellation, durch die Spitze des Sternbildes Orion hindurch, kommen wir zum Sternbild des Einhorn (Monoceros). Hier finden wir Caldwell 46, auch bekannt als Hubble's Variable Nebula, bzw. NGC2261. Dieser variable Reflexionsnebel wurde1783 zuerst von William Herschel entdeckt – sein fächerförmiges Aussehen ließ Herschel zunächst an einen Kometen denken. Spätere Beobachtungen zeigten jedoch, dass sich das Objekt in einer festen Position befand und somit kein Komet sein konnte.

Caldwell 46, Hubbles Variabler Reflexionsnebel.

Caldwell 46, Hubbles Variabler Reflexionsnebel. Aufnahme basierend auf HST Daten (NASA/ESA, Public Domain), zusätzliche Bearbeitung von Judy Schmidt, Creative Commons.

Die Oberfläche des Nebels ist relativ hell, auch bedingt durch eine kompakte Größe von 4 x 2 Bogenminuten, und er umgibt den Stern R Monocerotis, von dem man annimmt, dass es sich dabei um einen T Tauri Variable-Stern handelt, das sind ungewöhnliche "Lithium Brenner", einfache Sterne, die in ihren Kernen noch nicht mit der Wasserstoff-Kernfusion begonnen haben; der R Monocerotis selbst ist jedoch nicht sichtbar. Obgleich der NGC2261 offiziell mit einer Helligkeit von +9,19 mag. gelistet worden ist, variiert seine Helligkeit zusammen mit R Monocerotis, manchmal mit einer Abweichung von zwei Helligkeitsstufen innerhalb von Monaten. R Monocerotis wird wahrscheinlich von einer ringförmigen Scheibe aus dunkler Materie ( planetare oder sogenannte Akkretionssscheiben )umgeben, welche häufig das Licht des Sterns verdunkelt. Es ist aber ebenso möglich, dass der Stern von einem kleineren Stern begleitet wird, welcher seinerseits die Umlaufbahn der ringförmigen Scheibe beeinflusst. Es hat sich gezeigt, dass sich die innere Struktur von NGC2261 schnell verändert, wobei dieser Prozess am besten mittels der Astrofotografie beobachtet werden kann. Das Objekt genießt den Ruf, dass es das erste Objekt gewesen ist, das von Edwin Hubble mit dem bahnbrechenden 200-Zoll Hale Reflektor 1949 fotografiert wurde. Hubble war während seiner gesamten astronomischen Karriere von diesem Objekt fasziniert, das er vorher bereits am Yerkes-Observatorium und später am Mount Wilson-Observatorium in Los Angeles durch einen 100-Zoll Reflektor studierte.

Hubbles variabler Reflexionsnebel kann leicht mit einem 8-Zoll Teleskop als ein kometengleicher fächerförmiger Lichtfleck ausgemacht werden. Es ist sogar möglich, den Nebel mit kleineren Instrumenten zu beobachten, wenn man z. B. einen schonenden LPR-Filter (Light Pollution Reduction) einsetzt, um den Kontrast mit der Helligkeit des Hintergrundhimmels zu verstärken, wobei der Beobachter als Unterstützung hierfür die Vergrößerungen ziemlich hoch eingestellt halten sollte. Größere Instrumente werden für die Beobachtung der inneren Struktur benötigt. NGC2261 wird auf eine Entfernung von ca. 2500 Lichtjahren und eine Ausdehnung von 4 bis 5 Kubiklichtjahren geschätzt.

Vier Grad südlich von Caldwell 46 liegt der eindrucksvolle Rosetten-Nebel (Rosette Nebula) mit seinem offenen Sternhaufen-System, das die Objekte Caldwell 48 und 50 umfasst. Im Zentrum des Rosetten-Nebels liegt der Sternhaufen C50, der mit Ferngläsern und kleineren Teleskopen leicht auszumachen ist und für jedwede Art von größeren Instrumenten keine Herausforderung darstellt; dies wurde schon in den frühen1690er Jahren von John Flamsteed, erster königlicher Astronom, festgestellt. Die stark nebulöse Umgebung des Sternhaufens stellt allerdings schon erheblich größere Anforderungen an die Beobachtungsausrüstung. Man kann die neblige Erscheinung zwar auch mit größeren Ferngläsern von einem sehr dunklen Beobachtungspunkt aus sehen, eine sehr gute Auflösung erfordert allerdings eine stärkeres Instrument, z. B. der 8-Zoll+-Klasse. Veränderungen und die dunklen Bahnen innerhalb der Nebligkeit können allerdings am besten mit noch reichhaltiger ausgestatteten Teleskopen beobachtet werden, in dem man Filter benutzt: UHC, OIII und H Beta Filter helfen alle dabei, unterschiedliche Gefilde des Rosetten-Nebels herauszufiltern. Zudem wird bei der Beobachtung dieser Nebligkeit ein gering vergrößerndes Weitfeld-Okular benötigt, da die Ausdehnung des Rosetten-Nebels riesig ist: 80 x 60 Bogenminuten, das ist fünfmal die Fläche des Vollmondes. Der Rosetten-Nebel wurde erstmals von den im 19. Jahrhundert lebenden Astronomen John Herschel Großbritannien), Albert Marth (Deutschland) und Lewis Swift (USA) aufgezeichnet. Das 30 Lichtjahre breite Loch in der Mitte des Rosetten-Nebels wurde von den Sonnenwinden der Sterne des Objekts NGC2244 geschaffen, dieser Wind hat in den äußeren Gefilden des Nebels verdichtete Frontseiten geschaffen, die zu dem strahlenförmigen blütenblattähnlichen Aussehen des Rosetten-Nebels geführt haben. Die Astrofotografie wird darüberhinaus die Gesamtheit der Struktur des Rosetten-Nebels aufdecken sowie seine tief-rosa und rote Farbschattierung.

