Ob an der Supermarktkasse, am Bahnhof oder beim Arzt – wir begegnen ihr ständig: NFC (Near Field Communication) ist heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Was einst mit der Grundlagentechnologie RFID (Radio Frequency Identification) als Basis für Diebstahlschutz und Zugangskontrollen begann, hat sich längst weiterentwickelt. So kann NFC heute eine Menge mehr: Preisetiketten mit Produktinfos ausstatten, kontaktloses Bezahlen mit Apple Pay oder Google Pay ermöglichen, digitale Tickets und Fahrscheine prüfen sowie E-Rezepte einlösen – und vieles mehr. Doch welche Technik steckt eigentlich dahinter?
Ein Blick ins Innere: So funktioniert NFC
Wer einen NFC-Tag einmal genauer untersucht, findet zunächst ein Gewirr metallischer Leiterbahnen, die als Antenne dienen und die Funkkommunikation ermöglichen. Auch für die Stromversorgung werden diese Leiterbahnen benötigt, damit der Chip durch Induktion Energie aus einem externen Wechselfeld aufnehmen kann.
Ein winziger Knubbel mittig auf dem Preisschild oder Sticker verrät es dann: Hier sitzt das Herz oder besser das Gehirn des NFC-Tags – ein winziger Halbleiterchip aus Silizium. Mit nur 0.5 mm Kantenlänge ist er mit bloßem Auge kaum zu sehen. Doch mit etwas Geschick lässt sich dieser Chip herauspräparieren. Er sitzt meist „kopfüber“ im Preisschild und wird mit einem Klebepunkt gesichert. Löst man ihn vorsichtig heraus, kann man die fein strukturierte Oberfläche unter einem geeigneten Mikroskop betrachten.
Ein Mini-Computer als Speicher und zur Verschlüsselung
Die zahlreichen winzigen Halbleiterstrukturen sind faszinierend anzuschauen – wir sehen einen kompletten, wenn auch nach heutigen Maßstäben sehr einfachen Computer. Neben dem reinen Datenspeicher können hier auch Daten nach kryptographischen Verfahren verschlüsselt werden. Mittels Goldkontakten wird die Verbindung zur Antenne hergestellt, sodass gespeicherte Daten an NFC-fähige Geräte gesendet werden können.
Grenzenlose Möglichkeiten – NFC-Tags individuell nutzen
Einige NFC-Tags können heute auch von jedermann mittels App programmiert werden und verschiedenste Aufgaben am Smartphone steuern: das Handy mit dem Autoradio verbinden, am Arbeitsplatz immer stummschalten oder eine Webseite öffnen, iOT-Funktionen der Haustechnik steuern oder WLAN-Zugang gewähren. Die Möglichkeiten sind praktisch grenzenlos. Ist es nicht spannend, was mit so einem winzigen Chip alles möglich ist?
Das Foto wurde mit folgendem Mikroskop aufgenommen: Science ADL-601P, Auflichtmodus, 20x Objektiv, Mosaik aus 2 Live-EDF-Aufnahmen mit MikroCamLabII Software erstellt
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