Caldwells 48 und 50, Der Rosetten Nebel nebst Sternhaufen.

Caldwells 48 und 50, Der Rosetten Nebel nebst Sternhaufen. Image credit: Mark Blundell.

Ein weiteres beachtenswertes Caldwell-Objekt im Sternbild Einhorn ist der offene Sternhaufen Caldwell 54, bzw. NGC2506, eine sehr bemerkenswerte triangelförmige  Sammlung von ungefähr 150 beobachtbaren Sternen. Mit +7,59 mag. und einer Größe von ungefähr 12 Bogenminuten ist es ein sehenswertes Objekt, das mit größeren Ferngläsern oder einer akzeptablen Teleskopöffnung gut beobachtet werden kann. Für einen Sternhaufen ist NGC2506 mit ungefähr 1,1 Milliarden Jahren ziemlich alt, er hat sich aber bis jetzt noch nicht aufgelöst, da er, wie die bereits vorher erwähnten Hyaden, in einer weit entlegenen Region unserer Galaxie liegt.

Über die Sternbildgrenze hinweg in das benachbarte Sternbild Großer Hund (Canis Major) liegt noch ein weiterer offener Caldwell-Sternhaufen, Caldwell 58. Obgleich er weder so hell noch so groß ist wie einige seiner glanzvolleren und bekannteren Nachbar-Sternhaufen, so ist Caldwell 58 doch ein attraktives Objekt von +7,19 mag. Helligkeit und einem Durchmesser von 13 Bogenminuten. Er wurde entdeckt von Caroline Herschel, der Schwester von William Herschel, die als eigenständige Kraft eine sehr fähige und methodisch arbeitende Beobachterin und Astronomin war, und die Arbeit ihres Bruders als großartige Organisatorin und Verwalterin seiner Katalogarbeit unterstützte. Die Entdeckung von Caldwell 58 wird bezeichnenderweise als ihre erste unabhängige Entdeckung angesehen, obwohl sie auf ihrer eigenen Deep Sky-Liste als Nummer 2 eingetragen wurde.

In den komprimierten Gebieten von C58 gibt es mehr als 100 Sterne von beobachtbarer Helligkeit zu sehen, wobei der westliche Bereich dichter besiedelt ist als die östliche Hälfte.

In den komprimierten Gebieten von C58 gibt es mehr als 100 Sterne von beobachtbarer Helligkeit zu sehen, wobei der westliche Bereich dichter besiedelt ist als die östliche Hälfte.

Caldwell 58.

Caldwell 58. Image credit: Sloan Digital Sky Survey, Creative Commons.

Nicht weit entfernt von C58 liegt ein weiterer wunderbarer Sternhaufen, Caldwell 64, auch bekannt unter dem Namen NGC2362. Dieser Sternhaufen wurde in den 1650er Jahren vom frühen Teleskop-Astronomen und Vorgänger Charles Messiers, dem italienischen Astronomen Giovanni Battista Hodierna, entdeckt, der ihn 1654 in seinem Buch “De systemate orbis cometici, deque admirandis coeli characteribus” (Beschreibung des Systems der Welt der Kometen und der bewundernswerten Himmelsobjekte) katalogisierte. Diese Arbeit umfasste sehr viel von den später in Messiers Katalog aufgenommenen Objekten und war somit prinzipiell an der Erforschung von Kometen interessiert und an den Objekten, die dafür gehalten wurden. C64 ist mit +4,1 mag. ein helles Objekt, und man fragt sich, wie Astronomen vom Range eines Messier und Kollegen ihn nicht haben entdecken können. Unabhängig von Hodierna hat Sir William Herschel den Sternhaufen im Jahre 1783 entdeckt.

Caldwell 64, der Tau-Canis Majoris Sternhaufen

Caldwell 64, der Tau-Canis Majoris Sternhaufen - Spitzer Space Telescope Image. Image Credit: NASA/JPL, Public Domain.

Caldwell 64 ist ein komprimierter Sternhaufen; kaum 5 Bogenminuten breit, bietet der Sternhaufen dennoch eine verhältnismäßig große Sternenpopulation. Viele der 60 Sterne können mit einfachen Teleskopen beobachtet werden, wobei der bei weitem prominenteste und hellste Stern der Tau Canis Majoris ist, der oft auch deshalb dem gesamten Sternhaufen seinen (inoffiziellen) Namen gibt. Tau Canis Majoris ist ein sehr ungewöhnlicher Stern – eine spektroskopischer Doppelstern (aus zwei Komponenten bestehend), bestehend aus riesigen überflüssigen Elementen der Spektralklasse 08. Man glaubt, dass dieses Sternen-System zu den größten und hellsten der bekannten Überriesen-Sterne zählt, mit einer absoluten Helligkeit von -7 mag. Caldwell 64 liegt ungefähr 5000 Lichtjahre von uns entfernt und ist, als ein Sternhaufen, doch sehr leuchtstark und erstaunlich hell. Man schätzt sein Alter auf nur 5 Millionen Jahre, so dass seine Sternen-Elemente sehr jung und sehr dynamisch sind – tatsächlich ist der Caldwell 64 einer der jüngsten Sternhaufen, die beobachtet werden können.

Das nächste Caldwell-Objekt in diesem Teil des Himmels kann eigentlich nur von Beobachtern der südlichen Teile Europas sowie Nord-Amerikas und Asien gesehen werden, obgleich auch die Möglichkeit zur Beobachtung in der südlichen Hemisphäre, in Nord-Afrika sowie im Mittleren Osten bestehen kann. Es geht hier um den schönen Kugelsternhaufen Caldwell 73, oder auch NGC1851, welcher sich am Südhimmel im Sternbild der Taube (Columba) aufhält. Mit einer Helligkeit von +7,3 mag. ist Caldwell 73 nicht so hell wie andere bekanntere Kugelsternhaufen am Himmel, man kann ihn allerdings mit kleineren Teleskopen entdecken, falls das Objekt genug Abstand und Höhe vom Horizont hat, immer abhängig vom jeweiligen Standort.

Caldwell 73, Aufnahme aus Datenbank GALEX.

Caldwell 73, Aufnahme aus Datenbank GALEX. Image credit, NASA, Public Domain.

Mit einer Größe von 12 Bogenminuten im Durchmesser ist Caldwell 73 nur etwas kleiner als M92, der Kugelsternhaufen im Sternbild Hercules, und er ist ein bisschen lichtschwächer (M92 ist +6,3 mag. hell), aber, wie bereits gesagt, es dürfte kein größeres Problem sein, den Kugelsternhaufen auch in größeren Ferngläsern zu entdecken, vorausgesetzt sind aber eine sehr dunkle Beobachtungsposition und ein genügender Abstand zum Horizont. Beobachter im Norden Europas haben jedoch keine Chance auf Beobachtung des Objektes, da es sich niemals in diesem Teil der Hemisphäre zeigt.

Das letzte Ziel des Winter-Caldwell-Kataloges ist unzweifelhaft das attraktivste und gleichzeitig auch das am schwierigsten aufzufindende und zu beobachtende Objekt. Die Gründe dafür sind einmal die äußerst südliche Positionierung sowie die relativ schwache Helligkeit. Caldwell 67, auch bekannt als NGC1097, ist eine wundervolle Balken-Spiralgalaxie mit einer Helligkeit von +9,7 mag. Sie liegt im Sternbild Chemischer Ofen (lat. Fornax), eine lichtschwache kleine Konstellation, eingeklemmt unter dem ausgedehnten Sternbild Eridanus, der Fluss, welches westlich des angrenzenden Sternbildes Orion liegt. Sie finden Caldwell 67 mit Hilfe von kleineren Teleskopen, da der Galaxienkern eine akzeptable Oberflächen-Helligkeit aufweist; um die fantastische Struktur der Galaxie zu erkunden, benötigt man jedoch größere Instrumente.  

 

Caldwell 67, NCG1097 Aufnahme VLT.

Caldwell 67, NCG1097 Aufnahme VLT. Bildrechte, ESO, Creative Commons.

Wie mit so vielen anderen Objekten, die für Beobachter der nördlichen gemäßigten Hemisphäre so tief am Himmel stehen, führt auch in diesem Fall die atmosphärische Abschwächung zu einem deutlichen Einbruch der wahrgenommenen Helligkeit. Seien Sie also bitte nicht enttäuscht, wenn Sie von diesem Objekt nur ganz wenig zu sehen bekommen. 

Danke an den Originaltext im Englischen: Kerin Smith

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